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Kultur überregional Premiere im Schauspielhaus: „Maß für Maß“
Nachrichten Kultur Kultur überregional Premiere im Schauspielhaus: „Maß für Maß“
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00:00 19.12.2014
Charlotte Müller, Lisa Natalie Arnold und Julia Schmalbrock in Shakespeares „Maß für Maß“. Quelle: Katrin Ribbe
Hannover

Maß für Maß“ ist eines der aufregendsten Stücke Shakespeares. Es ist eine Geschichte darüber, wie ein Staat zu regieren ist, was einen guten Herrscher auszeichnet, wie Gesetze durchzusetzen sind und wann Gnade walten sollte.

Wie kompliziert die Sache mit dem Regieren ist, konnte Shakespeare schon beim Macht-Analytiker Machiavelli nachlesen. Dessen Rat an die Repräsentanten der Staatsgewalt, die durch einen zu laxen Führungsstil die staatliche Ordnung riskieren, „die Nachrede der Grausamkeit nicht zu scheuen“, denn sie könne sich als menschlicher erweisen als übertriebene Nachsicht, die zu Mord und Raub führten - das ist für Herzog Vincentio keine Option. Er will mehr geliebt als gefürchtet werden.

Die Folge: In seiner 14-jährigen Regierungszeit ist es ihm nicht gelungen, Gesetz, Recht und Ordnung zum Wohle des Staates durchzusetzen. Stattdessen nutzen die Landeskinder den ihnen nachsichtig gewährten Freiraum als Lizenz zur Rechtsverletzung. Den strafenden Tyrannen zu geben, dazu ist Vincentio nicht bereit. Soll sich doch ein anderer im Namen der Macht die Hände schmutzig machen. Er will seinem Stellvertreter Lord Angelo zusehen, was dieser nun mit der ihm anvertrauten Macht anstellt. Das Experiment kann beginnen.

Sogleich macht sich Angelo an die Arbeit. Die alten Gesetze sollen durchgesetzt, Politik wieder moralisch werden. Sein erstes Urteil: die Todesstrafe für Geschlechtsverkehr unter Verlobten. Hängen soll Claudio für diesen Frevel, so will es das Gesetz, dem Angelo sich verpflichtet fühlt.

Claudios letzte Hoffnung ruht auf der Fürsprache seiner Schwester Isabella: Die Novizin bittet um Gnade für den Bruder. Und tatsächlich: Angesichts ihrer unverdorbenen Schönheit und Klugheit geraten Angelos Prinzipien ins Wanken - mit verhängnisvollen Konsequenzen. Der Statthalter fordert von Isabella eine Nacht als Preis für die Begnadigung des Bruders.

Entrüstet weist die junge Frau ihn ab und überlässt den Bruder seinem Richter. Bevor sein Experiment außer Kontrolle gerät, wird der Herzog eingreifen. Statt wie angekündigt zu verreisen, hat er als Mönch verkleidet Antonios Politik verfolgt. Nun sucht er zu retten, was zu retten ist, und zu verurteilen, was zu verurteilen ist.

Hausregisseur Florian Fiedler inszeniert das Stück über Herrschaftsstrukturen, Machtmissbrauch und männliche Verfügungsgewalt über die Frau und ihren Körper mit sechs Darstellerinnen. Neben den Ensemblemitgliedern Lisa Natalie Arnold, Sophie Krauß und Julia Schmalbrock sind als Gäste Charlotte Müller, Veronica Reichard und Elena Schmidt zu sehen.

„Maß für Maß“

Maß für Maß von William Shakespeare

Aus dem Englischen von Marius vom Mayenburg

Premiere 10. Januar

19.30 Uhr, Schauspielhaus

anschl. Ab 22.30 Uhr Schauspielparty im Foyer (Eintritt frei)

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