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06:25 15.12.2014
Von Rainer Wagner
Opernregisseur Hans-Peter Lehmann wird 80 Jahre alt. Quelle: Kristoffer Finn
Hannover

Würde er seine Lebensgeschichte aufschreiben (die gewiss lesenswert wäre), könnte er für seine Autobiografie einen Bestsellertitel variieren: „Der 80-Jährige, der auf sein Fahrrad stieg und verschwand“. Im Zweifelsfalle mal wieder in einem Opernhaus. Wo er zu tun hat.

Dass Hans-Peter Lehmann heute 80 Jahre alt wird, mag man kaum glauben. Von Altersruhe keine Spur. Wenn er Postkarten von der türkischen Riviera versendet, dann nicht, weil er dort Rentner- Urlaub macht, sondern weil er im Amphitheater von Aspendos seine „Tannhäuser“-Inszenierung auffrischt, die er zuvor an der Staatsoper in Ankara herausgebracht hat. Er hält Vorträge über „Wagner und seine Sänger“. Wenn er vor der Gottlob-Frick-Gesellschaft über „Abenteuer ,Ring’ in Taipeh und anderen exotischen Orten“ berichtet, dann gehört zu diesen exotischen Orten nicht nur Breslau und Braunschweig, sondern zu allererst natürlich Bayreuth. Dort hatte der 25-Jährige seit 1960 als Assistent der Festspielleiter Wieland und Wolfgang Wagner gearbeitet. Nach dem unerwarteten, frühen Tod des „Neu-Bayreuth“-Erfinders Wieland Wagner 1966 betreute Lehmann erfolgreich auch in Metropolen des Operngeschehens das Schaffen des Regisseurs, dessen Inszenierungen. Gleichzeitig ging er seinen eigenen Weg, kontinuierlich Schritt für Schritt von Ulm, Mainz, Freiburg und Nürnberg nach Wiesbaden, wo aus dem Oberspielleiter der Operndirektor am Hessischen Staatstheater wurde. Und dann kam Hannover.

Von 1980 bis 2001 war Lehmann Intendant (und fleißiger Regisseur) der Niedersächsischen Staatsoper. Da kann man getrost von einer Ära sprechen. Sie war geprägt von einem bemerkenswerten Ensemblegeist und keineswegs die Insel der Seligen, an die sich mancher Musikfreund zu erinnern glaubt. Unvergessen der Schock für hiesige Händel-Freunde, den Gastregisseur Herbert Wernicke mit seiner „Herakles“-Inszenierung auslöste. Und das Grummeln unter den organisierten Opernfreunden, als Lehmann nach der Renovierung des Hauses nicht mit einem der repräsentativen Werke startete, sondern mit Arnold Schönbergs „Moses und Aron“ - und damit einen Riesenerfolg hatte. Die Werke der klassischen Moderne lagen ihm immer am Herzen, er war einer der ersten Regisseure, die Bernd Alois Zimmermanns sperrige „Soldaten“ herausbrachten (1974 in Nürnberg).

In Hannover ist der heute vor 80 Jahren in Kassel geborene Hans-Peter Lehmann groß geworden, hier kann man ihn als „spielendes Kind“ in einer Skulptur seines Vaters Kurt Lehmann bewundern (für die er Modell stand), hier hat er, natürlich an der Waldorfschule, sein Abitur gemacht. Und hier ist er im Kulturleben nach wie vor präsent, auch wenn er jetzt mit seiner Ehefrau Erika Maria in der Wedemark lebt: Schließlich gibt es Fahrräder und die S-Bahn. Er engagiert sich nach wie vor für den Mädchenchor und für die Bürgerstiftung. Und er ist engagiert, wenn es um seine Hausgötter geht. Wenn zum Richard-Wagner-Jahr 2013 der Antisemitismus des Meisters mal wieder Streitthema wird, bezieht Lehmann Stellung. Und zum Richard-Strauss-Jahr 2014 wusste er auch einiges zu sagen. Im nächsten Jahr wird seine „Tristan“-Inszenierung in Stockholm wieder aufgenommen und natürlich gibt es erneut die „Oper auf dem Lande“ rund um und in Hannover.

Jetzt wird aber erst einmal gefeiert. Mit Familie und engen Freunden - und wie wir Hans „Peter“ Lehmann kennen, wird der engste Kreis nicht allzu klein ausfallen. Am 28. Dezember präsentiert das Theater für Niedersachsen in Hildesheim einen „Abend für Hans-Peter Lehmann“. Immerhin hat Lehmann in Hildesheim in den letzten zehn Jahren fünf Opern inszeniert, darunter Verdis „Maskenball“ (mit einer barbusigen Wahrsagerin Ulrica) und Wagners „Meistersinger“ (eine Ehre, die sich Hildesheim mit San Francisco teilt). Ein „Meistersinger“-Zitat würde zu diesem Anlass passen: „Verachtet mir die Meister nicht.“

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