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Kultur überregional Doppelkonzert mit ungewöhnlichem Stilmix
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15:56 21.12.2014
Von Nöten tröten: Rainer von Vielen beim Auftritt von Orange. Quelle: von Ditfurth
Hannover

Auf Konzertreisen hat die Vorband oft die Rolle des Warmspielers. Während die Fans der Hauptband langsam die Halle füllen, kann der „Support“ dann etwas spielen und im besten Fall ein paar neue Anhänger für sich gewinnen. Bei den Bands Rainer von Vielen und Orange ist das anders. Die sind in diesen Tagen auf Weihnachtstournee unterwegs, am Wochenende waren sie in Hannover. Und sie wechseln einfach jeden Abend die Reihenfolge ihrer Auftritte. Gut, das ist natürlich auch dem Umstand geschuldet, das der Musiker Rainer von Vielen der Kopf gleich beider dieser Bands ist.

Der Allgäuer Rainer von Vielen nennt seine Musik „Bastard-Pop“. Was ein wenig nach dem Vokabular von Krawall-Rappern klingt, meint hier eher die Verschmelzung von Stilen. Mit Orange, die in Hannover als erste dran sind, lebt von Vielen seine Liebe für die von schnellen Trommelschlägen gebettete Weltmusik aus. Das Ganze klingt dann wie eine handgemachte Mischung aus Techno und Drum and Bass.

Dann die Hauptband. Rainer von Vielen wechselt in den Songs besonders im nach ihm benannten Projekt gerne von Gesang im Ska- oder Hip-Hop-Stil in einen Kehlkopf- und Obertongesang, den man vom klassischen Reggae kennt und bei dem man in den hinteren Reihen erst einmal nach einem Didgeridoo sucht. Ska, Reggae, Dancehall, Pop, Trance, Hip-Hop – hier kommt gleich ein ganzes Bündel Musikstile zusammen. Die Fans in der gut gefüllten 60er-Jahre-Halle bei Faust finden das gut, und tanzen sich schweißnass bei Songs wie „Tanz die Revolution“ oder „Plan X“.

In Hannover ist Rainer von Vielen kein Unbekannter. Die Stadt ist bei jeder Tour Station. Und seit 2012 führt er mit seiner Band und Schauspielern das Stück „Mythen der Freiheit“ am Schauspiel auf, das er gemeinsam mit Theaterregisseur Florian Fiedler erdacht hat.

Bei Rainer von Vielen geht es nicht nur um die Möglichkeit der rhythmischen Fußbewegung. Der 37-Jährige ist politisch engagiert, hat auch Botschaften dabei, die ihn regelmäßig ins Wendland führen und seine Lieder für eine bessere oder gegen diese Welt auf politischen Sammelalben, etwa gegen G8 oder Abschiebung, versammeln. Oder, wie es auf seiner Internetseite steht: „Für nachhaltige Zerstreuung, regenerative Euphorie und die globale Erwärmung des Weltfriedens.“     

Von Gerd Schild

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