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Kultur überregional Ralf Schmitz zeigt neues Programm in Hannover
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00:15 02.11.2016
Ralf Schmitz auf der Bühne im Theater am Aegi. Quelle: Wallmüller

Er ist immer in Bewegung, und sein Mund steht nie still. Von den Augenblick an, in dem Ralf Schmitz die Bühne des Theater am Aegi zu Musik und Scheinwerferkapriolen betritt bis zum Ende der Zugabe vergeht gefühlt keine Sekunde, ohne dass Schmitz von einem Ende der Bühne zum anderen wieselt und das Kunststück vollbringt, gleichzeitig einen Witz zu reißen und atemlos darüber zu lachen.

„Schmitzenklasse“ – „Wie Spitzenklasse, nur besser!“ – heißt das Programm. Es hangelt sich thematisch grob am Thema Schulzeit entlang, das Bühnenbild sind zwei Projektionsflächen, die Tafeln nachempfunden sind. Hin und wieder ist Schmitz alleine auf der Bühne und erzählt was Lustiges über seine früheren Lehrer oder seine Zeit als Messdiener, der Herzstück des Programms sind allerdings Improvisationen mit dem Publikum. Direkt zu Anfang geht Schmitz die erste Reihe ab, „damit wir uns kennenlernen“, und holt immer wieder jemanden auf Bühne, sei es, um einen Actionfilm nachzustellen, sei es, um in immer wieder auf Zuruf wechselnden Rollen ein Paar aus dem Publikum an einen Cafétisch zu bedienen oder das Leben eines anderen Paares als Musical darzustellen.

Thematisch ist das alles nicht besonders originell, Schmitz ist, als etablierter Comedian mit seinen 13 Jahren Fernseh-, Film und Bühnenerfahrung allerdings ein guter Witzeerzähler bekommt oft auch lahme Pointen noch gerettet.
Schmitz’ eigentliche Stärke – und die Stärke des Abends – liegt im Spiel und den Improvisationen mit dem Publikum. Gleich von Anfang an, als er die erste Reihe abschreitet und mit den Menschen dort spricht, beginnt er, eine Beziehung aufzubauen. Die basiert darauf, dass er sich zwar über die Menschen lustig macht – aber es dabei immer schafft, die Grenze zur Häme nie zu überschreiten: „Wo kommst du denn her? Lühnde? Schreibt man das mit drei ü? Hier riecht’s nach Knoblauch. Bist du das? Gibt es eine Knoblauchfabrik in Lühnde? Noch jemand aus Lühnde hier? Ah, da hinten. Toll, alle beiden aus Lühnde sind hier.“

Dieses Spiel mit dem Publikum zieht sich durch den ganzen Abend – sei es als Running Gags, sei es mit den Improvisationen auf Zuruf. Das ist in seinen besten Momenten absurdes Improtheater.

Letztlich ist „Schmitzenklasse“ trotzdem eher Comdey auf Standardeinstellung, ein Klassenclown, der größtenteils harmlose Witze reißt. Allerdings gibt es am Ende des gut zweistündigen Abends Standig Ovations, und das Publikum verlässt das Theater am Aegi mit einem Lächeln auf den Lippen. Und das ist ja auch was wert.

Noch mehr Comedy im Theater am Aegi: Am 3. November gastiert dort Badesalz. Beginn: 20.00 Uhr.

Von Jan Fischer

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