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Kultur überregional So schön ist das Abschiedsspektakel von Grebe
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15:38 30.10.2016
Von Ronald Meyer-Arlt
Das "Anadigiding"-Projekt feierte Abschied im Schauspielhaus. Quelle: Heusel
Hannover

Der junge Mann trägt ein Kostüm, das mit Knabbersachen beklebt ist. „Na, möchten Sie vielleicht eine Leckerlichkeit“, fragt er eine Dame, die ihm auf der Treppe zum Foyer entgegenkommt. Die schaut den Mann mit den Chipskostüm irritiert an. Dann fragt sie: „Eine Lächerlichkeit?“

Das Schauspiel Hannover hatte zum Abschiedsspektakel eingeladen. „Ende Gelände“ hieß es, Rainald Grebe beendet damit sein „Anadigiding“-Projekt. Drei Spielzeiten lang hat er am Schauspiel Hannover mit verschiedenen Projekte den Übergang von der analogen in die digitale Welt erforscht. Das Theater hat damit Zeitgenossenschaft demonstriert und Neugier. Weil sich irgendetwas Abschließendes zu dem Zeitenwandel, in dem wir uns befinden, ohnehin nicht sagen lässt, sind Kleinigkeiten, Schnipsel und „Leckerlichkeiten“ vielleicht das Beste, was das Theater zu diesem Thema beisteuern kann.

Am Wochenende boten das Schauspielhaus mit Probenbühne und Foyer, sowie die Cumberlandsche Galerie viele Spielorte für einen bunten Abschiedstrubel. Allein: So viel Trubel war gar nicht, am Sonnabend war das Besucherinteresse recht überschaubar. Das hatte auch sein Gutes: Es gab keine Schlangen bei den Vorträgen und szenischen Miniaturen, und jeder hatte Gelegenheit, etwas vom köstlichen Reh zu probieren, das ein paar in Fellen gekleidete Grillfreunde im Hof über offenem Feuer zubereiteten. Das Alte und Analoge – Grillfleisch, ein Kaffeekränzchen, ein Mittelwellenempfänger – wurde gefeiert beim Abschlussfest. So war durchaus eine merkwürdige nostalgische Wehmut zu spüren. Manchmal schien es, als würde sie auch der Kunstform Theater gelten.

Manche Dinge sind so grausam, dass es kaum möglich ist, diese Wirklichkeit abzubilden. Weil die Autorin Olga Martynova aber das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte anfassen wollte, ohne sie konkret abbilden zu müssen, bedient sie sich in ihrem neuen Roman „Der Engelherd“ (Fischer-Verlag. 368 Seiten, 23 Euro) der Fantastik: der Engel.

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