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Kultur überregional Sonnabend erscheint das neue Harry-Potter-Buch
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02:15 25.09.2016
Frisch gedruckt - und bereit zum Versand: „Harry Potter und das verwunschene Kind“. Foto: dpa Quelle: Martin Schutt
Hannover

Harry Potters magische Kräfte hätten sich die Muggel beim Hamburger Carlsen Verlag in den vergangenen Monaten gewünscht. Die deutsche Übersetzung des Theaterskripts „Harry Potter and the Cursed Child“ knapp acht Wochen nach dem englischen Original auf den Markt zu bringen, sei doch recht sportlich gewesen, sagt Verlagschefin Renate Herre.

Am 30. Juli hatte die Fortsetzung der Abenteuer rund um Joanne K. Rowlings berühmten Zauberschüler in London Bühnenpremiere, am Tag darauf erschien das englischsprachige Buch zum Stück und stürmte auch in Deutschland die Bestsellerlisten. Mit einer Startauflage von 800.000 Exemplaren kommt nun am Sonnabend die deutsche Übersetzung „Harry Potter und das verwunschene Kind“ in den Handel.

„Es war schon eine extreme Herausforderung“, sagt die Carlsen-Chefin, „vor allem für die beiden Übersetzer“. Klaus Fritz, der schon alle sieben „Harry-Potter“-Romane ins Deutsche übertragen hat und dem Fans Wortschöpfungen wie den „Schnatz“ zu verdanken haben, und seine Kollegin hätten genau drei Wochen Zeit gehabt, um die 336 Seiten zu übersetzen. „Da es ja das Buch zu einem Bühnenstück ist, mussten wir auch bis zum Schluss warten“, sagt Herre. „Natürlich wären wir am liebsten mit der deutschsprachigen Ausgabe zeitgleich zur englischen erschienen, aber das hätte bedeutet, dass wir eine vorläufige Probenfassung des Skripts bekommen - und es wurde tatsächlich bis kurz vor der Premiere an den Texten gearbeitet.“

Dass viele Potter-Fans nicht bis zum Erscheinen des langersehnten Nachschubs auf Deutsch warten wollten und sich lieber schon mit der Originalversion aufs berühmte Gleis 9 3/4 begaben, helfe letztlich auch der deutschen Ausgabe, sagt die Carlsen-Chefin. „Das große Interesse am englischen Buch macht noch stärker auf das deutsche aufmerksam.“ Bestes Beispiel für sie sei der siebte und letzte „Harry-Potter“-Roman, der 2007 erschienen war: „Von ‚Harry Potter und die Heiligtümer des Todes‘ sind fast eine Million englischsprachige Exemplare im deutschsprachigen Raum verkauft worden und noch einmal dreieinhalb Millionen von der deutschen Ausgabe, die einige Monate später erschien.“

Seit 2012 leitet Herre den Carlsen Verlag - davor war sie bei Verlagen, die zu denen gehörten, die den ersten „Harry Potter“-Band abgelehnt hatten. „So etwas passiert eben“, sagt Herre. „Verlegen hat auch ganz viel mit Mut zu tun, mit persönlicher Einschätzung. Und es gehört auch eine gute Dosis Glück dazu.“ Dass sie nun doch noch einen „Harry Potter“ herausbringen kann, freue sie besonders. Nie hatte Rowling eine Fortsetzung schreiben wollen - „und ich glaube, noch nie hat jemand so viele Menschen glücklich gemacht, indem er sich nicht an sein Wort gehalten hat“, sagt Herre. Auch wenn das Projekt bei ihr selbst zunächst viele Fragen aufgeworfen habe. „Ein Theaterstück - das fand ich schon mutig. Aber wie gut lässt sich das als Buch lesen, wenn die Beschreibung der Atmosphäre - eine von Rowlings Stärken - fehlt?“

Ihr Urteil fällt nach der Lektüre so positiv aus wie das der Theaterkritiker nach der Premiere. „Es steht den Romanen in nichts nach“, sagt die Verlagschefin über das Buch. Gemischter sind da schon die Leserkritiken beim Internethändler Amazon - sie reichen von „Große Liebe“ und „meeeehr“ bis „enttäuschend“ und „hätte ich das mal gelassen“.

Harry Potters Kosmos ist derweil um drei neue E-Books, die nicht in gedruckter Form erscheinen sollen, gewachsen. Und wird schon in zwei Monaten noch größer, wenn mit „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ die Verfilmung eines Lehrbuchs aus den Potter-Romanen ins Kino kommt.

Von Dorit Koch

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