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Kultur überregional The Yellowjackets spielen im Jazz-Club
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00:16 22.10.2016
The Yellowjackets bei Konzert im Jazz-Club Hannover. Quelle: Villegas
Hannover

Nicht Russell Ferrante, der dienstälteste der Yellowjackets, darf die Songs beim Konzert im Jazz-Club ansagen, sondern Bob Mintzer. Der ist erst neun Jahre nach Ferrante dem Fusion-Jazz-Verbund beigetreten. Eine Nebensächlichkeit, die aber gut den Charakter der mit zwei Grammys dekorierten Weltklasse-Band verdeutlicht. Fusion gilt als Genre, in dem sich Virtuosen austoben dürfen, in dem das Ego sich in langen Soli verwirklichen darf. Bei den zur Speerspitze der Fusionisten zählenden Gelbjacken ist das alles ein wenig anders.

Stimmige Zusammenhänge und ausgereifte Arrangements statt instrumentaltechnischer Pyrotechnik: Die Yellowjackets setzen ihr Motto an diesem Abend im ausverkauften Jazz-Club mit großer Finesse um. Und weil die Chemie stimmt, gewähren die alten Recken der seit 35 Jahren aktiven Band dem jüngsten und erst vor Kurzem zur Band gestoßenem Bandmitglied Dane Alderson am Bass den größten Freiraum. Unbegleitet darf er seine Loopstation mit repetierenden Rhythmusmustern füttern. Und darüber eine rasante Folge von Sechzehntel- und Achtelnoten abfeuern, die wie eine Rakete durch die Rhythmusschleifen rasen. Ein wenig Angebertum, was alles auf einem sechsaitigen Bass möglich ist, sei erlaubt.

Zusammen spielt das Quartett die zumeist aus Ferrantes Feder stammenden Kompositionen ohne Firlefanz und angenehm aufs Wesentliche konzentriert. Der synthetische Pop-Jazz-Sound der Achtziger ist Vergangenheit. Es swingt mehr, als dass es rockt. Schlagzeuger Will Kennedy ist dabei wie in dem Song „For Elvin” die Antriebsfeder, Keyboarder Ferrante der große Lenker und Saxofonist Mintzer garniert die eingängigen Songs mit flüssigen, edel phrasierten Tonfolgen.  

Von Bernd Schwope

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