Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Kultur „Simpel“ – Irgendwo im Norden
Nachrichten Kultur „Simpel“ – Irgendwo im Norden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 08.11.2017
Vom Glück, einen Bruder zu haben: Der geistig behinderte Barnabas (David Kross), den alle Simpel nennen, liebt den Fahrtwindauf dem Moped seines Bruders Ben (Frederick Lau). Quelle: Universum
Anzeige
Hannover

Da schlurft Barnabas alias Simpel (David Kross) in Unterhose mit einer Papierkrone auf dem Kopf durchs Watt. Zieht seinen Stoffhasen in einer Zinkwanne hinter sich her, so als wäre er eine lebendig gewordene Figur des Kinderbuchschreibers Janosch. Nicht ganz ungefährlich: Sein Bruder Ben (Frederick Lau), rettet ihn vor der Flut, dann tanzen sie ein bisschen wie Anthony Quinn und Alan Bates in „Alexis Sorbas“. Und werfen sich lachend rücklings in den Schlickn. Vollendetes Glück, dass es nicht gäbe ohne Simpels Behinderung und Bens großes Herz.

Eine bittersüße Reise zum Ernst des Lebens

Dann stirbt die Mutter, Simpel soll ins Heim, Ben entführt ihn, um den problemflüchtigen, kalten Vater (Devid Striesow) in Hamburg in die Verantwortung zu nehmen. Klar, dass eine Odyssee daraus wird, die alte, bittersüße Reise zum Ernst des Lebens.

„Simpel“ ist witzig, traurig, zart und randvoll mit Abenteuern - ein Lehrgang zum Herzen, den Regisseur Markus Goller dem Zuschauer nie mit Kitsch zustellt. Kross ist großartig als enthusiastischer, unschuldiger Kindmann, Lau nicht minder anrührend als bester Freund, den ein Bruder haben kann. Zwei Typen, die das Kino mit ihrer Geschichte der Inklusion durch Liebe bereichern, wie es damals Arnie (Leonardo Di Caprio) und Gilbert Grape (JohnnyDepp) taten, irgendwo in Iowa.

Mehr Kino gibt es hier

Gefragte Nachwuchsschauspielerin: Emilia Schüle im Videointerview zu „Es war einmal Indianerland“

Weitere Videos von „Spätvorstellung - Das Kinomagazin“

Von Matthias Halbig / RND

Mit der Universal-Bibliothek von Reclam lernen viele Schüler die Klassiker kennen. Es ist die älteste noch existierende deutschsprachige Taschenbuchreihe. Am 10. November 1867 erschien der erste Band.

08.11.2017

Manche Fortsetzung ist unausweichlich: Die Komödie „Bad Moms 2“ (Kinostart am 9. November) ist ein Sequel, das niemand wirklich braucht. Wenn man mal von der wunderbaren Susan Sarandon absieht.

08.11.2017

Comeback mit opulentem Schnauzbart: Hercule Poirot lässt sich durch nichts aus der Bahn werfen, schon gar nicht durch einen „Mord im Orient-Express“ (Kinostart am 8. November). Kenneth Branagh inszeniert sich selbst als Agatha Christies ziemlich abgefahrenen und selbstverliebten Detektiv. Für die vielen anderen Darsteller bleibt da kaum Raum.

07.11.2017
Anzeige