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Kultur „Alternativ und experimentierfreudig“
Nachrichten Kultur „Alternativ und experimentierfreudig“
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07:57 19.12.2014
In geballter Form wird es Filme abseits des Mainstream am letzten Wochenende des Jahres bei „Kino Climates“ geben, dem Treffen unabhängiger deutscher Kinos im Kino im Sprengel. Quelle: Symbilbild dpa
Hannover

Spaß in Hannover - den kann man am dunkelsten Tag des Jahres mit „Hannover Fun“ finden - in Erinnerung an „Hannover Fun Fun Fun“. Reminiszenzen an dieses Punk-Festival im März 1980 im Jugendzentrum Glocksee bietet „Die Zukunft hat keinen Namen“. Zu sehen ist dieser Film mit Auftritten von Bands wie Abwärts, Hans-A-Plast, Fehlfarben oder DAF im Kino im Sprengel am 21. Dezember. Das ist traditionell der bundesweite Tag des Kurzfilms, zu dem im Kino im Sprengel unter dem Motto „Punk before Xmas“ außerdem der dänische Film „Totem“ über die No-Future-Generation gezeigt wird. „Totem“-Regisseur Claus Bohm will ausdrücklich jenen eine Stimme geben, „denen es schwerfällt, sich in Worten auszudrücken“.

Das passt zum Anspruch der Kinobetreiber. Sie wollen zeigen, was unterdrückt, randständig und ohne starke Lobby ist. „Alternativ und experimentierfreudig“ nennt das Kulturbüro Hannover das Kino, das für sein Programm soeben zum fünften Mal den Preis des Kinematheksverbundes sowie 15-mal den Nordmedia-Jahresfilmprogrammpreis bekommen hat. Im 27. Jahr seines Bestehens soll es erstmals auch eine institutionelle Förderung der Stadt Hannover erhalten. „Wir wollen Filme abseits des Mainstreams zeigen, Kunstwerke, die jenseits regulärer Filmproduktion entstanden sind und keinen Filmverleih haben“, sagt Peter Hoffmann vom Kino im Sprengel.

In geballter Form wird es solche Filme am letzten Wochenende des Jahres bei „Kino Climates“ geben, dem Treffen unabhängiger deutscher Kinos im Kino im Sprengel. Zehn Kinos zeigen dabei jeweils einen Schatz aus ihrem Filmarchiv. Da gibt es ältere Raritäten aus den USA und Hongkong, aus Ungarn, Großbritannien und Deutschland. Den einzigen neuen Beitrag zu dem Festival liefert der Gastgeber: „Le Mariage avec soi-même“ des in Brüssel lebenden Frankovietnamesen Matthieu Ha, der seinen Film live auf dem Akkordeon begleitet. Dass alle anderen Filme aus den siebziger oder achtziger Jahren stammen, ist in den Augen von Peter Hoffmann kein Zufall. „Damals war der Blick auf die Wirklichkeit noch kritischer und genauer.“

Hat also heute diese Filmqualität keine Zukunft mehr? Dann waren, frei nach Karl Valentin, früher die No-Future-Visionen der Zukunft auch besser.

„Punk before Xmas“ am nächsten Sonntag um 20.30 Uhr. „Kino-Climates-Kongress“ vom 27. bis 29. Dezember. Start am 27. Dezember um 20 Uhr mit „Le Mariage avec soi-même“. Kino im Sprengel, Nordstadt, Klaus-Müller-Kilian-Weg 1, Details: www.kino-im-sprengel.de.

Von Daniel A. Schacht

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