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22:30 17.05.2017
Patchworkfamilie: William (Billy Crudup. v. l.), Julie (Elle Fanning), Dorothea Fields (Annette Bening), Abbie (Greta Gerwig), Jamie (Lucas Jade Zumann). Quelle: Foto: Splendid
Hannover

Das klingt doch mal nach einem vernünftigen Plan: Ihr Teenagersohn Jamie (Lucas Jade Zumann) solle zu einem „guten Mann“ erzogen werden, kündigt Dorothea (Annette Bening) am Küchentisch entschieden an. Leider hat die Mutter in ihrem Heim im sonnigen Santa Barbara aber keinen männlichen Erziehungsberechtigten zur Hand, auch Jamies Vater ist irgendwie abhandengekommen. Und nun befürchtet sie, den Zugang zu ihrem geliebten Jamie zu verlieren.

Schraubenzieher als Fluchtmittel

Der einzige Mann im Haus ist der ewig an irgendwelchen Zimmerdecken oder Autos herumklopfende und herumschraubende Handwerker-Hippie William (Billy Crudup), und der ist schon aufgrund seines Hangs zur Schweigsamkeit wenig für den Job geeignet. Sagt er doch mal was in Erziehungsdingen, dann klingt das ungefähr so: „Jamie, versuch immer, Sex mit der ganzen Frau zu haben, nicht nur mit der Vagina.“

Also sucht sich Dorothea weibliche Unterstützung. Es stehen zur Verfügung: die rothaarige Untermieter-Punkfrau Abbie (Greta Gerwig) und die befreundete Nachbarin Julie (Elle Fanning), die in ihrer sexuellen Entwicklung einen deutlichen Vorsprung vor dem 15-Jährigen hat. Jamie ist schwer in Julie verknallt, was die Sache nicht unbedingt einfacher macht.

Ein feministisch erzogener junger Mann

Noch dazu gehen die feministisch bewegten Siebzigerjahre in Mike Mills’ mit feiner (Selbst-)Ironie aufgeladener Komödie gerade zu Ende. Jamie wird also mit ganz anderen Erziehungsschwerpunkten konfrontiert als seine gleichaltrigen Geschlechtsgenossen. Er lernt, das Wort Menstruation auszusprechen, ohne rot zu werden (klingt bei ausgiebiger Wiederholung wie ein Gebet), und er kennt sich bald auch mit Schwangerschaftstests besser aus als Julie (auch wenn er persönlich leider nicht der Grund für den Test ist). Das sind doch mal ganz andere Zugänge zum Leben, als sie ihm seine Mitschüler eröffnen, die mit ihren Mädchengeschichten auf dem Schulhof prahlen. Jamie lernt sogar so zu rauchen, wie ein Mann aus Frauensicht rauchen sollte.

Mutter Dorothea, die Initiatorin dieses frauenbewegten Erziehungsunterfangens, wird zwischendurch ein wenig mulmig, wie ausführlich ihr Sohnemann unter die Fittiche genommen wird. Sie muss sich aber keine Sorgen machen, denn überkandidelt oder abgedreht ist hier niemand wirklich – egal, ob es auf den ersten Blick so aussieht. Hier gibt jeder sein Bestes. Sowieso scheint Jamie die ausgeglichenste Person in diesem Haushalt zu sein, wie wir nach und nach in Rückblenden über alle Beteiligten erfahren.

Aufrichtiger Rückblick

Der Regisseur liefert das einfühlsame Porträt einer Patchworkfamilie, das er liebevoll mit Zeitkolorit auflädt. Talking Heads oder lieber Punk: Das ist hier die Frage. Der 1966 in Kalifornien geborene Mills schrieb auch das Drehbuch, und wie schon in seinem viel gepriesenen Werk „Beginners“ (2010) über das späte Coming-out seines Vaters hat er wohl auch hier autobiografische Bezüge eingewoben. Dieser persönliche Ansatz lässt diesen sanften Rückblick umso aufrichtiger und sympathischer erscheinen. „Jahrhundertfrauen“ ist ein Film, bei dem es genauso Frauen wie Männern warm ums Herz werden dürfte.

Von Stefan Stosch / RND

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