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Nachrichten Medien AfD-Politikerin will Buch über AfD stoppen
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12:46 21.03.2017
AfD-Politikerin Beatrix von Storch will Buch von „Spiegel“-Autorin Melanie Amann verbieten lassen. Quelle: Dpa
München

Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch will ein kritisches Buch über ihre Partei stoppen lassen. Von Storch habe den Droemer Verlag abmahnen lassen, der Verkauf des Titels „Angst für Deutschland“ von Melanie Amann solle gestoppt werden, teilte die Verlagsgruppe Droemer Knaur am Dienstag in München mit. Man werde mit allen rechtlichen Mitteln gegen diesen Versuch vorgehen, kündigte Verleger Hans-Peter Übleis an.

Derzeit ist das am 1. März erschienene Buch mit dem Untertitel „Die Wahrheit über die AfD: wo sie herkommt, wer sie führt, wohin sie steuert“ weiter erhältlich.

Daran stört sich die Politikerin

Streitpunkt ist laut Droemer Knaur folgende Textstelle: „Von Storch hat für kritische Journalisten, politische Gegner oder Tortenwerfer nur ein spöttisches Lächeln übrig. Sie findet sie so amüsant wie die wild durcheinanderkrabbelnden Kellerasseln unter einem umgedrehten Stein. Wird es doch einmal eng für sie, wie im Streit um den Schießbefehl auf Frauen mit Kindern an der Grenze, dann ist sie eben 'mit der Maus abgerutscht'. Sie hält sich nur an die Regeln, die gerade passen. Die anderen werden notfalls passend gemacht.“

Das Zitat „mit der Maus abgerutscht“ stammt aus der Debatte um einen Schießbefehl gegen Flüchtlinge von Anfang 2016. Zunächst hatte AfD-Chefin Frauke Petry vorgeschlagen, an der Grenze „notfalls“ auf Flüchtlinge schießen zu lassen. Von Storch antwortete später auf Facebook auf die Frage eines Nutzers, ob etwa der Grenzübertritt von Frauen und Kindern mit Waffengewalt verhindert werden solle, mit „Ja“.

Von Storch: Kein Kommentar

„Storch hatte sich damals laut Parteifreunden intern gerechtfertigt, sie sei bei einem Statement auf Facebook 'mit der Maus abgerutscht' - eine Aussage, die bereits Anfang 2016 vom Spiegel veröffentlicht wurde und über die die Medien breit berichtet haben. Die AfD-Politikerin will dies so nie gesagt haben“, teilte Droemer Knaur nun weiter mit.

Die Autorin des Buches, „Spiegel“-Redakteurin Melanie Amann, sei „eine exzellente Journalistin“, urteilte Verleger Übleis. „Der Vorwurf, unwahre Tatsachen zu behaupten, ist haltlos.“

Von Storch ist stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD, Landesvorsitzende der AfD Berlin und Abgeordnete des Europaparlaments. Am Dienstag war sie in ihrem Büro in Brüssel. Sie wolle die Angelegenheit nicht weiter kommentieren, hieß es auf epd-Anfrage von einem Mitarbeiter.

Von epd/RND/zys