Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Medien Mein „Freund“ der Lehrer
Nachrichten Medien Mein „Freund“ der Lehrer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:19 23.10.2013
Willst du mit mir befreundet sein? Im Zweifelsfall fahren Lehrer mit professioneller Distanz zu ihren Schülern am besten. Quelle: dpa
Anzeige

Rheinland-Pfalz verbietet Pädagogen nun als erstes Bundesland, eine Freundschaftsanfrage zu bestätigen. Das niedersächsische Kultusministerium hat sich gegen ein solches Verbot ausgesprochen und setzt stattdessen „auf einen eigenverantwortlichen und verantwortungsbewussten Umgang durch Lehrkräfte und Schulleitungen“. Aber wie kann das in der Praxis aussehen? Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Diskussion:

Lehrer müssen sich mit immer neuen Erziehungsaufgaben auseinandersetzen – unter anderem auch mit Social Media. Ist eine Facebook-Freundschaft zwischen Pädagogen und Schülern in diesem Zusammenhang überhaupt sinnvoll?
„Man kann einem Lehrer nicht verbieten, privat zu kommunizieren. Ich halte einen solchen Kontakt aber für sehr schwierig“, sagt der Direktor des Landesmedienzentrums in Stuttgart, Wolfgang Kraft. Als Facebook-Freund eines Schülers gerät ein Lehrer schnell in eine heikle Situation, die pauschal, also über ein generelles Kontaktverbot gar nicht zu regeln ist. Dennoch: Schulische und private Anliegen müssten strikt und streng getrennt werden, meint Kraft. Cord Santelmann, Medienreferent im Philologenverband Baden-Württemberg, gibt außerdem zu bedenken: „Facebook ist eine Freundschaftsplattform. Aber Lehrer und Schüler sind schon vom Grundsatz her keine Freunde.“

Was soll ein Lehrer machen, wenn ihm ein Schüler die Freundschaft anbietet?
Die Pädagogen sollten in solchen Fällen mit ihren Schülern reden. „Wenn ich eine Freundschaftsanfrage eines Schülers bekomme oder Zweifel habe, ob ein per
Facebook formuliertes Anliegen schon ins Schulische hineinreicht, dann rate ich grundsätzlich zu einem persönlichen Gespräch“, sagt Kraft. Experten warnen zudem vor zu viel Offenheit der Pädagogen: Ein Lehrer kann nicht immer einschätzen, was ein Schüler im Netz mit den ihm anvertrauten Daten macht – das kann bis hin zu Cybermobbing führen, was dann wiederum die Zusammenarbeit zwischen Schülern und Lehrern im Unterricht belastet.

Ist es für Lehrer überhaupt sinnvoll, sich in Netzwerken anzumelden?
Lehrer werden nicht darum herumkommen, sich mit dem Social Web auseinanderzusetzen. Zum einen, weil viele Eltern die Relevanz des Themas noch nicht erkannt haben oder nicht in der Lage sind, die nötige Medienerziehung zu leisten. Zum anderen, weil Lehrende die Lebenswelt ihrer Schüler kennen müssen, wenn sie von ihnen akzeptiert werden wollen. Die Lebenswelt heutiger Jugendlicher ist maßgeblich von sozialen Medien geprägt. Auch die Ergebnisse ihrer Aktivitäten im Internet sind nicht auf das Elternhaus beschränkt, ob nun Wissensvernetzung, gegenseitige Hausaufgabenhilfe, aber auch Übermüdung wegen exzessiver Chats oder Spiele oder Cybermobbing. Sie haben konkrete und direkte Auswirkungen auf Klassenklima und Unterricht.

Wie könnte ein professioneller Umgang von Lehrern mit Freundschaftsanfragen auf Facebook aussehen?
„Zunächst ist es sehr begrüßenswert, dass sich Lehrer für die Lebenswirklichkeit ihrer Schüler interessieren“, sagt Gregory Grund, Medienpädagoge an der Goethe-Universität Frankfurt, der gemeinsam mit der Wirtschaftsjournalistin Barbara Kettl-Römer das bei Cornelsen erschienene Buch „99 Tipps – Social Media“ geschrieben hat. Sein Rat: Lehrer sollten zunächst überlegen, ob sie ein privates und ein berufliches Profil führen oder beide Rollen zusammenbringen wollen. Sie sollten zudem nichts posten, womit nicht auch die Innenstadt plakatiert werden könnte. Insgesamt sollten Lehrer ein gutes Vorbild sein – also keine Bilder oder Informationen posten, mit denen Dritte nicht einverstanden sind. Das gilt beispielsweise für Aufnahmen von der Klassenfahrt – erst wenn die Schüler zugestimmt haben, dürfen Pädagogen Fotos von der gemeinsamen Reise online stellen. „Freundschaftsanfragen sind Vertrauensbeweise. Behandeln Sie daher Anfragen gleich, und schaffen Sie Transparenz, wann Sie Schüler als Freunde annehmen und wann nicht“, sagt Grund. Lehrer selbst sollten selbstverständlich von sich aus keine Kontaktanfragen an Schüler senden.

Worüber reden Lehrer und Schüler überhaupt, wenn sie auf Facebook miteinander kommunizieren?
Belastbare Daten, Erkenntnisse oder Studien dazu gibt es laut Santelmann nicht. „Bevor die Regelungen für Lehrer dazu in Kraft traten, ging es vor allem um Hausaufgaben, Informationen zu Klassenfahrten oder um Unterrichtsmaterialien“, sagt er. Private Probleme oder Anliegen seien nur in Einzelfällen diskutiert worden.

„99 Tipps – Social Media. Praxis-Ratgeber Schule für die Sekundarstufe 1“: Cornelsen, 144 Seiten. 16,50 Euro.

dpa/meme

Die Hannoveranerin Tabea Elkarra und Holger Brokmann aus Garbsen starten bei „The Voice of Germany“ – der HAZ verraten sie ganz unterschiedliche Ansichten über Töne, Tanz und Träume.

Sonja Fröhlich 23.10.2013

Von Großbritannien aus wurde "Wer wird Millionär?" zum Fernsehphänomen - jetzt wird die erfolgreiche Quizshow in ihrem Mutterland eingestellt. Moderator Chris Tarrant (67) hatte angekündigt, nach 15 Jahren bei der Sendung aufhören zu wollen.

23.10.2013
Medien Neues iPad Air vorgestellt - Apple macht sein iPad fit

Apple hat mit dem iPad bislang eine sagenhafte Erfolgsgeschichte geschrieben. 170 Millionen der Tablet-Computer wurden seit 2010 verkauft. Doch bei den Stückzahlen liegt die Konkurrenz inzwischen vorn. Nun macht Apple die iPads fit für die Abwehrschlacht.

05.11.2013
Anzeige