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Medien Doku zu Robin Hood zeigt Popstar in Strumphosen
Nachrichten Medien Doku zu Robin Hood zeigt Popstar in Strumphosen
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13:41 28.07.2017
Errol Flynn als Titelheld in „Robin Hood, König der Vagabunden“ aus dem Jahr 1938. Quelle: arte
Berlin

Spitzes Hütchen, grüne Strumpfhosen und immer ein paar Pfeile im Köcher: Jeder kennt Robin Hood, den kühnen Räuber, der den Reichen nimmt und den Armen gibt. Der edle Bogenschütze aus dem Sherwood Forest ist nicht nur eine der berühmtesten Sagengestalten der Weltliteratur, sondern auch ein englischer Popstar, der die Menschen in aller Welt anspricht. Vor allem in zahlreichen Filmen erleben Robin, Little John, Friar Tuck und die anderen Gefährten seit mehr als hundert Jahren spannende Abenteuer im ewigen Kampf gegen den grundbösen Sheriff von Nottingham – die erste Verfilmung des spätmittelalterlichen Stoffs datiert aus dem Jahr 1912. Es gibt also jede Menge Bildmaterial, auf das der französische Regisseur Jean-Marie Nizan für seine schöne Dokumentation über den kühnen Helden zurückgreifen konnte. Der Kultursender Arte zeigt den sehenswerten Beitrag „Robin Hood – Vom Outlaw zum Popstar“ im Rahmen des Sommerschwerpunkts „Fish ‘n‘ Chips“ über die britische Popkultur am Sonntag um 22.10 Uhr.

Die Dokumentation besticht aber nicht nur mit gut ausgewählten Ausschnitten aus berühmten Robin-Hood-Verfilmungen wie die von 1938, in der Hollywoodstar Errol Flynn in grasgrünen Strumpfhosen eine gute Figur macht, oder die von 2010 mit Russell Crowe als Robin und Cate Blanchett als Lady Marian. Der Beitrag überzeugt auch mit den Interviewpartnern, die Nizan aufgetrieben hat, darunter Literaturwissenschaftler und Filmexperten, die den Mythos Robin Hood erklären, und Regisseure wie Kevin Reynolds, der den mittelalterlichen Stoff 1991 mit Hollywoodstar Kevin Costner in der Hauptrolle verfilmte und von der Faszination berichtet, sich einer Legende wie Robin Hood anzunähern.

In den Gesprächen und Analysen wird deutlich, dass die jeweilige Bearbeitung des Stoffs um den edlen Banditen aus dem Sherwood Forest immer auch den Zeitgeist jener Epoche widerspiegelte, in der sie entstand. Mal stand Robin Hoods Kampf für soziale Gerechtigkeit und Freiheit im Vordergrund, mal sein Widerstand gegen die Obrigkeit, und in so manchem Comic oder Film erscheint der Rebell aus dem Wald auch als eine Art Superheld, der in erster Linie Actionabenteuer zu bestehen hat und mit Pfeil und Bogen wahre Wunderdinge vollbringt – ein Bruder im Geiste von Spider-Man und Co.

Interessant ist auch der starke Einfluss, den die Geschichten um den Rächer der Witwen und Waisen, die in englischen Balladen schon Mitte des 13. Jahrhunderts erzählt werden, auf moderne Mythen wie etwa „Die Tribute von Panem“ haben – so ist die Heldin der weltweit erfolgreichen Trilogie, Katniss Everdeen, mit Pfeil und Bogen mindestens so geschickt wie der mittelalterliche Superheld. Etwas Platz ist in der Dokumentation auch der vielleicht schönsten Robin-Hood-Verfilmung aller Zeiten gewidmet, der berühmten Zeichentrickversion aus dem Hause Walt Disney. In dem US-Film von 1973 spielen am Zeichentricktisch zum Leben erweckte Tiere die Rollen: Robin Hood ist ein schlauer Fuchs, Little John ein gutmütiger Bär und der Sheriff von Nottingham ein grausamer Wolf – das 15 Millionen Dollar teure Werk besticht mit Charme und Witz und ist neben dem „Dschungelbuch“ der vielleicht beste Disney-Zeichentrickfilm, den es je gab.

Von Martin Weber/RND

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