Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Medien Drama Baby! Die BBC-Serie „In the Club“
Nachrichten Medien Drama Baby! Die BBC-Serie „In the Club“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:10 24.08.2017
In anderen Umständen (von links): Jasmin (Taj Atwal), Roanna (Hermione Norris), Kim (Katherine Parkinson), Diane (Jill Halfpenny), Vicky (Christine Bottomley), Rosie (Hannah Midgley), Shelley (Gemma Dobson) und Maxine (Sandra Huggett). Quelle: WDR
Köln

15 Minuten. Ehe er ins Gefängnis wandert, darf der Vater seine neugeborenen Zwillinge für ein paar kostbare Momente im Arm halten. Jahrelang klappte es nicht mit dem Kinderkriegen, die adoptierten Geschwister gehen inzwischen zur Schule. Dann doch noch das Wunder – und zeitgleich die Entlassung und vergebliche Jobsuche, die Richard monatelang vor seiner Frau Diane verheimlichte. Schließlich – die Kreditkarte ist gesperrt, das Auto gepfändet - wird Richard bei einem stümperhaften Banküberfall gefilmt und überführt. Er wollte seinen Kindern eine Pizza spendieren.

Dies ist eins der sechs Schicksale werdender Eltern, das die BBC-Serie „In the Club“ kaleidoskopartig zusammenstellt. Im Geburtsvorbereitungskurs treffen sie aufeinander und helfen sich gegenseitig durch die Zeit, in der sich ihr Leben auf den Kopf stellt. Der Sender One (ehemals Einsfestival) zeigt die Mischung aus dem Familiendramahit „This Is Us“ und der Hebammensaga „Call the Midwife“ seit dieser Woche, auch zu sehen in der Mediathek. Eine Geburt auf dem Parkplatz, eine Überraschung beim Ultraschall, zwei potenzielle Väter und ein Frühchen: Schon in den ersten Folgen der Serie geht es rasant und spannend zu. Nach und nach werden ungeahnte Verbindungen zwischen den Paaren offenbar, eine gelungene Dramaturgie. In Großbritannien gibt es bereits eine zweite Staffel.

Die Serie widmet sich mit Ironie dem alltäglichen Schwangerschaftsirrsinn samt überreiztem Geruchssinn und der Frage, ob man nun dem Rat folgen sollte, viel zu trinken, oder lieber doch nicht, weil der Druck auf die Blase ohnehin schon groß genug ist. Hinter jedem Babybauch verbirgt sich eine eigene Geschichte, und die Schauspieler überzeugen durch die Bahn.

Das einzige Manko ist die Häufung an speziellen Umständen, als wäre Kinderkriegen nicht schon an und für sich ein Abenteuer: Die werdende Mutter Kim ist eigentlich mit einer Frau zusammen, hegt aber auch Gefühle für den biologischen Vater Neil. Die Schülerin Rosie ist minderjährig und sucht ihren Babybauch voller Scham unter weiten Pullovern zu verbergen, ebenso wie die Identität des Vaters. Roanna hat sich von ihrem lieblosen Ex und damit auch dem gemeinsamen lukrativen Unternehmen getrennt und ist mit einem jungen Künstler liiert, der ihr Sohn sein könnte. Die britisch-indische Jasmin hat einen sehr fürsorglichen Mann, doch sie kämpft mit einem Geheimnis. Und dann ist da noch der Bankräuber. Es ist schon eine Kunst, bei derartiger Konfliktballung realitätsnah zu bleiben und nicht in eine Seifenoper abzudriften.

Die Serie wirbt dafür, in dem Mitgliedschaftsclub werdender Eltern einzutreten

Trotz all dieser Probleme wirbt „In the Club“ unterm Strich dafür, eine Mitgliedschaft im Club der (werdenden) Eltern abzuschließen. Das liegt vielleicht daran, dass immer alle so wahnsinnig liebevoll miteinander umgehen und auch völlig Fremde typisch britisch mit „darling“ und „love“ verhätscheln.

Vicky, Krankenschwester und selbst ein Kind erwartend, wird bei ihrer Pflege der anderen Schwangeren zunehmend von Gefühlen überwältigt, professioneller und privater Blick aufs Geschehen mischen sich hier. Kim schreibt einen Babyblog, und dann gibt es da noch die Gespräche der werdenden Väter unter sich („Tu dir einen Gefallen: Stell ihr einfach einen Blankoscheck aus und sag, dass du schuld bist“). Die vielfältigen Perspektiven machen deutlich, wie der „Club“ ganz unterschiedliche Menschen zu Schicksalsgenossinnen macht.

Von Nina May/RND

Wochenlang mussten Krimi-Fans auf den „Tatort“ verzichten – an diesem Sonntag geht es endlich wieder los. Auf welche Highlights Sie sich nach der Sommerpause freuen können, lesen Sie hier.

23.08.2017

Schon seit Wochen erpressen Internet-Kriminelle den US-Sender HBO. Nun gehen die Hacker aufs Ganze: Wenn HBO kein Lösegeld in angeblich zweistelliger Millionenhöhe zahlt, wollen sie das Staffel-Finale der aktuellen siebten „Game of Thrones“-Staffel vorab veröffentlichen.

22.08.2017

Mit Serien über reale Verbrecher, etwa dem kolumbianischen Drogenboss Pablo Escobar, hat Netflix großen Erfolge verzeichnet. Nun will sich der Streamingdienst einem weiteren Massenmörder widmen: Netflix plant einen Film über den norwegischen Terroristen Anders Behring Breivik.

22.08.2017