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08:31 11.12.2014
Von Marina Kormbaki
Richten sich an Karrierefrauen und sind selbst welche: Susann Hoffmann (l.) und Nora Wohlert von „Edition F“. Quelle: Jennifer Fey Photography
Hannover

Der Schuppungsgrad ist in der Welt der Zeitschriftenmacher und -händler eine zentrale Maßeinheit. Er gibt an, wie viele Zentimeter vom Titelblatt erkennbar sind, die im Kiosk­regal überlappend nebeneinandergelegt sind. In keinem Regal ist der Schuppungsgrad stärker umkämpft als bei den Frauenmagazinen, kein Segment birgt mehr Titel. „Alles für die Frau“, „Bild der Frau“, „Echo der Frau“; „Petra“, „Brigitte“, „Jolie“. Und was erstaunlich ist: Da scheint immer noch Platz für mehr zu sein.

Jedenfalls drängen mehrere neue Titel in den Markt und versuchen eine Nische zu besetzen, gedruckt und im Internet.  Zu den neuen Magazinen zählen die Titel „Working Women“, „Make it easy“ und „Edition F“. „Easy“ kommt mit Selfie-Charme daher, „Working Women“ gibt’s als Heft, „Edition F“ nur online – aber was alle drei eint, ist ihr Rollenbild.

"Schlau ist das neue Schön"

Nicht Klatsch und Tratsch stehen im Vordergrund, nicht Diät-, Koch- und Dekotipps. Stattdessen richten sich die Neuen an Frauen, die sich über den Beruf definieren. Davon gibt es viele, schließlich ist keine Generation besser ausgebildet als die jungen Frauen von heute, was sich wiederum im Selbstverständnis der Frauen niederschlägt. Eine Entwicklung, die die Sozialforscherin Jutta Allmendinger auf die Formel bringt: „Schlau ist das neue Schön.“

Der Magazinmarkt greift diesen Rollenwandel auf – im Falle des im Mai ganz ohne Werbung gestarteten Onlinemagazins „Edition F“ mit regem Zuspruch: „Wir haben 55 000 Besucher pro Monat“, sagt Susann Hoffmann, eine der beiden Gründerinnen. „Und viele Frauen, aber auch Männer schreiben uns, dass sie sich so ein Medium schon lange gewünscht haben.“  „Edition F“ ist ein Wirtschaftsmagazin für Frauen. „Business und Lifestyle gehen bei uns Hand in Hand“, sagt Hoffmann. Das nutzerfinanzierte Portal ist in edler Blogoptik gestaltet, es gibt Kooperationen mit dem „Handelsblatt“ und dem „Manager Magazin“, und weil der Community-Gedanke zentraler Teil des Konzepts ist, können auch die Nutzer Beiträge schreiben.

Die Themen auf editionf.com ähneln jenen der jüngst erschienenen Erstausgabe der „Working Women“: Wie verhandele ich um mehr Gehalt? Wie gründe ich ein Unternehmen? Worauf kommt es beim Chefsein sein? Die Produkte muten an wie eine publizistische Begleiterscheinung zur Debatte um die Frauenquote. Als „frauenpolitisch“ will Susann Hoffmann ihr Onlinemagazin allerdings nicht verstanden wissen: „Wir legen Wert auf verschiedene Perspektiven und Meinungsvielfalt“, sagt sie, „aber klar: ,Edition F’ kann Frauen im Beruf auch als Ankerpunkt zur Orientierung in einer männlich dominierten Welt dienen.“

An „junge, gut ausgebildete und überdurchschnittlich verdienende Frauen“ richtet sich „Easy“. Das Magazin gibt Tipps, um Job und Privates unter einen Hut zu bringen. Die erste Ausgabe ist Anfang November erschienen, in einer ambitionierten Auflage von 350 000 Exemplaren.  Man könnte meinen, im Zeitschriftenregal macht sich ein fortschrittlicheres Frauenbild breit – wenn dort nicht auch noch thematisch ziemlich traditionell aufgestellte Neuerscheinungen liegen würden.

Die „Salon“ ist da ein Beispiel: ein opulentes Hochglanzheft für „Gastlichkeit, Tischkultur und Lebensart“. Oder aber die aufwändig gestaltete „flow“, die „keinen Platz für schlechte Nachrichten“ hat und lieber Basteltipps gibt.

Die neuen Nischenmedien sind der Versuch, junge Frauen an das Massenmedium Magazin zu binden. „Früher folgten Frauen der ,Brigitte’, aber die jungen Frauen von heute wollen anders sein“, sagt der Kölner Medienforscher Prof. Andreas Vogel. „Sie stellen Medienmacher vor keine leichte Aufgabe.“

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