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00:15 29.12.2014
Die Kommissare Leitmayr (Udo Wachtveitl, l.) und Batic (Miroslav Nemec) finden Nacktaufnahmen auf dem Computer des 14-jährigen Tim. Quelle: ARD
München

In München an der Isar wird die Leiche des 14-jährigen Tims (Justus Schlingensiepen) gefunden. Der Junge ist aus nächster Nähe mit einer Gaspistole erschossen wurden. Die beiden Kommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) übernehmen die Ermittlungen, die sich jedoch als äußerst schwierig erweisen. So gibt es kein offensichtliches Motiv für diese Tat: Der Junge war recht gut in der Schule. Mit Eltern oder Freunden hatte er auch keine größeren Probleme. Und wenn er nicht seine freie Zeit mit den gleichaltrigen Hanna (Anna Lena Klenke) und Florian (Nino Böhlau) verbrachte, hockte er zuhause vor dem Computer und entwickelte dabei für ihn lukrative Apps für Smartphones – das zumindest glauben seine Eltern.

Bei der Analyse des Computers des Ermordeten machen die Kommissare, die für einen Fernsehkrimi erfrischend kenntnisreich von ihrem jungen Assistenten Kalli (Ferdinand Hofer) unterstützt werden, jedoch eine unglaubliche Entdeckung. Demnach hat Tim eine private Seite im Internet betrieben, wo er gegen Bezahlung freizügige Fotos und Filme von sich verkauft sowie mit Kunden intim gechattet hat. Ob dabei auch die verbotene Schwelle zur Pornografie überschritten wurde, lässt der Film offen. Voyeure kommen zum Glück nicht auf ihre Kosten. Gleichwohl hat die fiktive Geschichte einen bedrückend realen Hintergrund, so ist die „New York Times“ bereits 2005 bei Recherchen allein in den USA auf etwa 600 vergleichbare Netzseiten gestoßen.

Wie die weiteren polizeilichen Untersuchungen ergeben, haben auch Tims Freunde, Hanna und Florian, auf ganz ähnliche Weise Geschäfte im Internet gemacht, ohne dass ihre Eltern auch nur irgendetwas davon geahnt haben. Bald gibt es sogar einen ersten Verdächtigen: den Familienvater und Sportlehrer Guido Buchholtz (Maxim Mehmet), der regelmäßig mit Tim gechattet und sich am Tag der Tat mit ihm an der Isar verabredet hat. Jeder geübte „Tatort“-Zuschauer weiß in diesem Moment, dass jemand, der gleich am Anfang so offensichtlich verdächtig ist, auf keinen Fall der Täter sein wird. Alles andere wäre eine Überraschung, und die bleibt einem ja in der Regel am Sonntagabend in der ARD erspart.

Doch nicht nur wegen dieser holzschnittartigen Dramaturgie hinterlässt „Das verkaufte Lächeln“ einen zwiespältigen Eindruck. Regisseur Andreas Senn und seinem Drehbuchautor Holger Joos gelingt es einfach nicht, einen interessanten Fall auch entsprechend spannend zu erzählen. Zu routiniert wird die Ermittlungsarbeit abgespult. Selbst abgedroschene Klischees bleiben dem Zuschauer nicht erspart.

Ohne Witz – aber sehr pädagogisch

Witzige oder gar ironische Szenen sind dagegen rar gesät. Dafür geht es manchmal doch arg pädagogisch zu, was jedem Krimi gnadenlos den Garaus macht. Selbst die Auflösung der Geschichte am Ende ist nicht gerade eine kriminalistische Offenbarung.

Diese unübersehbaren Schwächen sind besonders schade, weil dieser „Tatort“ reichlich kontroversen Diskussionsstoff liefert. So wirft er beispielsweise die Fragen auf, wie man Kinder und Heranwachsende schützt, wenn sie sich gar nicht schützen lassen wollen? Können 14-Jährige, die wie hier äußerst aufgeweckt und clever erscheinen, tatsächlich schon die möglichen Folgen ihres Handelns einschätzen? Sind sie im schlimmsten Fall nicht nur Opfer irgendwelcher Männer mit pädophilen Neigungen, sondern eben auch Opfer ihrer Eltern, die sich nicht ausreichend um sie kümmern können? Und hat nicht auch eine Welt Schuld, in der Jugendliche nur bestehen können, wenn sie stets den neusten Schnickschnack besitzen und die richtigen Klamotten tragen?

So bleibt am Ende leider nur eins: Vorhang zu und alle Fragen offen.

Von Ernst Corinth

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