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Medien „Eine doppelte Verantwortung“
Nachrichten Medien „Eine doppelte Verantwortung“
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09:00 08.12.2014
Schauspieler Axel Prahl: „Bei der Doppelrolle hatte ich natürlich die doppelte Verantwortung. Und es war ein gigantischer technischer Apparat, der da bewegt werden musste.“ Quelle: Maurizio Gambarini/dpa

Zur Person

Seit 2002 gibt Axel Prahl den mürrischen „Tatort“-Kommissar Frank Thiel aus Münster. Der 54-jährige Prahl ist auch begeisterter Musiker und veröffentlichte 2011 sein erstes Album.

Herr Prahl, in Ihrem neuen Film spielen Sie in einer Doppelrolle zwei unterschiedliche Zwillingsbrüder – der eine ist ein abgebrannter Taxifahrer, der andere ein erfolgreicher Politiker. Sind Sie und Ihr Bruder auch so unterschiedlich?
Mein Bruder Udo lebt in Österreich, er ist dort Handelsvertreter für Schreibwaren. Wir haben zwar unterschiedliche Lebenswege eingeschlagen, aber etwas Verbindendes gibt es schon: Wir sind beide immer viel unterwegs und gehören sozusagen zum fahrenden Volk. Er ist anderthalb Jahre älter als ich, das ist zwar nicht viel, aber trotzdem gab es zwischen uns den üblichen Geschwisterzoff, weil er dies und jenes schon durfte und ich als der Jüngere noch nicht. Aber mittlerweile verstehen wir uns bestens.

Würden Sie auch gerne mal mit Ihrem Bruder oder jemand anderem die Rollen tauschen?
Offen gestanden nein. Ich bin sehr glücklich über meinen Beruf und lobpreise Gott täglich dafür, dass ich das tun darf, was mir Spaß macht, ich fühle mich sehr privilegiert. Die Vorstellung, tagtäglich in ein Büro gehen zu müssen, dauernd auf die Uhr zu schauen und die Zeit vergeht nicht, finde ich schlimm. In dieser Situation hätte ich dann schon gerne einen Zwillingsbruder, der mich jeden zweiten Tag ablöst. 

War die Herausforderung, eine Doppelrolle zu spielen, mal eine schöne Abwechslung zum Münster-„Tatort“? Die Rolle als Kommissar Thiel beherrschen Sie mittlerweile ja sicherlich aus dem Effeff …
Also, wenn Sie sagen, dass ich den „Tatort“ aus dem Ärmel schüttle, dann stimmt das so nicht. Ich habe jedes Mal die Sorge um das Produkt, will ausloten, was man noch besser machen könnte, und wenn ich den fertigen Film sehe, denke ich oft: Das hätte ich lieber weggelassen und da hätte ich lieber mehr geradeaus gespielt. Bei der Doppelrolle hatte ich natürlich die doppelte Verantwortung. Und es war ein gigantischer technischer Apparat, der da bewegt werden musste.

Wie läuft so was denn ab?    
Erst turnt man die Rolle mit einem Sparringspartner durch. Der wird später rausgeschnitten, dann wird das Ganze noch mal gedreht, mit mir im anderen Kostüm – das war schon verwirrend. Es wurde viel mit dem sogenannten Greenscreen gearbeitet und mit einer Spezialkamera, bei der sich der Computer exakt den Ablauf einer Kamerafahrt merkt. Das war knifflig, aber auch mal eine Abwechslung und eine Herausforderung.

Und wie ist es, wenn man sich als Hauptdarsteller hinterher den fertigen Film anschaut und sich gleich im Doppelpack erlebt?
Es ist schon befremdlich, vor allem bei einer bestimmten Szene. Da sitzt der Politikerbruder vor einem dreiteiligen Spiegel, und als sein Zwillingsbruder hinten auftaucht, sieht man sechsmal im Spiegel Axel Prahl. Das ist etwas overkillmäßig, aber kameratechnisch genial.

Wenn Sie gerade nicht vor der Kamera stehen, sind Sie mit Ihren Songs auf Konzerttournee. Hat Sie der Erfolg Ihres ersten eigenen Albums überrascht?
Es war zumindest nicht so geplant. Ich habe mir mit dem Album einen Jugendtraum erfüllt, und dass das auf so fruchtbaren Boden fällt, darüber bin ich glücklich. Mittlerweile kommen die Leute nicht nur, um zu gucken, ob der „Fernsehkasper“ wirklich singen kann, erfreulicherweise gibt es sogar schon Leute, die meine Texte beherrschen. 

Worüber freuen Sie sich mehr: Über den Erfolg Ihrer Musik oder über die Quoten Ihres „Tatorts“?
Die Musik ist ein sehr spezielles und eigenes Baby, da hängt mein Herz schon sehr daran. Es geht auf jeden Fall mit einem neuen Album weiter, ich muss mir nur irgendwie die Zeit freischaufeln. 

Ihre Fans werden sagen: Hauptsache, der „Tatort“ ist gesichert.
Das ist er auch auf jeden Fall. 

War nicht auch mal von einem Kinofilm zum Münster-„Tatort“ die Rede?
Es ist der Herzenswunsch von Jan Josef Liefers und mir, uns irgendwann mit einem Kinofilm zu verabschieden. Wir wollen das ja nicht ewig machen – irgendwann muss man mal einen Schlusspunkt setzen. Aber vorerst wollen wir noch ein bisschen weitermachen. Wir haben immer noch sehr viel Spaß, es ist jedes Mal wie ein Familientreffen.

„Die Lichtenbergs“ / ZDF mit Axel Prahl und Armin Rhode heute, 20:15 Uhr.

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