Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Medien Eiszeit im Asylkonflikt
Nachrichten Medien Eiszeit im Asylkonflikt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:32 05.12.2014
Hannover

Und wie soll es jetzt weitergehen? Die Forderungen der Sudanesen sind klar - und von den Gesprächspartnern klar unerfüllbar. Der Diskurs ist zu einem Monolog verkommen, er wird zum Krampf - daran ändern weder die Freundlichkeit der Protestierenden etwas, noch die Tatsache, dass man ihre Forderungen von Herzen nachvollziehen kann. Wer die Demonstranten davor schützen will, dass sie dauerhaft auf dem Platz bleiben, der muss sich jetzt um einen Mediator bemühen. Einen Schlichter, der auch von den Flüchtlingen als Instanz anerkannt wird und Verhandlungen führen kann. Denn auf Jahre hinweg ist das Camp in der Innenstadt keine Lösung.

Man muss noch mal klarstellen: Es sind keine Chaoten, die da auf dem Platz zwischen Pavillon und der Fußgängerzone Lister Meile protestieren. Keine Heiopeis, die nur Lust auf ein gruppendynamisches Widerstandsevent haben. Es sind Menschen, die aus ihrer Heimat vor Verfolgung und Bedrohung geflohen sind. Die ihre Freunde und Familien zurückgelassen haben, weil sie um die Unversehrtheit ihres Lebens fürchten. Sie sind in den kalten Norden Deutschlands gespült worden und sehen sich hier konfrontiert mit einer Asylgesetzgebung, an der auch mancher Deutsche verzweifeln mag. Sie protestieren gewaltfrei und mit Diskussionsveranstaltungen gegen bürokratische Hürden und eine aus ihrer Sicht willkürliche Auswahl von Flüchtlingen, versuchen, öffentlich auf Missstände hinzuweisen. Ist es nicht das, was wir immer von Menschen erwarten, die zu uns kommen: dass sie sich integrieren, indem sie unser System mitgestalten wollen?

Einfluss auf die Asylgesetzgebung der Berliner Mehrheit

Zu einem gelungenen Diskurs allerdings gehört, dass beide Seiten ein erreichbares Ziel vor Augen haben. Wer an sein Gegenüber unerfüllbare Forderungen stellt, muss sich nicht wundern, wenn der Gesprächsfaden abreißt. Weder Hannovers Kommunalpolitiker noch die Landespolitiker aus dem Leineschloss haben realistisch Einfluss auf die Asylgesetzgebung der Berliner Mehrheit. Weder die Rathaus- noch die Landtagsverwaltung können ernsthaft mehr tun, als das Anliegen der Flüchtlinge weiterzugeben und zu versuchen, die Missstände abzustellen.

Der diskursive Karren aber steckt jetzt fest - vor allem, weil die Flüchtlinge immer stärkere verbale Geschütze auffahren und sich regelrecht in einer Wagenburg einigeln. Den Behörden, die ihnen untersagt haben, das Camp winterfest zu machen, werfen sie Diskriminierung und Unmenschlichkeit vor. Es stimmt ja: Das Kalkül, dass den Protestierenden einfach irgendwann zu kalt wird, mag eine Rolle gespielt haben, vor allem aber müssen die Behörden die Rechtsstaatlichkeit im Auge behalten. Von Staats wegen müssen sie darauf achten, dass aus der legalen provisorischen Protesteinrichtung nicht am Ende ein illegales Wohndorf in der Innenstadt entsteht, das keinerlei baurechtlichen Anforderungen genügt. Wenn sie genehmigen, dass die Zelte gedämmt und demnächst vielleicht auch Öfen installiert werden, nehmen sie die Langfristigkeit des Camps in Kauf - das aber darf der Staat nicht akzeptieren.

Schlichter am Weißekreuzplatz

Was macht man, wenn eine Gesprächssituation verfahren ist, man aber bei beiden Seiten den Willen zur Lösung voraussetzen muss? In jeder Ehe, an jedem Arbeitsplatz und in jedem Staatenkonflikt versucht man, einen unabhängigen Dritten zu finden, der den Konflikt moderiert und dem beide Seiten zutrauen, faire Lösungen zu entwickeln. Die Zeit ist reif für einen Schlichter am Weißekreuzplatz - und den Sudanesen gegenüber ist es nur fair, wenn die Stadt jetzt eine Person vorschlägt. An die Vorschläge des Schlichters allerdings - das ist wichtig für die Logik des Verfahrens - müssen sich dann auch beide Seiten halten. Wenn dieser Weg einen Erfolg zeigt, könnte das hannoversche Modell ein Rezept für ähnliche Konflikte in anderen Städten sein.

Medien Charlotte Lindholm ermittelt - Ein Hannover-„Tatort“ ohne Hannover

Zwei Jahre hat sich Maria Furtwängler, die einen Vertrag für drei weitere Fälle unterschrieben hat, für ihren neuen Charlotte-Lindholm-„Tatort“ Zeit gelassen. Mit „Der sanfte Tod“ kehrt sie ins Erste zurück. Unser TV-Kritiker Imre Grimm hat sich den Film angeschaut.

Imre Grimm 08.12.2014
Medien Alte Nummer wieder vergeben - Fremde WhatsApp-Nachrichten auf dem Handy

Werden alte Mobilfunk-Nummern wieder neu vergeben, kann es passieren, dass diese noch mit Services wie WhatsApp verknüpft sind. Auf den Bildschirmen der neun Nummernnutzer werden dann Chatverläufe des Vorgängers sichtbar.

05.12.2014

Es ist eine Frage, die nie an Aktualität verliert: Was ist schön? Ein einminütiges Video, das derzeit in den sozialen Netzwerken kursiert, dient als Zeitzeuge der Schönheitsideale im Zeitraffer. Bisher wurde das Video mehr als 10 Millionen Mal auf YouTube angeklickt.

05.12.2014