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Nachrichten Medien So gut wird der Wiener Tatort
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16:57 22.01.2017
Der Inspektor ist übellaunig: Eisner (Harald Krassnitzer) knöpft sich Kerem (Mehmet Sözer, l.) vor, den Freund seiner Tochter Claudia (Tanja Raunig). Quelle: ARD
Wien

Großer Seufzer! Man hat sich so sehr mal wieder einen „Tatort“ gewünscht, bei dem die Kommissare einfach nur stumpf und spannend ihre Ermittlungsarbeit erledigen, ohne gleichzeitig mit gesellschaftlichen Problemen und deren kriminellen Auswüchsen konfrontiert zu werden. Einen „Tatort“, bei dem man dann, sonntäglich denkfaul gestimmt, ins Bett geschickt wird mit der Gewissheit, dass am Schluss immer die Guten über die Bösen siegen. Wie früher.

Auf all das wartet der Zuschauer auch in diesem neuen „Tatort“-Fall aus Österreich vergeblich. Obwohl es in „Schock“ ausnahmsweise mal nicht um die Flüchtlingskrise, um Ausländerkriminalität, durchgeknallte Neonazis oder ein anderes brisantes Thema geht.

Tragische Geschichte mit Überbau

Aber auch die hier erzählte Geschichte, die – wie in fast jedem „Tatort“ der letzten Zeit – tragisch endet, hat Überbau. Thematisiert wird die soziale Kälte in unserer Gesellschaft, der Leistungsdruck, den viele nur noch mit Psychopharmaka bewältigen können. Beschrieben wird auch der Versuch, sich dagegen zu wehren – mit verzweifelter und auch krimineller Gewalt. Da ist das Scheitern in einem öffentlich-rechtlichen Krimi programmiert.

Im Mittelpunkt steht ein junger Mann, der Student Daniel. Am Anfang spricht er sachlich und kühl frontal in eine Kamera: „Bevor ich Ihnen verrate, worum es geht, möchte ich ihnen eines sagen: Ich bin normal.“ Dann jedoch kündigt er im Internet gar nicht so Normales an, dass er nämlich erst seine von ihm entführten Eltern und dann sich selbst töten werde, um so ein Zeichen gegen die schlimmen Zustände in dieser Welt zu setzen. Und in der Hoffnung, durch seine Tat ein Umdenken zu bewirken. Gespielt wird Daniel von Aaron Karl. Dem Sohn des Schauspielers Fritz Karl („Inspektor Jury“) gelingt es nicht, Empathie für seine Figur zu wecken. Dafür ist er einfach eine Spur zu schnöselig, zu besserwisserisch.

Kommissare müssen verhindern, nicht aufklären

Da die Geschichte in Wien spielt, wird ein Fall für den Chefinspektor Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und seine Kollegin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) daraus, die in ihrem 15. gemeinsamen Fall also mal keinen Mord aufzuklären haben, sondern einen angekündigten verhindern müssen. Und die inzwischen so gut miteinander harmonieren, dass man ihnen einfach gern beim Ermitteln über die Schulter schaut. Egal, ob es bei ihnen um Islamisten, Bigamisten oder eben weltverbessernde Studenten geht. Obwohl diesmal Eisner wirklich rekordverdächtig übellaunig ist, ständig gegen Gott, die Welt und seine Kollegen wettert. Zu allem Überfluss ist er sogar noch privat in den Fall verwickelt, was seine Stimmung als Leiter der schnell eingesetzten Sonderkommission auch nicht gerade verbessert.

Die Ermittlungen erweisen sich dann auch als höchst schwierig. Sie führen Eisner und Fellner zu einer kritischen Professorin des Täters (der ehemaligen grünen Europaabgeordneten Mercedes Echerer), die sich wenig kooperativ verhält, zu einer Gruppe radikaler Aktivisten und sogar in das familiäre Umfeld des Chefinspektors. Der muss dabei erkennen, dass er viel zu wenig weiß über das Leben, die Sorgen und Probleme der Jugend im Allgemeinen und speziell seiner eigenen studierenden Tochter. Viele Dinge, die angesprochen werden, erscheinen zwar recht plakativ, werden sogar bisweilen klischeehaft dargestellt, sind dennoch leider traurig wahr. Der Zuschauer erkennt sich wieder.

Autor findet keinen Ausweg bei den Themen unserer Zeit

Es sind also Themen unserer Zeit, die der Autor und Regisseur Rupert Henning in seinem Film behandelt. Aber einen Ausweg kennt auch er nicht. Schade, denn so bleibt am Schluss mal wieder nur Ratlosigkeit auf beiden Seiten des Bildschirms. Und die Sehnsucht des Publikums nach ganz normalen Strauchdieben, Halsabschneidern und Meuchelmördern ist wieder ein Stück größer geworden.

Von RND/Ernst Corinth

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