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Medien „The Walking Dead“: So brutal startet Staffel 7
Nachrichten Medien „The Walking Dead“: So brutal startet Staffel 7
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09:24 26.10.2016
Jeffrey Dean Morgan als Negan in „The Walking Dead“. Quelle: Gene Page/AMC
Hannover

Wie? Ihr liebt diese Figur? Na gut, dann bringen wir sie mal um. Dieses ruchlose Vorgehen gehört zu den zehn Geboten des neuen amerikanischen Serienfernsehens. Am Ende der sechsten Staffel von „The Walking Dead (TWD)“ schwang ein neuer Bösewicht namens Negan seinen mit Stacheldraht umwickelten Baseballschläger namens Lucille (wie die Gitarre von B. B. King) über den Häuptern der Helden. Es war der fürchterlichste Cliffhanger der erfolgreichsten aller Pay-TV-Serien. Am Sonntag ging es in den USA mit Staffel 7 weiter, am Montag um 21 Uhr lief dann beim Sender Fox (über den Pay-TV-Anbieter Sky) schon die synchronisierte Version von deren erster Episode. Und wer war nun Negans Opfer? In den vergangenen Wochen wurde da medial wild spekuliert.

Dabei hätte man das ja eigentlich in Robert Kirkmans Graphic-Novel -Vorlage „The Walking Dead“ nachschlagen können. Aber deren Verlauf und Figurenentwicklung stimmen leider nicht immer mit denen der Serie überein. Im Comic ist etwa zu Zeiten, in der die Nemesis Negan es den Guten schwermacht, immer noch die blonde Andrea an der Seite von Sheriff Rick Grimes, die in der TV-Serie schon am Ende der dritten Staffel ums Leben kam. Und anders als in den Bildergeschichten beendete der irre Despot im Fernsehen nun das Dasein von gleich zwei Publikumsfavoriten: Zunächst einen noch nicht allzu lange unter den Kernfiguren befindlichen Kämpen, dann aber – wie im Comic – eine der beliebtesten Urfiguren, eine der wenigen, die selbst in kritischen Momenten stets auf Ausgleich und Deeskalation bedacht war.

Vergleichbar ist dieser Charakter vielleicht mit dem braven Jon Schnee aus der Fantasy-Serie „Game of Thrones“, über dessen jähes Ende im Vorjahr eine regelrechte Hysterie ausgebrochen war. Anders als für Schnee gibt es für die vergleichbare Lichtgestalt von „The Walking Dead“ allerdings keine Wiederkehrmöglichkeit, weil im Amerika der Zombieapokalypse Wiederauferstehungsmagie schlicht nicht zur Verfügung steht.

Phänomenale Quoten für „The Walking Dead“

Bis zum Ende der vorigen Staffel hatte „TWD“ phänomenale Quoten in den USA. Die sechste Staffel erreichte ein Durchschnittsrating von 13,5 Millionen Zuschauern, aktuelle Zahlen zur Premiere der siebten Staffel liegen noch nicht vor. Im deutschen Bezahlfernsehen hatte der Start am Montag 432 000 Zuschauer, was – so Fox – „deutlich über dem Schnitt der sechsten Staffel (rund 270 000) lag“.

Ein Zuschauergarant also, obwohl die Serie, die einst von Frank Darabont, Regisseur von „The Green Mile“, begonnen wurde, eigentlich immer dasselbe zeigt: Eine Gruppe Überlebender schlägt sich durch, sucht ein neues Heim, um von dort aus in Ruhe eine Zivilisation neu starten zu können. Sie werden zunehmend misstrauischer, was die Aufnahme auch extrem Hilfsbedürftiger in ihre Reihen betrifft, denn der allgemeine Zusammenbruch hat Finsterstes in vielen Menschen zutage gefördert – bis hin zu Kannibalismus. Die mürben Zombies sind nur der nötige Antrieb. Sie stolpern und fressen, sind grandios gestaltet, sorgen für Schauer- und Splattermomente, während die schlimmsten Unholde noch unter den Lebenden weilen – siehe Jeffrey Dean Morgan, der als Negan fieser drauf ist als in seinem jüngsten Kinofilm „Desierto“.

Sechste Staffel im Free-TV

Details über die erste Episode sollen nicht verraten werden, weil sich die Millionen deutschen „TWD“-Fans in unterschiedlichen Wissensstadien befinden. Wer es sich leisten will und kann, ist bei Sky via Abo ganz vorn dabei – mit ab sofort wöchentlich einer neuen Folge der siebten Staffel. Die sechste Staffel ist für Amazon-Prime-Kunden seit 14. Oktober in Original- und Synchronversion zugänglich – und dort ohne Zusatzkosten am Stück zu erleben. Wer noch ein wenig länger warten kann, den bedient der Free-TV-Sender RTL II, der derzeit nächtens die ersten fünf Seasons der Serie wiederholt, ab Sonnabend, 5. November, mit Staffel 6 beginnt: Drei Folgen sind ab 22.20 Uhr zu sehen, ab der zweiten Woche im wöchentlichen Rhythmus am späten Sonnabendabend je zwei Folgen.

Und wer sich das Paket gern in sein Medienregal stellt – inklusive aller möglichen Hintergrundstoffe – der kann es sich (für einen Erfolg als Weihnachtsgeschenk ist der Termin allerdings äußerst ungünstig gewählt) ab 19. Dezember auf DVD oder Blu-Ray kaufen. Eine kleine Gemeinde von Zombie-Fanatikern muss alles aus dem „TWD“-Kosmos in Besitz nehmen. Für die erscheint schon diesen Freitag die mit vielen Extras bestückte Version der zweiten Staffel der Spin-off-Serie „Fear the Walking Dead“ – „uncut“ (also ab 18 Jahren). Eine neue T-Shirt-Kollektion mit recht unappetitlichen „TWD“-Motiven kommt passgenau zu Halloween.

Es wird noch kräftig verdient. So werden sich die Helden und die Untoten – jeder auf seine Weise – auch weiter durchbeißen. Der US-Kabelsender AMC hat eine achte Staffel von „TWD“ bestellt. Oktober 2017 ist es so weit. Mal sehen, wen von unseren Darlings sie dann wieder umbringen.

Von RND/Matthias Halbig