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Medien „Time“-Titel bringt Trump-Krise auf den Punkt
Nachrichten Medien „Time“-Titel bringt Trump-Krise auf den Punkt
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17:53 18.05.2017
Das neue Cover des „Time“-Magazins dürfte nicht ganz nach Trumps Geschmack sein.   Quelle: dpa/Twitter
Washington

 Das „Time“-Magazin ist seit jeher für seine provokanten Cover bekannt – die Darstellung des britischen Premierministers Winston Churchill als Bulldogge etwa hat längst Einzug in die Pop-Ikonographie gefunden. Nun haben sich die Cover-Kreativen des amerikanischen Nachrichtenmagazins abermals der Trump-Krise angenommen – und mit ihrem jüngsten Entwurf das derzeitige Washingtoner Polit-Theater ziemlich grandios auf den Punkt gebracht.

Zu sehen ist das Weiße Haus, oder besser gesagt nur noch der linke Teil der Frontansicht – der Rest, so scheint es, wird nach und nach vom Kreml eingenommen. Eine im Netz kursierende Animation des Titels verdeutlicht diesen Eindruck: Aus den imposanten Säulen des Weißen Hauses schießt nach und nach der Kreml empor, ehe sich schließlich die bunten Zwiebeltürme des russischen Regierungssitzes nahezu gänzlich über dem Weißen Haus erheben.

In der Titelstory zum Cover nehmen sich die „Time“-Reporter des Social-Media-Kriegs zwischen Russland und den USA an, berichten von gezielten Desinformationen, die Russland verbreitet habe, um die Wahl in den USA zu beeinflussen. Ihre Prognose: düster. Die USA und Russland stünden vor einem kalten Informationskrieg.

Der Staub in Washington mag sich nicht legen, die Tage des unendlichen Chaos halten an. Nachrichten, die für einen ganzen Monat reichen würden, füllen eine Woche. Mittendrin steht ein schwer angeschlagener Präsident, der die Turbulenzen nicht in den Griff bekommt. Vielleicht werden diese seltsamen Tage im Mai 2017 einmal über Donald Trumps Rolle in den Geschichtsbüchern entscheiden.

Zur Erinnerung: Es ist erst eineinhalb Wochen her, dass Trump FBI-Chef James Comey feuerte. Keine 24 Stunden waren nach der jüngsten Enthüllung der „New York Times“ über eine angebliche Bitte Trumps an Comey vergangen, die Ermittlungen gegen den einstigen Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen, da platzte am Mittwochabend die nächste Nachricht in ein über alle Maßen aufgewühltes Washington.

Sonderermittler soll Russland-Kontakte überprüfen

Das Justizministerium gab bekannt, dass es einen Sonderermittler für die Ermittlungen zu den möglichen Russland-Kontakten von Trumps Wahlkampfteam eingesetzt hat. Es geht um die Frage, ob diese Kontakte so weit reichten, dass Menschen in Trumps Umfeld frühzeitig über die mutmaßlich russischen Hackerangriffe auf die Demokraten Bescheid wussten. Ob sie vielleicht sogar mit den Russen zusammenarbeiteten, um diese Angriffe zu orchestrieren.

Der frühere FBI-Chef Robert Mueller soll die Ermittlungen überwachen. Das Mandat des Justizministerium gibt ihm die Macht, Anklage zu erheben. Er hat auch das Recht, Angelegenheiten zu berücksichtigen, die im Zuge der FBI-Untersuchung aufkamen. Das könnte auch für Trumps Entscheidung gelten, Comey zu feuern. Der Druck auf Trump ist damit noch einmal größer geworden.

Doch bis Mueller erste Ergebnisse vorlegen kann, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Es ist fraglich, was bleibt, wenn der Staub sich legt.

Von RND/dpa/caro

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