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Panorama Das Haustier
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19:58 20.04.2018
Als Haustier eine echte Herausforderung: ein Nashorn dürfte sich für die wenigsten Wohnsituationen eignen. Quelle: Fotolia
Hannover

Uns steht der Erwerb eines Haustieres bevor. Ich schreibe das extra so wertneutral, weil nicht jedes Familienmitglied gleichermaßen von der Aussicht begeistert ist, die Zahl der zu versorgenden Lebewesen in unserem Haushalt auch nur um eins zu erhöhen.

Andererseits sind Kinder im Umgang mit Tieren ganz zauberhaft, jedenfalls ungefähr viereinhalb Minuten lang, dann ist die Leidenschaft verpufft. Es ist wie bei einer Ehe von Lothar Matthäus. Aber welches Tier soll es bloß sein? Es ist ja nicht so, dass es auf Gottes schönem Erdball keine Auswahl gäbe.

Meerschweinchen zur Probe

“Können wir ein Nashorn haben?“ – “Nein. Wo soll das denn wohnen?“ – “Im Carport!“ – “Das wird es nicht wollen.“ – “Einen Schwan?“ – “Nein, ein Schwan braucht einen See.“ – “Wieso denn? Vertrocknet der sonst?“ – “Nein, aber er kann besser schwimmen als laufen.“ – “Du könntest ihn doch tragen!“

Die Aussicht, jahrelang mit einem Schwan auf dem Arm zum Einkaufen und Arbeiten zu fahren, drückte mich emotional nieder. Aber immerhin hat niemand eine Schildkröte vorgeschlagen. Schildkröten gehen nicht: Erstens werden sie eine Million Jahre alt. Und zweitens leide ich an Schildkrötenüberfunktion. Was ist der Sinn eines Haustiers, dass aussieht wie ein mobiler Suppenteller?

Wir hatten dann ein paar Tage lang Gastmeerschweinchen zur Probe – mit dem Ergebnis, dass das Zimmer meines Sohnes roch wie eine vor Jahren fluchtartig verlassene Zooküche.

Dösen, flanieren, essen

Also: Katze. Katzen sind in Ordnung. Sie bellen nicht. Sie können selbst laufen. Sie riechen nicht. Und das Beste: Sie sind kein Nashorn. Sie helfen zwar auch nicht in der Küche mit, führen aber weitgehend ihr eigenes Leben.

Wir hatten schon mal einen Kater. Ich habe ihn bei der Zertrümmerung von Eiswürfeln zur Herstellung von Crushed Ice mittels Geschirrtuch und Hammer einmal fast erschlagen. Er hat mir sofort verziehen und wurde vor Schreck 18 Jahre alt.

Katzen sind mutig genug, genau das Leben zu führen, von dem Menschen heimlich träumen: dösen, flanieren und essen – das alles im tiefen Bewusstsein, bedingungslos geliebt zu werden. Im Gegenzug ist kein Augenblick der Muße mit einer Katze auf dem Schoß jemals vertane Zeit. Beim Nashorn bin ich mir da nicht so sicher. Schönes Wochenende!

Von Imre Grimm

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