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Panorama 52 Jahre Haft für Vergewaltigung einer Siebenjährigen
Nachrichten Panorama 52 Jahre Haft für Vergewaltigung einer Siebenjährigen
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21:46 29.03.2017
Proteste vor dem Gerichtsgebäude in Bogotá: Das Urteil fiel für die Demonstranten zu mild aus. Quelle: dpa
Bogotá

Ein Architekt in Kolumbien ist wegen der Vergewaltigung und Ermordung eines siebenjährigen Mädchens zu 51 Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Höchststrafe von 60 Jahren verlangt

Nach dem am Mittwoch verkündeten Urteil eines Gerichts in Bogotá kritisierte der Vater des Mädchens, dass nicht die Höchststrafe ausgesprochen worden sei. „Ich bin sehr enttäuscht, als Vater verlange ich, dass gegen diesen Verbrecher 60 Jahre verhängt werden.“

Der 38 Jahre alte Täter hatte das auf der Straße spielende Mädchen an einem Sonntag im Dezember in Bogotá entführt, offensichtlich lockte der vermögende Architekt es mit Versprechungen. In einem Appartement wurde die Siebenjährige vergewaltigt und getötet. Überwachungsbilder, die das Auto in der Gegend zeigten, in der das Mädchen zuvor spielte, überführten den Mann. Er hat die Tat gestanden, aber die Richterin wollte nicht ausschließen, dass noch jemand weiteres beteiligt war.

Lynchjustiz verhindert

Der Fall bewegte das ganze Land: Menschen versuchten, den Täter zu lynchen, immer wenn er zum Gericht gebracht wurde. Er stammt aus einer angesehenen Familie, während das Opfer aus einer armen indigenen Familie kam, die vor der Gewalt des Guerillakrieges im Departement Cauca vor Jahren in die Hauptstadt Bogotá geflohen war.

Im Netz formierte sich eine Bewegung. Unter dem Hashtag „ni una más“ – keine einzige mehr – solidarisierten sich die Menschen mit der Familie des ermordeten Mädchensund weiteren Opfern sexueller Gewalt.

Von RND/dpa