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Panorama Alpi fährt: Prozess gegen Todesraser
Nachrichten Panorama Alpi fährt: Prozess gegen Todesraser
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15:23 12.12.2016
Mit Höllentempo durch die Stadt: Alperen T. hat seine Raser-Ausflüge gefilmt – bis es zum tödlichen Unfall kam. Quelle: dpa
Bremen

Seine Videos bei Youtube zeugen von seinem Hang nach Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit einem Freund rast der 24-Jährige gegen 2 Uhr nachts durch die Bremer Innenstadt. Provozierend mit aufheulendem Motor sucht er Autofahrer für illegale Rennen. Teilweise mit 170 Kilometern pro Stunde rast Alperen T. durch die Straßen, vorbei an der Partymeile. Auf seinem Helm filmt eine Kamera seine illegalen Ausflüge. Mit einem lässigen „Moin-Moin“ eröffnet der 24-Jährige den Clip, den seine 80.000 Fans bei Youtube ansehen.

Die Anwälte Armin von Döllen (l) und Bernhard Docke (r.) verteidigen Alperen T., der sich hinter einem Aktenordner versteckt. Quelle: dpa

Von diesen Motovlogs gibt es viele. Sein Ansporn ist immer gleich: Geschwindigkeit. Beinah-Unfälle gehören für „Alpi fährt“ dazu, machen für den jungen Mann, der erst Maschinenbau, dann Lehramt erfolglos studiert hat, den Kick aus. „Ich bin auf der Suche nach Frischfleisch“, sagt er im besagten Video aus der Bremer Nacht.

Arno S. stirbt noch am Unfallort

Alperen T. schien zu wissen, auf was er sich einlässt. Und genau das könnte ihm nun zum Verhängnis werden. Im Juni 2016 prallte er mit einem 75 Jahre alten Fußgänger zusammen, der bei Rot und nicht ganz nüchtern über die Straße ging. Arno S. starb am Unfallort, der 24-Jährige wurde schwer verletzt. Aus dem Krankenhausbett postete der Deutsch-Türke: „Sobald ich wieder zu Kräften komme, sag ich was zu dem Unfall. Danke, euer Alpi.“

Das Reden überlässt er nun seinem Anwalt. „Wenn ich könnte, würde ich alles tun, um es rückgängig zu machen“, sagte der Angeklagte zum Prozessauftakt. Er bereue, was passiert sei. Der junge Bremer soll auch die tödliche Fahrt im Juni gefilmt haben. Laut Anklage hatte der Mann zudem kurz vor dem Zusammenstoß ein Auto touchiert und danach Fahrerflucht begangen.

100 statt 50 km/h: Alperen T. rast durch Bremen

Schuld an der Kollision soll die hohe Geschwindigkeit des Motorradfahrers gewesen sein. Der Angeklagte war mit 100 Kilometern pro Stunde unterwegs, obwohl auf der Straße nur 50 erlaubt waren. Laut Staatsanwaltschaft wusste der Mann, dass er bei diesem Tempo nicht ausweichen könne, habe das aber in Kauf genommen.

Für „Alpi“ war Youtube vor allem auch Einnahmequelle. Je spektakulärer seine Clips, desto mehr Klicks, desto mehr Werbeeinnahmen. Eine einfache Rechnung. Wohl eine lebensgefährliche.

Am Landgericht Bremen muss sich Alperen T. wegen Mordes verantworten Quelle: dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun niedere Beweggründe und deshalb Mord vor. Er habe sein Geltungsbedürfnis befriedigen und sich mit der Fahrt einen Kick verschaffen wollen, erklärte der Staatsanwalt.

Der Anwalt des Angeklagten sagte dagegen, der 24-Jährige habe den Tod anderer Menschen nicht billigend in Kauf genommen. „Junge Fahrer neigen dazu, Gefahr zu unterschätzen. Häufig geht es gut, manchmal aber führt dies zu tragischen Ereignissen, die niemand gewollt hat.“

Von RND/cab/dpa

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