Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Amri-Freund muss nach Prügelei ins Gefängnis

Übergriff mit Berlin-Attentäter Amri-Freund muss nach Prügelei ins Gefängnis

Nach einer Schlägerei unter mutmaßlichen Drogendealern fällt der Name des späteren Attentäters Anis Amri. Doch er wurde nicht dingfest gemacht. Nun stand ein Mittäter wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.

Berlin 52.5200066 13.404954
Google Map of 52.5200066,13.404954
Berlin Mehr Infos

Mohamed D., ein Kontaktmann des Berlin-Attentäters Anis Amri, musste sich wegen einer Schlägerei in einer Berliner Bar, an der auch Amri beteiligt war, vor Gericht verantworten.

Quelle: dpa

Berlin. Ein Freund des Attentäters Anis Amri muss wegen einer gemeinsamen Schlägerei im Drogenmilieu rund fünf Monate vor dem Terroranschlag an der Berliner Gedächtniskirche ins Gefängnis. Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte den Mann am Donnerstag zu einer Strafe von einem Jahr und acht Monaten Haft. Der 27-Jährige wurde unter anderem der gefährlichen Körperverletzung schuldig gesprochen.

Der Angeklagte, Amri und zwei weitere Begleiter hatten Ermittlungen zufolge im Juli 2016 in einer Bar im Stadtteil Neukölln eine andere Gruppe mutmaßlicher Drogendealer attackiert. Der 27-Jährige sagte, er habe aus Angst einen Barhocker gegriffen und in Richtung eines Kontrahenten geworfen. „Ich habe aber nicht getroffen.“ Amri soll mit einem Gummihammer zugeschlagen haben, ein weiterer Mittäter habe ein Messer gezogen und einen 30-jährigen Kontrahenten schwer verletzt.

Der 24-jährige Tunesier Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen gekaperten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gesteuert. Beim bislang schwersten islamistischen Terroranschlag in Deutschland starben 12 Menschen, fast 70 wurden verletzt. Nach dem Attentat wurde Amri auf der Flucht von italienischen Polizisten erschossen.

Amri-Freund ebenfalls abgelehnter Asylbewerber

Bereits vor dem Attentat stand Amri wegen verschiedener Delikte im Focus von Polizei und Justiz. Auch im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung in einer Bar im Stadtteil Neukölln im Juli 2016 habe es „gewisse Erkenntnisse gegeben“, sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft am Rande eines ersten Verfahren wegen der Schlägerei vor sechs Wochen. Weil sich Zeugen erst nach dem Attentat äußerten, habe es keinen dringenden Tatverdacht gegeben.

Mit dem Urteil für den 27-Jährigen – wie Amri ein abgelehnter Asylbewerber aus Tunesien – folgte das Gericht im Wesentlichen dem Antrag des Staatsanwalts. Weil der Angeklagte mehrfach vorbestraft ist, komme eine Bewährungsstrafe nicht in Frage, begründete die Richterin. Im ersten Prozess um den blutigen Streit in der Bar erhielt ein 30-Jähriger zwei Jahre und zehn Monate Haft. Beide Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Von RND/dpa

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben