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Besuch bei Berlins neuen Pandabären

Panda-Diplomatie Besuch bei Berlins neuen Pandabären

Der Berliner Tierpfleger Christian Toll ist in der Panda-Stadt Chengdu auf Tuchfühlung mit seinen künftigen Schützlingen Mengmeng und Jiao Qing gegangen – und hat jede Menge Fotos mitgebracht. Es war ein erstes Kennenlernen, am 24. Juni treten die zwei die Reise von China nach Berlin an.

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Noch ganz vorsichtig beschnuppern sich Tierpfleger Christian Toll und Panda-Dame Jiao Qing.

Quelle: Lee

Chengdu. Es ist das erste Mal und es war etwas Besonderes: Tierpfleger Christian Toll wird sich künftig jeden Tag um diese Panda-Dame kümmern, deshalb war das erste Kennenlernen in der westchinesischen Stadt Chengdu umso wichtiger. Mengmeng kam zutraulich ans Gitter, als Toll ihr die Hand ausstreckte, reichte sie ihm ihre Tatze. Neugierig beschnupperten sich die beiden. Die Blicke: vertraut, fast schon liebevoll. Zu Gesicht bekommen hatte der 34-jährige Tierpfleger vom Berliner Zoo die beiden Großpandas zwar vorher schon. Zum ersten Mal konnte er einen seiner beiden künftigen Schützlinge nun auch anfassen.

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Es war eine erstes Kennenlernen, ein vorsichtiges Beschnuppern: Der Berliner Tierpfleger Christian Toll ist in der Panda-Stadt Chengdu auf Tuchfühlung mit seinen künftigen Schützlingen gegangen. Die beiden Pandabären werden am 24. Juni in Berlin erwartet.

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„Das war schon ein besonderer Moment“, gab der ansonsten gelassen wirkende Tierpfleger aus Berlin-Pankow hinterher zu. „Er ist im Moment noch sehr ruhig und schläft viel“, war sein Eindruck von Panda-Männchen Jiao Qing (Schätzchen). Sie sei „aufgeregter, aktiver, aber äußerst freundlich“, sagte er über Panda-Dame Mengmeng (Träumchen). „Ich freue mich schon sehr auf die neue Aufgabe.“

Noch sind die beiden Großpandas im Quarantänebereich der Zuchtstation in der südwestchinesischen Stadt Chengdu. Doch bereits in der nächsten Woche werden sie in 1,40 Meter mal 1,40 Meter große Boxen aus Plexiglas verfrachtet und mit einer Cargo-Maschine nach Berlin geflogen. Am 24. Juni sollen sie in der deutschen Hauptstadt ankommen. Es wird das erste Mal seit 2012 sein, dass die extrem seltenen Bären wieder in einem deutschen Zoo zu sehen sein werden. Panda Baobao war bis zu seinem Tod im Jahr 2012 mehr als 30 Jahre lang ein Star des Berliner Zoos.

Merkel gab den Anstoß für die Panda-Diplomatie

In China wird die Vergabe von Pandas wie eine Staatsaffäre behandelt. Nur an ausgewählte Tiergärten von „befreundeten Staaten“ werden diese vom Aussterben bedrohten Bären verliehen, von denen in der freien Wildbahn nur noch rund 2.000 Exemplare existieren – allesamt in China. Und auch nur, wenn der Staats- oder Regierungschef persönlich darum bittet. Von „Panda-Diplomatie“ ist daher die Rede. Nach Baobaos Tod bat Kanzlerin Angela Merkel im Herbst 2015 um zwei Exemplare. Bei seinem Deutschlandbesuch am 5. Juli wird Chinas Staatspräsident Xi Jinping nun persönlich mit ihr das Panda-Paar den Berlinern präsentieren. Als „Zeichen der Freundschaft“, wie es in China offiziell heißt.

Panda-Pornos sollen die Lust im Gehege erhöhen

Trotzdem lässt sich China die Leihgabe gut bezahlen. Eine Million Dollar Miete pro Jahr und Paar fallen an. „Diese Summe war nicht verhandelbar“, berichtet Tierpfleger Toll. Das Geld soll in China in den Artenschutz fließen. Der Berlin-Aufenthalt für Mengmeng und Jiao Qing ist auf 15 Jahre angesetzt. „Im Rentenalter dürfen sie wieder zurück in ihre Heimat“, sagt deren bisheriger Pfleger Yin Hong, der beide aufgezogen hat. Etwas Wehmut ist aus seiner Stimme herauszuhören. Zuvor hofft man allerdings auf Nachwuchs. Wenn es nicht klappt, hat der Zuchtexperte Yuan Bo, der das Berliner Gehege begutachtet hat, einen Geheimtipp: „Panda-Pornos“, also Videos, auf denen sich andere Pandas paaren – zur Nachahmung empfohlen.

Dabei wird der chinesische Pfleger über das Wohl seiner Zöglinge informiert bleiben. Denn auch bei der Haltung macht China strenge Vorgaben. Diese sieht vor, dass in den ersten Monaten chinesische Pfleger bei der Eingewöhnung in Berlin dabei sein werden. Pfleger Toll muss zudem regelmäßig Protokolle führen und sie der Zuchtstation in Chengdu übermitteln. Selbst über den Stuhlgang will die chinesische Seite informiert werden.

50 bis 60 Kilogramm Bambus täglich auf dem Speiseplan

Kostspielig werden dürfte auch die Nahrung. 50 bis 60 Kilogramm frischen Bambus verputzen die Bären am Tag – und nur bestimmte Sorten. Zunächst einmal soll der Bambus aus den Niederlanden geliefert werden. In Berlin erwägt der Zoo aber auch die Zucht von eigenem Bambus – eventuell im Tierpark im Ostteil der Stadt.

Damit Mengmeng und Jiao Qing auch nicht auf ihr „Panda-Brot“ verzichten müssen, hat Pfleger Toll gleich am zweiten Tag seines Besuchs in Chengdu einen „Back-Kurs“ belegt. Aus verschiedenen Mehlsorten, Haferflocken und Erdnussöl bestehe das Gemisch, berichtet Toll. „Damit sie auch mal was anderes zu Essen bekommen als nur Bambus.“

Von Felix Lee/RND

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