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Panorama Das müssen Sie über Winterreifen wissen
Nachrichten Panorama Das müssen Sie über Winterreifen wissen
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09:45 10.10.2016
Selber wechseln oder die Werkstatt machen lassen: Das müssen die Autofahrer selbst entscheiden. Quelle: dpa
Frankfurt/Main

Das Herbstwetter in Deutschland erinnert viele Autofahrer daran, dass im Oktober meist der Reifenwechsel ansteht. Denn wenn es kälter wird, gehören nach Expertenmeinung Winterreifen ans Auto – und das bis Ostern. Das ist zwar keine grundsätzliche Pflicht, aber in der Regel sinnvoll und bei Schnee und Eis auch vorgeschrieben. Zudem kann es bei einem Unfall mit Sommerreifen auch teuer werden. Ein Überblick:

Wann muss ich Winterreifen aufziehen?

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist kein spezieller Zeitraum vorgeschrieben. Pflicht sind Winterreifen demnach nur bei schlechten Straßenverhältnissen, etwa Schnee, Eis und Reifglätte. Der ADAC empfiehlt Autofahrern, Winterreifen nach der sogenannten O-bis-O-Regel zu montieren: Demnach sollen von Oktober bis zum Wochenende nach Ostern Winterreifen auf dem Auto bleiben. Ab einer Profiltiefe unter vier Millimetern sollten die Pneus ausgemustert werden.

Warum sind Winterreifen so wichtig?

Bei niedrigeren Temperaturen kann der Fahrer mit Winterreifen besser bremsen und souveräner fahren. Verhärtete Sommerreifen haften nicht mehr optimal auf der Straße. Winterreifen werden aus einer weicheren Gummimischung mit zusätzlichen Rillen gefertigt, in denen sich bei niedrigeren Temperaturen Schnee und Matsch gar nicht erst festsetzen. Sie heißen daher Matsch-und-Schnee-Reifen (M+S-Reifen). Auch Ganzjahresreifen tragen dieses Symbol auf den Seitenflächen. Grundsätzlich sollten die Pneus eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern haben. Sicherheitssysteme wie ABS oder ESP ersetzen keine Winterreifen.

Mit welchen Geldbußen müssen Autofahrer rechnen?

Erwischt die Polizei einen Autofahrer dann mit Sommerreifen, werden 60 Euro fällig. Dazu kommt ein Punkt in Flensburg. Mit 80 Euro und einem Punkt in der Verkehrssünderdatei müssen Autofahrer rechnen, die mit Sommerreifen unterwegs sind und andere behindern - etwa dadurch, dass sie im Straßenverkehr liegen bleiben.

Haben Autofahrer noch Versicherungsschutz?

In aller Regel ja. Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft bleibt der Haftpflichtschutz für Autofahrer mit Sommerreifen in jedem Fall bestehen, wenn diese im Winter einen Unfall verursachen. Das heißt, die Versicherung zahlt dem Unfallopfer den Schaden. Anders sieht es jedoch unter Umständen beim Vollkaskoschutz aus, der den Schaden am eigenen Auto abdecken soll. Kann nachgewiesen werden, dass der Autofahrer fahrlässig mit Sommerreifen unterwegs war, kann die Versicherung die Zahlung kürzen.

Wie werden Sommerreifen gelagert?

Sommerreifen sollten im Winter trocken, dunkel und nicht zu warm gelagert werden. Optimal ist es, die Sommerreifen auf den Felgen auf einer Palette liegend übereinander zu stapeln und abzudecken. Auch lassen sich die Reifen am Felgenloch aufhängen, um Druckstellen zu vermeiden. Reifen ohne Felge stehen dagegen besser und sollten etwa alle vier Wochen etwas gedreht werden, um Dellen zu vermeiden. Auf jeden Fall sollten Autobesitzer vor dem Abmontieren die Position am Auto mit Kreide auf den Reifen schreiben, das erleichtert die Montage im Frühjahr.

Von RND/afp