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Panorama Deutsche Geisel auf Philippinen hingerichtet
Nachrichten Panorama Deutsche Geisel auf Philippinen hingerichtet
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16:17 27.02.2017
Philippinische Soldaten bergen in der Nähe der Insel Laparan die verlassene Jacht der deutschen Segler (Archivbild). Quelle: dpa
Manila

Die Regierung der Philippinen hatte bereits am Sonntag Berichte erhalten, wonach die deutsche Geisel hingerichtet worden sei. „Trotz andauernder Bemühungen von Gruppen und Sicherheitskräften habe ich Berichte über die angebliche Enthauptung einer deutschen Geisel auf Jolo am Sonntagnachmittag erhalten“, teilte der für den Friedensprozess zuständige Präsidentenberater Jesus Dureza mit.

Das Auswärtige Amt hat die Ermordung der deutschen Geisel bestätigt und als grausamen Terrorakt verurteilt. “Es gibt nun keinen vernünftigen Zweifel mehr, dass der auf den Philippinen entführte Deutsche nicht mehr am Leben ist. Wir sind zutiefst erschüttert über das unmenschliche und grausame Vorgehen der Täter“, erklärte ein Sprecher am Montag.

Entführer veröffentlichen Enthauptungsvideo

Am Montag veröffentlichte die islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf dann ein Video, das die Enthauptung ihrer deutschen Geisel zeigt. Die philippinische Regierung verurteilte die „barbarische“ Tat.

Der Mann war Anfang November entführt worden, als er zusammen mit seiner Lebensgefährtin in den Gewässern zwischen den Philippinen und Malaysia unterwegs war. Die 59 Jahre alte Frau wurde bei dem Überfall erschossen. Ihre Leiche wurde später auf der verlassenen Jacht der beiden, der „Rockall“, entdeckt. Das Paar war mit demselben Boot 2008 schon einmal entführt worden, damals vor der Küste Somalias. Nach mehr als 50 Tagen kamen die beiden gegen Lösegeld frei.

Luftangriffe auf Abu Sayyaf

Abu Sayyaf hatte mit der Ermordung des vor knapp vier Monaten entführten 70-jährigen Deutschen gedroht, wenn sie nicht bis Sonntag, 08.00 Uhr MEZ, ein Lösegeld erhält. Der Mann war auf der Insel Jolo im Süden des Inselstaats gefangen gehalten worden.

Die Luftwaffe der Philippinen hatte am Wochenende mutmaßliche Verstecke der Terrorgruppe Abu Sayyaf angegriffen. Am Sonnabend flog das Militär Luftangriffe, berichtete das Nachrichtenportal „Phil Star“. Zudem bereiteten die Streitkräfte weitere Offensiven vor.

Die Sulu-See gilt wegen der Piraten als eine der gefährlichsten Segelrouten überhaupt. Das Auswärtige Amt rät „dringend“ davon ab, in die Region zu fahren. Die Insel Jolo ist seit Jahrzehnten als Hochburg von Abu Sayyaf („Träger des Schwerts“) bekannt. Die Terrorgruppe, die für die Autonomie von der Zentralregierung in Manila kämpft, finanziert sich mit Entführungen. Mehrfach hatte sie auch schon Deutsche in ihrer Gewalt.

Von dpa/RND