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Panorama Eltern stehen wegen schweren Missbrauchs vor Gericht
Nachrichten Panorama Eltern stehen wegen schweren Missbrauchs vor Gericht
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17:33 11.06.2018
Die wegen Kindesmissbrauchs angeklagte Mutter sitzt in einem Saal des Landgerichts. Quelle: dpa
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Freiburg

Mit der Schilderung schwerster Sexualverbrechen an einem wehrlosen Kind hat der Prozess gegen die beiden Hauptbeschuldigten im Missbrauchsfall Staufen begonnen. Der 48 Jahre alten Mutter des Opfers und ihrem einschlägig vorbestraften 39-jährigen Lebensgefährten wird vorgeworfen, den neunjährigen Jungen mehr als zwei Jahre lang regelmäßig missbraucht und an andere Männer verkauft zu haben. In der mehr als 100 Seiten langen Anklageschrift ist die Rede von Fesselungen, extremen Demütigungen, Beschimpfungen, Drohungen sowie körperlicher Gewalt und Vergewaltigungen (Az.: 6 KLs 160 Js 30250/17).

Dem Paar werden unter anderem schwere Vergewaltigung und Zwangsprostitution in jeweils knapp 50 Fällen zur Last gelegt. In dem Fall gibt es insgesamt acht Tatverdächtige. Die Mutter und ihr Lebensgefährte, beide Deutsche, gelten als die zentralen Figuren in dem Missbrauchsfall.

Der Angeklagte hat gestanden, die Mutter schweigt

„Der Lebensgefährte der Mutter hat umfassend gestanden und den Ermittlern Hinweise gegeben“, sagte Staatsanwältin Nikola Novak vor Beginn des Prozesses. Zudem gebe es von den Taten zahlreiche Filmaufnahmen und Dokumente, die von den Tätern stammten und die nun als Beweismittel dienten. In dem Prozess werde es nun auch darum gehen, die Rolle der Mutter zu beleuchten. Ob sie aussagt, ist nach Worten ihres Anwalts Matthias Wagner noch nicht entschieden.

Die eigene Mutter und ihr Lebensgefährte sollen einen Jungen aus Staufen jahrelang missbraucht und an Freier verkauft haben. Jetzt stehen die beiden vor Gericht.

„Ich erhoffe mir, auch wenn es vielleicht unrealistisch ist, von der angeklagten Kindsmutter vielleicht mal eine Erklärung zur Motivation“, sagte die Vertreterin der Nebenklage, Rechtsanwältin Katja Ravat. Sie vertritt in dem Prozess den missbrauchten Jungen.

Ziel ist die Sicherungsverwahrung

Ziel von Anklage und Nebenklage sei neben langjährigen Haftstrafen eine anschließende Sicherungsverwahrung, vor allem für den wegen schwerer Kindesmisshandlung vorbestraften Lebensgefährten der Mutter. „Dass ich dem Kind rückmelden kann, dass der Mann auf absehbare Zeit nicht mehr aus der Haft entlassen werden wird“, sagte Ravat.

Die Taten haben sich den Angaben zufolge von 2015 bis Herbst 2017 ereignet, geplant habe sie das Paar von Anfang 2014 an. Seit den Festnahmen der mutmaßlichen Täter im Herbst 2017 ist der Junge in staatlicher Obhut.

Behörden und Justiz stehen in der Kritik. Ihnen wird vorgeworfen, den Jungen nicht geschützt zu haben - obwohl sie von der Beziehung der Mutter zu dem wegen schweren Kindesmissbrauchs vorbestraften Mann wussten. Das Kind lebt seit der Festnahme des Paares und der weiteren mutmaßlichen Täter im vergangenen Herbst bei einer Pflegefamilie.

Parallelverfahren in Freiburg

Parallel zum Strafverfahren in Freiburg beginnt in Karlsruhe am Montag der Prozess gegen einen Mann aus Wulsdorf in Schleswig-Holstein. Der mittlerweile 44-Jährige hat laut Anklage den Jungen missbrauchen, töten und sich an der Leiche vergehen wollen. Als er anreiste, wurde er in Karlsruhe festgenommen.

Von dpa/RND

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