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Panorama Gitarrist „Fast“ Eddie Clarke gestorben
Nachrichten Panorama Gitarrist „Fast“ Eddie Clarke gestorben
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17:02 11.01.2018
Gitarrist Eddie Clarke starb am Mittwoch, 10. Januar, im Alter von 67 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Quelle: dpa
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London

Jetzt rocken sie auf der anderen Seite wieder zu dritt: Bassmann Lemmy Kilmister, Schlagzeuger Phil „Philthy Animal“ Taylor und „Fast“ Eddie Clarke, der Gitarrist der Band Motörhead, der am Mittwoch im Alter von nur 67 Jahren starb. Und man kann sich vorstellen, wie Lemmy ans Mikrofon tritt, als wolle er es von unten her anbeißen und seine wölfische Stimme aus den Lautsprechern grollt: „We are Motörhead and we play Rock’n’Roll!“ Und dann wackeln die Schränke im Himmel oder wo immer diese kleine, schmutzige, ungemein krachsüchtige Band auftritt.

„Fast“ Eddie Clarke hieß so, weil er schnell war. Er sollte die 1975 gegründete Band mit dem unbritischen Umlaut im Namen als zweiter Gitarrist bereichern, was der erste, Larry Wallis, als Affront empfand, weswegen er die Band nach der ersten gemeinsamen Probe verließ. Clarke zählte fortan zur sogenannten „klassischen“ Besetzung des Trios. Sein Spiel war rasant, die Songs wild, rau, kantig, bodenständig, das Image der Band: gefährlich - drei Rabauken in Leder mit Patronengurten um die Hüften. Motörhead vereinten Metal, Punk, den klassischen Rock’n’Roll und den Blues. Mit der New Wave of British Heavy Metal, der Bands wie Samson und Iron Maiden zugerechnet wurden, hatten Motörhead nichts zu schaffen. Ihr Protometal war halsbrecherisch, ein Sturm aus Sound, der seine Hörer wegblies, und der später Bands wie Metallica beeinflusste.

Fliegende Fetzen im Studio

In seiner Zeit mit Motörhead war Clarke bei den vier großen Studioalben der Band zu hören: „Overkill“, „Bomber (beide 1979) „Ace of Spades“ (1980) und „Iron Fist“ (1982) sowie bei der legendären Konzertplatte „No Sleep Till Hammersmith“ (1981), die es als erstes Livealbum überhaupt aus dem Stand auf Platz 1 der Britcharts schaffte. Streit gab es in der „Iron Fist“-Zeit über den Sound des Albums und die musikalische Ausrichtung der Band. Clarke hatte das Album aus Kostengründen produziert, während der „Iron Fist“-Tour sollte er auf Kilmisters Geheiß auch noch dessen Duett-EP „Stand by Your Man“ mit der Plasmatics-Sängerin Wendy O. Williams (Queen of Shock Rock) betreuen. Überarbeitung, fliegende Fetzen im Studio - Clarke ging und machte mit UFO-Bassist Pete Way und der Band Fastway auf eigene Faust weiter. Der genialische Funken aber fehlte dieser Formation, und so blieb Clarke weiterer Erfolg versagt.

Das Rockmonster wird zur Kultband

Zu den Legenden des Rock zählt der 1950 in London geborene Musiker dennoch. Motörhead machten mit der singenden Gitarre des Ex-Thin-Lizzy-Gitarristen Brian Robertson weiter, dessen Spiel von den Fans aber abgelehnt wurde. Robertson wurde 1983 nach einem Konzert in Hannover von Kilmister gefeuert und Phil Campbells Gitarre ließ Motörhead wieder motörheadiger klingen. Aber die Großhallentage der Band waren zu Ende, kleinere Säle wurden fortan bespielt, das Rockmonster Motörhead wurde zur Kultband. 2000 stand Clarke dann beim Jubiläumskonzert zum 25-jährigen Bandbestehen in Brixton auf der Motörhead-Bühne, 2014 jagte er neben Lemmy in der Birmingham Arena noch einmal „Ace of Spades“ aus den Lautsprechern.

Am Montag war auf der Motörhead-Facebook-Seite zu lesen, dass Edward Allan Clarke an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben war. Der Schlagzeuger Phil Taylor war am 11. November 2015 gestorben, nur sechs Wochen später war damals Lemmy Kilmister gefolgt. Mikkey Dee, Motörhead-Drummer seit 1985 und seit dem Auseinanderbrechen der Band bei den Scorpions am Schlagzeug sagte dem Rolling Stone, Clarke erst kürzlich in guter Verfassung angetroffen zu haben. „Ein kompletter Schock … Aber jetzt können Lem und Philthy wieder mit ihm jammen.“ Man werde es garantiert unten auf Erden hören können.

Von Matthias Halbig/RND

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