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Panorama Hollywood-Star Kirk Douglas wird 100
Nachrichten Panorama Hollywood-Star Kirk Douglas wird 100
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12:03 09.12.2016
Kirk Douglas feiert am Freitag seinen 100. Geburtstag. Quelle: dpa
Hannover

Der Auftritt ist schon wieder ein paar Jahre her. Aber was sind schon ein paar Jahre, wenn man 100 wird? Jedenfalls enterte bei der Oscar-Verleihung 2011 ein zerbrechlich wirkender Herr die Bühne. Er stützte sich auf einen Stock, seine Stimme war schleppend als Folge eines Schlaganfalls. In Sachen Lässigkeit und leicht anzüglichem Humor aber stach er alle anderen Laudatoren an diesem Abend aus. Der Redner mit dem ausgeprägten Kinn zeigte noch einmal, was ein Hollywood-Haudegen alter Schule drauf hat. Das Publikum erhob sich geschlossen von seinen Sitzen – nicht um die Oscar-Preisträgerin Melissa Leo zu feiern, sondern deren ersten Gratulanten. Und der hieß Kirk Douglas.

Kirk Douglas und Melissa Leo bei der Oscarverleihung 2011. Quelle: dpa

Beinahe schien es, als sei da ein Fossil aus einer vergangenen Ära noch einmal quicklebendig in der Gegenwart aufgetaucht. Seine Mitstreiter mit den klangvollen Namen aus goldenen Hollywood-Tagen sind längst abgetreten, etwa Burt Lancaster, Humphrey Bogart, John Wayne, Robert Mitchum, Jack Lemmon, Barbara Stanwyck – neben der Douglas als Alkoholiker-Gatte 1946 in „Die seltsame Liebe der Martha Ivers“ im Kino debütierte. Aber Douglas, dieser körperbetonte Schauspieler mit den leuchtend blauen Augen, ist immer noch da.

Douglas spielte in über 80 Filmen

„Ich habe den Zweiten Weltkrieg überstanden, einen Hubschrauberabsturz und zwei neue Kniegelenke“, hat er mal gescherzt. Der Schlaganfall, nach dem er das Sprechen erst wieder mühsam hatte lernen müssen, gehört ebenso in diese Aufzählung.

In seiner langen Karriere hat Douglas in mehr als 80 Filmen gespielt. Er war der Sklave Spartacus und der Maler Vincent van Gogh, Odysseus und Doc Holliday, der „Reporter des Satans“ und „Der Champion“ im Boxring, der für seine Männer eintretende Offizier im Anti-Kriegsfilm-Klassiker „Wege zum Ruhm“ und der skrupellose Filmproduzent in „Stadt der Illusionen“. Ziemlich oft habe er „Kotzbrocken und Hurensöhne“ gespielt, hat er mal gesagt. Mit den Regisseuren Billy Wilder, Howard Hawks, Otto Preminger, Elia Kazan und natürlich mit Stanley Kubrick arbeitete er zusammen. Einen Oscar für einen bestimmten Film hat er nie gewonnen. Erst 1996 gab es für ihn eine Ehren-Trophäe fürs Lebenswerk.

Kaum ein anderer steht so wie er für das alte Hollywood. Kaum ein anderer hat aber auch innerhalb des Systems so sehr auf seine Unabhängigkeit gepocht. Nur kurz zu Beginn seiner Karriere ließ er sich an ein Studio binden, dann gründete er sein eigenes und bestimmte fortan selbst über seine Auftritte.

Douglas hilft Männlichkeit auf die Sprünge

Auf der Leinwand strotzte der maskuline Douglas vor Kraft. Manchmal half er dabei ein kleines bisschen nach: Wollte er besonders schwungvoll auf ein Pferd springen, ließ er unauffällig ein Trampolin in Position bringen.

Als Kind armer jüdisch-russischer Einwanderer wurde Issur Danielowitsch Demsky am 9. Dezember 1916 im Armenviertel der Industriestadt Amsterdam im US-Bundesstart New York geboren. Er wuchs auf mit sechs älteren Schwestern. Seine (inzwischen um zwei Bände erweiterte) Autobiografie von 1988 nannte er „Der Sohn des Lumpensammlers“. Früh lernte er, sich durchzusetzen. Bevor Douglas am Broadway seine Schauspielkarriere begann, jobbte er als Kellner, Portier und auch als Jahrmarkt-Ringer.

Der gefeierte Star Douglas wagte 1960 etwas, was für andere undenkbar war: In seiner Eigenschaft als „Spartacus“-Produzent nannte er den Namen Dalton Trumbo im Filmabspann, obwohl dieser Drehbuchautor ganz oben auf der schwarzen Liste des Kommunistenjägers McCarthy stand. Das kam damals einer Heldentat gleich. Nach und nach durften nun auch andere aus der Verbannung zurückkehren.

100 Jahre Kirk Douglas

1939: Bachelor of Arts an der privaten St. Lawrence University

1943: Eheschließung mit Diana Dill (bis 1951)

1946: erste Filmrolle in „Die seltsame Liebe der Martha Ivers“

1950: erste Oscar-Nominierung für „Zwischen Frauen und Seilen“

1953: zweite Oscar-Nominierung für „Stadt der Illusionen“

1954: Eheschließung mit Anne Buydens

1955: Gründung der Filmgesellschaft „Bryna Productions“

1957: dritte Oscar-Nominierung für „Ein Leben in Leidenschaft“

1988: Kirk Douglas veröffentlicht seine Memoiren

1996: Oscar fürs Lebenswerk

2003: erster Film mit Sohn Michael („Es bleibt in der Familie“)

2008: letzte Rolle in dem Film „Mord im Empire State Building“

Wie der Vater, so der Sohn

Heute ist Sohn Michael („Wall Street“) berühmter als Vater Kirk. Die beiden standen auch gemeinsam vor der Kamera, etwa in der Komödie „Es bleibt in der Familie“ (2003). Inzwischen hat sich Kirk Douglas in eine Villa in Beverly Hills zurückgezogen. Dort lebt er mit seiner zweiten Frau, der aus Hannover stammenden Anne Buydens. Den Großteil seines Vermögens von 80 Millionen Dollar hat das Ehepaar im Vorjahr für wohltätige Zwecke gespendet, einen großen Batzen an einen Verein für alte und kranke Schauspielerkollegen. Noch so eine nicht ganz selbstverständliche Tat im Leben des Hollywoodhelden Kirk Douglas.

Von RND/Stefan Stosch

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