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Panorama „Ich wollte Sex mit ihr haben“: Polizei findet Schaufensterpuppe in Bett von 20-Jährigem
Nachrichten Panorama „Ich wollte Sex mit ihr haben“: Polizei findet Schaufensterpuppe in Bett von 20-Jährigem
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14:10 06.02.2019
Mehrere Schaufensterpuppen. (Symbolfoto) Quelle: dpa
Oschatz

„Es stimmt alles, ich war es.“ Der 20-jährige Denis B. aus Oschatz in Sachsen hat noch seine Jacke angezogen, als möchte er gleich wieder aufstehen und verschwinden. Doch seine Körperhaltung ist schlaff und lustlos, als würde er nicht realisieren, dass er gerade vor einem Jugendschöffengericht steht. Die Anklage lastet ihm räuberischen Diebstahl in Tateinheit mit Bedrohung, Beleidigung und Körperverletzung an.

Im Sommer 2017 hatte es der ehemalige Förderschüler und jetzt beschäftigungslose Denis B. auf eine etwa 50 Zentimeter große, mädchenhafte Brunnenfigur in der Freiherr-vom-Stein-Promenade abgesehen. Die holte er sich eines Nachts und zerstörte dabei auch den Brunnen und letztlich ging auch die Figur zu Bruch. Auf die Frage von Jugendrichter Michael Christiansen, was er mit der Figur vorgehabt habe, gesteht der Angeklagte: „Ich wollte Sex mit der Figur haben.“

Mit der Schaufensterpuppe auf der Flucht

Das war wohl auch der Antrieb, als sich Denis B. wenige Tage später in die Oschatzer Stadt aufmachte und bei einem Oschatzer Hochzeitsausstatter eine weibliche Schaufensterpuppe kaufen wollte. Er wurde abgewiesen. Dazu hatte die Inhaberin eines Oschatzer Sportwarengeschäftes am Neumarkt allerdings keine Chance. Denis B. ging in die Kinderecke, griff sich dort eine Schaufensterpuppe in Kindergröße und versuchte zu verschwinden. Die Ladeninhaberin, die auch als Zeugin geladen war, erinnerte sich noch an ein großes Scheppern, als der junge Mann verschwinden wollte. Eine Kundin versuchte noch die Flucht zu vereiteln und wurde am Kinn getroffen. Letztlich gelang es dem Angeklagten, mit der Puppe zu verschwinden. Als die Polizei zwei Tage später bei dem jungen Mann klingelte, fand sie die Puppe in dessen Bett.

Und noch ein weiterer Fall steht zur Verhandlung, so soll Denis B. in Oschatz eine Familie gestalkt haben. „Er stand an einem Morgen bei uns auf dem Grundstück und hat gefragt, ob wir ein oder zwei Bäder haben. Da klingelten bei mir die Alarmglocken“, erzählt der Familienvater, der Anzeige erstattete und Denis B. auch mehrmals am Haus beobachtete. Warum sich der Angeklagte gerade die Familie ausgesucht hatte, blieb in der Verhandlung offen. „Das alles hat uns schon sehr beschäftigt und wirkt bis heute nach“, sagte der Zeuge. Im Zuge des Stalkings und der polizeilichen Ermittlung tauchte Denis B. außerdem in der Oschatzer Polizeiwache auf und beleidigte den Diensthabenden.

Angeklagter seit einem Jahr nicht mehr aufgefallen

Seit Januar 2018 ist der Angeklagte offenbar nicht mehr strafrechtlich in Erscheinung getreten. Seit diesem Zeitpunkt befindet er sich in psychiatrischer Behandlung und nimmt Tabletten ein. Für den Richter ein positives Zeichen.

„Uns beschäftigt heute aber nicht nur die Rechtssprechung in diesem Fall, sondern die Frage: Geht von dem Angeklagten eine weitere Gefahr aus?“, erläuterte der Jugendrichter. Darauf konnte der Gutachter und psychiatrische Forensiker Dr. Peter Grampp eine Antwort geben. Er bescheinigte dem jungen Mann eine psychische Erkrankung, die zumindest zum jetzigen Zeitpunkt keine Einweisung in eine geschlossene Einrichtung notwendig macht, aber medikamentös und therapeutisch behandelt werden muss. Die Staatsanwaltschaft forderte letztlich ein Jahr Jugendgefängnis mit einer dreijährigen Bewährungsfrist, forderte eine notwendige Behandlung sowie 150 Stunden gemeinnützige Arbeit. Sollte gegen die Auflagen verstoßen werden, muss Denis B. seine einjährige Jugendstrafe antreten.

Das Jugendschöffengericht folgte dem Antrag, das Urteil wurde noch im Gerichtssaal rechtskräftig.

Von Hagen Rösner/RND

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