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Panorama Initiative kämpft für Rauchverbot im Auto
Nachrichten Panorama Initiative kämpft für Rauchverbot im Auto
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15:45 06.12.2016
Das Rauchen im Auto soll künftig verboten werden – wenn es nach dem Willen der Nichtraucherinitiative geht. Quelle: dpa
München

Die Nichtraucher-Initiative Deutschland (NID) hat an Bundesregierung und Bundestag appelliert, das Rauchen im Auto im Beisein von Kindern endlich zu verbieten. Gerade die Kinder als die Schwächsten bräuchten einen besonderen Schutz der Gesundheit, sagte NID-Vizepräsident Ernst-Günther Krause.

Schätzungen zufolge fährt jeder dritte Raucher mit Zigarette im Auto, obwohl Kinder dabei sind. Mehr als eine Millionen Kinder sind dem blauen Dunst ausgesetzt – eine vorsichtige Schätzung. Die Folgen: nicht abzuschätzen.

Vorbild für die Initiative ist Schottland, das ein rigoroses Gesetz verabschiedet hat: Wer quarzend am Steuer erwischt wird und Kinder sind mit dabei, der muss 100 bis 1000 britische Pfund Strafe zahlen, also etwa 120 bis 1200 Euro. „Ein solches Rauchverbot im Auto ist in Deutschland überfällig“, sagte Krause.

Tödliche Sucht: Wer raucht, gefährdet seine Gesundheit – und die seiner Mitfahrer. Quelle: dpa

Aber woran scheitern die Versuche in Deutschland bisher? Wohl am nötigen Druck. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hatte im vergangenen Juli an alle Eltern appelliert, auf der Fahrt in den Urlaub auf das Rauchen im Auto zu verzichten. Eine Empfehlung, mehr nicht. Mortler sagte: „Selbst rauchen ist das eine, die Gesundheit anderer zu belasten das andere, gerade, wenn es um Kinder und Jugendliche geht.“ Auf einen Gesetzentwurf wartet die Nichtraucher-Initiative bisher noch immer vergeblich.

Fünf Millionen Menschen sterben jährlich

Die Gefahren sind immens: Auch Gelegenheitsraucher schrauben ihr Risiko für einen vorzeitigen Tod langfristig merklich hoch. Das bestätigt eine neue Studie aus den USA. Selbst Menschen, die im Mittel weniger als eine Zigarette pro Tag rauchen, hätten ein höheres vorzeitiges Sterberisiko als lebenslange Nichtraucher, berichten Forscher im Fachjournal „JAMA Internal Medicine“.

Weltweit sterben jährlich nach Schätzungen rund fünf Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens. Für die Analyse waren Daten von über 290.000 zum Studienstart 59 bis 82 Jahre alter Amerikaner ausgewertet worden, die 2004/05 zu ihrer Rauchhistorie befragt wurden.

Darunter waren gut 22.000 Raucher, 156.000 Ex-Raucher und 111.000 lebenslange Nichtraucher. Rund 1500 der Raucher konsumierten im Mittel seit jeher ein bis zehn Zigaretten pro Tag. Lebenslang weniger als eine Zigarette war es bei 159 Befragten. Nach der Befragung wurde der Gesundheitszustand der Teilnehmer fortlaufend bis 2011 erfasst. Mehr als 37 300 von ihnen starben in diesem Zeitraum.

Für Menschen, die langfristig ein bis zehn Zigaretten täglich rauchen, liege die Gefahr, früher zu sterben, um 84 Prozent höher als bei lebenslangen Nichtrauchern, erklären die NCI-Wissenschaftler.

Von RND/dpa/cab

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