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Panorama Irak: Mutmaßlicher Mörder von Susanna festgenommen
Nachrichten Panorama Irak: Mutmaßlicher Mörder von Susanna festgenommen
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16:34 08.06.2018
Der mutmaßliche Mörder von Susanna, Ali B., wurde im Irak festgenommen. Quelle: dpa
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Quedlinburg

Der Tatverdächtige im Fall der getöteten 14-jährigen Susanna, Ali B., ist im Irak festgenommen worden. Das sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Freitag in Quedlinburg. Der irakische Flüchtling steht im Verdacht, das Mädchen aus Mainz vergewaltigt und umgebracht zu haben.

Der 20-Jährige war nach Aussagen der Staatsanwaltschaft vermutlich am vergangenen Donnerstag mit seiner siebenköpfigen Familie überhastet abgereist. Ein weiterer Verdächtiger wurde am Donnerstag wieder freigelassen.

Festnahme durch kurdische Sicherheitsbehörde

Wörtlich sagte Seehofer: „Der im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt an Susanna F. beschuldigte Ali B. ist heute Nacht, am 8. Juni 2018, gegen 2.00 Uhr durch kurdische Sicherheitsbehörden im Nordirak auf Bitten der Bundespolizei festgenommen worden.“ Er fügte hinzu: „Das mit der Auslieferung läuft jetzt nach den internationalen Regeln.“ Mit Hilfe von Polizei und Auswärtigem Amt würden alle nötigen Anträge gestellt.

Die 14-Jährige war vor zwei Wochen verschwunden. Ihre Leiche wurde am Mittwoch in einem Erdloch bei Wiesbaden gefunden. Am Donnerstag gaben die Behörden in einer Pressekonferenz bekannt, dass es sich bei der Leiche um das vermisste Mädchen handele.

Der Fall sorgte deutschlandweit für großes Aufsehen – auch in der Politik. So wird über die Frage diskutiert, weshalb Ali B. trotz unterschiedlicher Namen in den Ausweispapieren und auf der Bordkarte ungehindert in die Türkei fliegen konnte.

Seehofer dankt den kurdischen Behörden

Seehofer sagte dazu am Freitag: „Mir ist wichtig, der Bevölkerung mitteilen zu können, dass nach diesem furchtbaren Verbrechen sich Gott sei Dank aufgrund der internationalen Zusammenarbeit niemand mehr – an welcher Stelle in dieser Erde (auch immer) – sicher fühlen kann. Das ist für betroffene Familien natürlich nicht der Trost“, sagte der Minister weiter. Dennoch sei es für die „staatliche Gemeinschaft“ wichtig, „dass auf ein so furchtbares Verbrechen dann möglicherweise auch die Sühne kommt“.

Seehofer erklärte weiter: „Ich danke den beteiligtem kurdischen Sicherheitskräften, dass diese die Verhaftung möglich gemacht haben. Dieser Erfolg ist das Ergebnis der guten Zusammenarbeit zwischen den kurdischen Sicherheitsbehörden im Irak und der deutschen Bundespolizei.“

70 Hinweise an die Ermittler

In Deutschland suchen die Ermittler weiter Antworten auf viele offene Fragen zur Tat. Im für den Fall eingerichteten Call-Center seien bis Freitagmittag rund 70 Hinweise eingegangen, sagte ein Polizeisprecher am. Diese hätten die Beamten aber bisher nicht entscheidend weitergebracht, viele Hinweise würden noch abgeklärt. Den Ermittlern gehe es unter anderem darum, die Geschehnisse vor der Tat so genau wie möglich rekonstruieren zu können. Dafür hoffe man auf Zeugen.

Auch die Staatsanwaltschaft konnte keine neuen Erkenntnisse bekanntgeben. Das schriftliche Obduktionsergebnis und die DNA-Analysen lägen noch nicht vor, sagte Oberstaatsanwältin Christina Gräf. Es sei auch unklar, ob man wegen der langen Liegezeit der Leiche überhaupt noch verwertbares DNA-Material finden könnte.

Von RND/dpa

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