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Panorama Kapitän Schwandt: „Meine Beerdigung ist geplant“
Nachrichten Panorama Kapitän Schwandt: „Meine Beerdigung ist geplant“
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17:17 08.10.2016
„Ich werde in Würde abtreten“: Kapitän Schwandt. Quelle: dpa
Hamburg

Jürgen Schwandt zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück – aus gesundheitlichen Gründen. „Ein alter Kapitän weiß, wann es Zeit ist, von der Brücke zu gehen“, schrieb der 80-Jährige auf seiner Facebook-Seite. Schwandts Verlag hatte erst Ende September mitgeteilt, dass es ihm nicht gut gehe.

„Ich habe keine Angst vor dem Tod. Achtzig Jahre waren meine Ziellinie, die habe ich erreicht“, schrieb Schwandt auf der Internetseite seines Verlages. „Es grenzt an ein Wunder, dass es mir mit meinem Lebenswandel überhaupt gelang.“ Seit 63 Jahren rauche er. In früheren Jahren habe er auch zu viel getrunken. „Ich bin dankbar, dass ich so alt werden durfte.“

Schwandt: „Ich werde in Würde abtreten“

Die nächste Zeit werde er in Wartezimmern von Ärzten verbringen. Die Nachrichtenagentur dpa berichtete, dass er sich einer Operation unterziehen müsse. „Ich habe Vorsorge getroffen, um meine Frau organisatorisch zu entlasten. Meine Beerdigung ist geplant, der Grabplatz, der Ablauf der Trauerfeier, die Musik, die gespielt werden soll“, schrieb Schwandt. „Ich werde klaglos und in Würde abtreten, wenn es soweit ist.“

Der 80-Järige war in den vergangenen Monaten als Blogger gegen Rechts bundesweit bekannt geworden. Er bezog regelmäßig Stellung gegen fremdenfeindliche und rechtsextreme Hetze auf Facebook. „Ich stelle mich gegen die AfD. Mit Worten und Argumenten. Gewalt ist keine Lösung“, schrieb er zum Beispiel am 30. April. Und am 31. August meinte er: „Jeder zehnte Deutsche engagiert sich aktiv in der Hilfe für Flüchtlinge. So viele Gutmenschen. Das finde ich stark.“

Einsatz gegen die neuen Rechten

„Als Leidtragender des Dritten Reiches hatte ich mir geschworen, aufzustehen gegen die neuen Rechten, gegen die AfD und NPD. Mir gefiel es, dass ich meine Popularität für Schwache und Außenseiter einsetzen konnte“, schrieb Schwandt in einem Gastbeitrag in der „Hamburger Morgenpost“.

Jetzt müsse er seine Kräfte sammeln für den letzten Abschnitt seines Lebens. „Macht es gut, Euer Kapitän Schwandt“, schrieb er auf Facebook.

Von RND/wer