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Panorama 2016 ist ein Jahr der Nachrufe
Nachrichten Panorama 2016 ist ein Jahr der Nachrufe
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15:17 29.06.2016
Bud Spencer, Prince, Peter Lustig, Muhammad Ali, David Bowie, Götz George, Johan Cruyff, Hans Dietrich Genscher – nach dem ersten Halbjahr 2016 haben viele Menschen dieses eine Gefühl: Es sterben viele Prominente, gefühlt mehr als sonst. Dieser Eindruck täuscht nicht. Quelle: dpa
Berlin/Hannover

Nach dem Tod von Bud Spencer schrieb eine taurige Twitter-Nutzerin am Dienstag: "2016 nimmt mir komplett alle meine Helden." Ein anderer Nutzer fragte: "Was ist denn los dieses Jahr?"

Diese Frage stellten sich viele Menschen schon vor vier Wochen, als Muhammad Ali starb. Und im April, als sie um Prince trauerten. Es scheint, als würden 2016 mehr Prominente sterben als in den Vorjahren.

Dieser Eindruck täuscht nicht, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Bei besonders wichtigen, überraschenden oder alarmierenden Ereignissen wie Terroranschlägen oder Flugzeugabstürzen verschickt sie Eilmeldungen.

Doppelt so viele Eilmeldungen

Die Nachrichtenagentur hat nachgezählt, wie viele Eilmeldungen sie in diesem Jahr schon verschickte, nachdem eine bekannte Person gestorben ist: Es waren bereits mehr als 30.

Das sind deutlich mehr als in den Vorjahren. 2015 verschickte dpa im ersten Halbjahr 25 Eilmeldungen für einen gestorbenen Promi. 2014 waren es 16, 2013 wurden 14 gemeldet und 2012 gerade einmal 10.

Und doppelt so viele Nachrufe

Der britische Fernsehsender BBC ist zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Er verglich die Anzahl der Nachrufe in diesem und im vergangenen Jahr. Ergebnis: Zwischen Januar und März 2016 sendete die BBC doppelt so viele Nachrufe auf Promis wie im gleichen Zeitraum in 2015.

Aber warum? Ist das Zufall, eine Verschwörung oder hat Gott schlechte Laune, wie viele Nutzer in den sozialen Netzwerken schreiben – halb im Scherz, halb ehrfürchtig? Es gibt mindestens drei sachliche Erklärungsversuche:

  • Erstens leben und sterben auf der Erde immer mehr Menschen, das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Promis dabei sind. Die geburtenstarken Jahrgänge der westlichen Welt aus den 1940er bis 1960er Jahren kommen zudem in ein höheres Alter.
  • Zweitens ist die Unterhaltungsindustrie seit den 1960er Jahren deutlich gewachsen und erst richtig groß geworden – und besonders in den 60ern/70ern/80ern sind eben auch viele Menschen massenwirksam und generationenprägend zu Stars geworden. Sie sind nun alt.
  • Drittens sorgen Medien und soziale Netzwerke heute dafür, dass Todesmeldungen mehr Verbreitung finden und auch schneller um die Welt gehen – auch von Menschen, die früher vielleicht weniger Leute bewegt hätten, wie der "Star Trek"-Schauspieler Anton Yelchin, der im Juni tragisch mit 27 Jahren in Los Angeles starb.

dpa/RND/wer

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