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Panorama NRW schiebt „König der Taschendiebe“ ab
Nachrichten Panorama NRW schiebt „König der Taschendiebe“ ab
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21:28 09.12.2016
NRW hat einen Mann aus Marokko in seine Heimat abgeschoben, gegen den zahlreiche Anzeigen wegen Diebstahls und Körperverletzung vorgelegen haben sollen. Quelle: dpa
Düsseldorf

Der Asylbewerber Taoufik M. sei am späten Donnerstagnachmittag unter massivem Widerstand in sein Heimatland Marokko abgeschoben worden, berichtete die „Rheinische Post“ unter Berufung auf das nordrhein-westfälische Innenministerium. Ein erster Versuch sei vor zwei Wochen an der heftigen Gegenwehr des Mannes gescheitert, berichtete „Spiegel Online“. Der Marokkaner habe sich so massiv gewehrt, dass der Pilot sich geweigert habe, den 33-Jährigen an Bord zu nehmen.

Innenminister: „Dieser Mann ist ein Krimineller“

Der zweite Versuch am Donnerstag war erfolgreicher: Taoufik M., der zuletzt in Düsseldorf gelebt habe, sei in Begleitung von Bundespolizisten mit einer Maschine der Royal Air Maroc von Frankfurt am Main nach Casablanca ausgeflogen worden, meldete die „Rheinische Post“. Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) sagte der Zeitung: „Dieser Mann ist kein Flüchtling, sondern ein Krimineller.“

Gegen den vorbestraften Taoufik M. lagen nach Angaben der „Rheinischen Post“ und von „Spiegel Online“ zeitweilig rund 20 Anzeigen vor – unter anderem wegen Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung und gewerbsmäßigen Diebstahls. Für die Düsseldorfer Polizei sei er eine Schlüsselfigur der organisierten Bandenkriminalität gewesen, berichtete die Zeitung. Taoufik M. kokettierte nach Angaben von „Spiegel Online“ mit seiner Rolle und gab auch Interviews.

Ein Journalist des „Spiegel“ traf ihn nach eigenen Angaben mit Hilfe eines Mittelsmannes – dieser habe den Reporter mit dem „König der Diebe“ zusammengebracht. Das war Anfang 2016. Damals sagte Taoufik M., er habe keine Angst davor, abgeschoben zu werden. „Wenn sie mich abschieben, bin ich nächste Woche wieder hier“, sagte er damals dem „Spiegel“-Journalisten.

Von afp/RND/wer