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Panorama Amokdrohung gegen Leipziger Schulen
Nachrichten Panorama Amokdrohung gegen Leipziger Schulen
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13:23 17.10.2016
In Leipzig sind gegen mehrere Schule Amokdrohungen eingegangen. Eine Polizistin bewacht den Eingang.  Quelle: dpa
Leipzig

 Ein Unbekannter hat am Montag in mindestens elf Leipziger Schulen, aber auch in Bildungseinrichtungen in anderen deutschen Städten mit einem Amoklauf gedroht. Nach Angaben der Polizei sei eine entsprechende E-Mail mit jeweils gleichem Wortlaut gegen 9 Uhr in den Sekretariaten der Schulen eingegangen.

Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung stand in der Betreffzeile lediglich das Wort „Opfer“ – was auf einen eher jugendlichen Absender schließen lässt. Die Polizei sicherte alle betroffenen Gebäude, gab gegen Mittag dann teilweise Entwarnung. Die Lage sei unter Kontrolle, hieß es. „Es gibt bisher keine Anhaltspunkte für eine bevorstehende Gewalttat“, erklärte Polizeisprecherin Maria Braunsdorf. In Absprache mit der Bildungsagentur werde der Unterricht nun wie gewohnt fortgesetzt. Eltern sollen sich bei Fragen an die jeweilige Schulleitung wenden.

Gewaltandrohung kommt per Email

Zum genauen Wortlaut der E-Mails wollten die Beamten keine Angaben machen. „Ich kann nur sagen: In den E-Mails wurde mit Gewalt gedroht“, erklärte Braunsdorf. Zeitgleich zu den Droh-E-Mails in der Messestadt gingen in zwei Magdeburger Gymnasium Amok-Ankündigungen ein. In den dort sicher gestellten E-Mails wurde eine Straftat für 10 Uhr angekündigt, sagte die Magdeburger Polizeisprecherin Beatrix Mertens. Zudem sollen laut der Behörden auch Schulen in Göttingen, Osnabrück und in Oberfranken entsprechende Drohungen bekommen haben.

Wie Roman Schulz, Sprecher der Leipziger Bildungsagentur, am Morgen erklärte, hatten die Schulleiter nach Erhalt der E-Mails sofort die Polizei informiert. Alle Gebäude seien dann umfangreich gesichert worden, niemand kam nun rein noch raus. Heiner Wulfert, Schulleiter der Neuen Nikolaischule, ordnete beispielsweise an, dass die Schüler ihre Klassenräume nicht verlassen dürfen. Wegen des Einsatzes wurde die Naunhofer Straße an der Schule in Stötteritz stadtauswärts gesperrt. Die Polizei begann mit Durchsuchungen in den Gebäuden, im Laufe des Tages sollen alle betroffenen Schulen nach möglichen Waffen durchkämmt werden.

Unterricht wurde fortgesetzt

Für die Schüler normalisierte sich die Situation im Laufe des Tages wieder zunehmend. Im Reclam-Gymnasium konnten wartende Eltern ihre Kinder bereits gegen 11 Uhr in Empfang nehmen. Der Unterricht werde aber auch wie gewohnt fortgesetzt, so dass die Schüler auch weiterhin in der Bildungseinrichtung verbleiben können, hieß es.

Die Schüler erfuhren dort offenbar auch erst aus den sozialen Netzwerken, dass eine Amok-Drohung gegen ihr Gymnasium ausgesprochen wurde. Nach Eingang der E-Mail löste die Schulleitung eine Notfall-Sicherung aus, bei der alle Schultüren automatisch verschlossen wurden und nicht mehr von außen geöffnet werden konnten. Die Schüler wurden nicht informiert, sie glaubten lange, es handele sich um eine Brandschutzübung. Erst durch Berichte in sozialen Netzwerke und in den Medien hätten sie von der eigentlichen Gefahr erfahren, hieß es.

Eltern nehmen per Internet Kontakt zu Kindern auf

Nach der vorsichtigen Entwarnung der Polizei am Montagmittag wird der Unterricht in allen Gymnasien fortgesetzt. Die Schulleitung im Reclam-Gymnasium empfahl den Eltern auch, ihre Kinder weiter im Gebäude zu belassen – auch um die Situation gemeinsam verarbeiten zu können. Aus der Nikolaischule hieß es derweil ebenfalls, die Kinder könnten die Bildungseinrichtung verlassen. Vor dem Schulgebäude in Stötteritz warteten schon zahlreiche Passanten und Eltern.

Viele der Eltern nahmen über Internet-Chats Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen auf. Zum Teil sendeten die Schüler am Montag auch via Facebook und Co. Lebenszeichen und erklärten, dass es ihnen gut gehe. Der Leipziger Stadtschülerrat reagiert via Twitter indes geschockt. „Wir hoffen es passiert nichts und es geht allen Schülerinnen und Schülern gut!“

Von RND/mro/nöß/dom/mpu