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Panorama Polizei jagt Steinewerfer auf der Autobahn 7
Nachrichten Panorama Polizei jagt Steinewerfer auf der Autobahn 7
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17:08 26.09.2016
Nur noch Schrott: Der Citroen der Familie aus Biberach hat sich mehrfach überschlagen. Quelle: Feuerwehr Heidenheim
Heidenheim

Die Polizei in Baden-Württemberg sucht mit Hochdruck nach einem Steinewerfer an der Autobahn 7 bei Heidenheim. „Das war kein Zufall, das hat niemand mit ein Steinchen gekickt“, heißt es von der Polizei.

Mehr als 250 Meter mussten die Brückenteufel, die den Stein von der Brücke über der Autobahn 7 vor dem Giengener Flugplatz auf die Fahrbahn geworfen hatten, den Klotz schleppen. Es war also Vorsatz.

Fahrer kann Betonklotz nicht ausweichen

Die schreckliche Tat verursachte einen Unfall, der das Leben einer vierköpfigen Familie für immer verändert haben dürfte. Serdal O., der 33-jährige Vater und Fahrer des Citroen, konnte nicht mehr ausweichen und rollte über das Hindernis. Neben ihm saß seine 25-jährige Frau, auf dem Rücksitz die sechsjährige Tochter und der vierjährige Sohn. Serdal O. verlor die Kontrolle über das Fahrzeug, das die Böschung hochschleuderte und sich mehrfach überschlug.

Die Polizei riegelt die Unfallstelle ab. Quelle: Feuerwehr Heidenheim

Die Sechsjährige wurde aus dem Auto geschleudert. Mit schweren Verletzungen liegt sie im Krankenhaus, kämpft ums Überleben. Die Mutter überlebte den Unfall ebenfalls nur mit viel Glück und trug ebenso schwere Verletzungen davon. Vater und Sohn hatten noch Glück im Unglück, ihr Zustand ist stabil.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nun wegen versuchten Mordes. Die Kripo Ulm hat eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die „Soko Crash“, und setzt auf Unterstützung aus der Bevölkerung. Bislang jedoch gebe es nur wenige Hinweise, zumal sich der Unfall in der Nacht gegen 1.45 Uhr ereignet hatte.

Galt die Attacke bewusst der Familie?

Unklar ist auch, ob der Betonklotz die Familie, die auf dem Heimweg nach Biberach unterwegs war, treffen sollte. Zeugen berichten, dass kurz zuvor ein Auto auffiel, das sich nur dank einer heftigen Ausweichbewegung vor dem Unfall schützen konnte. Erste Hinweise, dass der Stein einen vorausfahrenden Bus hätte treffen sollen, wurden nicht bestätigt.

Fest steht aus Sicht der Polizei: „Hätte der Stein das Auto getroffen, hätten die Insassen keine Chance gehabt.“

Die Wahnsinnstat weckt Erinnerungen an den Fall der deutschen Familie, die in Dänemark Opfer eines Steinewerfers wurde. Die 33-jährige Familienmutter starb bei dem Unglück. Nach dem Täter fahndet die Polizei bis heute. Das ist nun fünf Wochen her. Im Visier: ein alter Kombiwagen, den ein Zeuge in der Nacht in der Nähe der Autobahn gesehen hatte. „Theoretisch können der oder die Täter in dem Wagen gesessen haben, aber es ist auch möglich, dass es sich um einen wichtigen Zeugen handelt, mit dem wir gern sprechen möchten“, berichtete Polizeikommissar Michael Lichtenstein.

Von RND/Carsten Bergmann

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