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Panorama Polizei rüstet für Silvester auf
Nachrichten Panorama Polizei rüstet für Silvester auf
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08:24 12.12.2016
Verstärkte Präsenz: Mit 1500 Beamten wollen die Kölner Polizisten auf der Domplatte für Sicherheit sorgen. Quelle: dpa
Köln

Es gleicht einer Bilanz des Schreckens: Mindestens 1200 Frauen sind in der Silvesternacht in Deutschland Opfer von zumeist sexuellen Übergriffen geworden. Alleine auf der Domplatte in Köln kam es zu 650 Fällen. Das sind nur die Zahlen, die offiziell von der Bundespolizei veröffentlicht wurden. Die Aufarbeitung der Straftaten geht nur mühsam vorwärts oder endet in der juristischen Sackgasse – ein Alptraum für die vielen Opfer.

Damit es in diesem Jahreswechsel nicht wieder zu einer Welle der Gewalt kommt, wollen die Beamten bundesweit entsprechend aufrüsten. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Köln. Dort werden in diesem Jahr rund 1500 Polizisten im Einsatz sein – mehr als zehnmal so viele wie 2015/2016. Damals waren es gerade einmal 140. Auch das Ordnungsamt und private Sicherheitsfirmen werden verstärkt vor Ort präsent sein.

Schutzzone vor dem Kölner Dom

Auf der Domplatte vor dem Hauptbahnbahnhof wird außerdem kein Feuerwerk gestattet sein. Gerade die Bilder von explodierenden Böllern und funkensprühenden Raketen, die auf die Menschen geworfen wurden, blieben im Kopf. Videos gingen durch die sozialen Netzwerke. Die Polizei richtet nun eine Schutzzone rund um den Kölner Dom ein, in dem absolutes Böllerverbot herrschen wird.

Alles Maßnahmen, die den Opfern vom vergangenen Jahr nicht mehr helfen werden. Viele von ihnen fühlen sich nach wie vor alleine gelassen. Erst von der Polizei, dann von der Justiz. Die Bilanz der Strafverfahren in Köln und Hamburg erklärt ihre Enttäuschung:

Großer Teil Verfahren wurden eingestellt

KÖLN: Rund die Hälfte der Verfahren gegen namentlich ermittelte Beschuldigte sind mittlerweile wieder eingestellt worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden 333 Beschuldigte ermittelt und Verfahren gegen sie eingeleitet (Stand 1. Dezember 2016). Bei 87 spielte der Vorwurf eines sexuellen Übergriffs eine Rolle. Von den daraus resultierenden 267 Verfahren wurden 124 zwischenzeitlich aber wieder eingestellt – allein 80, weil sich laut Staatsanwaltschaft kein hinreichender Tatverdacht begründen ließ. 29 Verfahren mussten zudem eingestellt werden, weil der Verdächtige nicht auffindbar war.

Kölner Amtsgericht spricht 24 Urteile

Feuerwerkskörper fliegen in die Menge auf dem Kölner Domplatz. Quelle: dpa

Bis Dezember wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft 1222 Strafanzeigen bearbeitet, 513 davon beziehen sich auf den Vorwurf eines sexuellen Übergriffs. Die Staatsanwaltschaft beantragte seitdem gegen 35 Beschuldigte Anklage vor dem Amtsgericht Köln. 24 von ihnen seien bislang verurteilt worden, 18 davon rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft zählt aber auch noch 820 Ermittlungsverfahren, die gegen unbekannte Täter eingeleitet wurden, davon 372 wegen sexueller Übergriffe. Ein Großteil dieser Verfahren sei mangels weiterer Ermittlungsansätze vorläufig eingestellt worden.

245 Verfahren – ein Strafbefehl

HAMBURG: Aus 245 Ermittlungsverfahren hätten sich vier Anklagen und ein Strafbefehl ergeben, sagte Oberstaatsanwältin Nana Frombach. Wegen eines sexuellen Angriffs auf eine 19-Jährige verurteilte das Landgericht Ende August einen jungen Afghanen zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Von drei weiteren Fällen, in denen die Staatsanwaltschaft Anklage erhob, endeten zwei mit Freisprüchen. Der übrige Fall soll im Februar 2017 vor Gericht verhandelt werden.

Frombach gab die Zahl der geschädigten Frauen mit 410 an. Die Staatsanwaltschaft leitete 300 Verfahren wegen sexueller Beleidigung ein, 46 wegen sexueller Nötigung, 3 wegen Vergewaltigung. In 38 Verfahren geht es um Sexualdelikte in Verbindung mit Diebstahl, in 10 in Verbindung mit Raub und in 7 mit Körperverletzung. Sechs weitere Verfahren wurden wegen anderer Vorwürfe eingeleitet. Die Ermittlungen sind zum Teil noch nicht abgeschlossen.

Von RND/dpa/cab

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