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Polizei umstellt mutmaßlichen Attentäter

Nach Morden in Frankreich Polizei umstellt mutmaßlichen Attentäter

Der mutmaßliche Serienmörder von Toulouse ist offensichtlich gestellt. Er hat sich nach Angaben des Innenministers aber verschanzt und schießt um sich. Dennoch gibt es Hinweise, dass er sich ergeben könnte.

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Die Polizei hat in Toulouse ein Gebäude umstellt, in dem sich der mutmaßliche Attentäter von Toulouse verschanzt hat.

Quelle: Reuters

Toulouse. Die mörderische Anschlagserie von Toulouse steht vor ihrem Ende und der Aufklärung. Die Polizei hat nach Angaben von Innenminister Claude Guéant einen 24-Jährigen gestellt, der sich in einem Mehrfamilienhaus verschanzt hat und um sich schießt. Dennoch bestehe die Chance, dass er sich am Nachmittag stelle, sagte Guéant im TV-Nachrichtensender BFM. Der Mann habe einem Polizisten seine Absichten erklärt, nachdem er eine Waffe aus dem Fenster geworfen habe.

„Er hat aber weitere Waffen, darunter eine Kalaschnikow, eine Uzi und diverse Feuerwaffen“, sagte Guéant. Er sei der Täter, der drei Soldaten sowie einen Lehrer und drei Kinder einer jüdischen Schule erschossen habe. Die Justiz wolle ihn lebend festnehmen und vernehmen. „Dieser Mann hat bereits mehrere Straftaten auf französischem Boden begangen, einige mit Gewalt (...) Er spricht viel, er ist dabei, seinen gesamten kriminellen Weg zu erzählen“, berichtete Guéant.

Der Mann habe mehrfach mit den automatischen Militärwaffen um sich gefeuert. Guéant bestätigte, dass die Ermittler ihm via Internet auf die Spur kamen. Das erste Opfer war demnach mit ihm über eine Internet-Verkaufs-Plattform in Kontakt getreten, wo es sein Motorrad verkaufen wollte. Per Mail wurde ein Treffpunkt vereinbart. Die von Polizeiermittlern identifizierte IP-Adresse gehörte den Angaben zufolge zu einem Computer, der der Mutter des Tatverdächtigen gehört. „Das hat bei den Ermittlungen die Wende eingeleitet“, sagte Guéant. In ersten Berichten war vom Computer des Bruders die Rede, dem Guéant ebenfalls radikale Überzeugungen bescheinigte. Die Mutter habe bereits seit längerem wegen ihrer Nähe zu radikalen Salafisten unter Beobachtung der Ermittler gestanden.

„Als sich die Polizisten seiner Tür näherten, hat er sofort durch die Tür geschossen. Ein Polizist wurde verletzt, aber er schwebt nicht in Lebensgefahr“, ergänzte Guéant. Auch ein zweiter Beamter wurde demnach verletzt. „Der Bruder des Verdächtigen wurde festgenommen (...) Die Mutter wurde zum Ort gebracht und gebeten, Kontakt zu ihrem Sohn aufzunehmen, was sie nicht gewollt hat.“

Das von der Polizei umstellte, aber nicht evakuierte Mehrfamilienhaus befindet sich in einem ruhigen Wohnviertel der südfranzösischen Stadt. Von dort aus berichtete auch Innenminister Guéant.

In ersten Reaktionen zeigten sich vor allem Vertreter der jüdischen Glaubensgemeinschaft erleichtert darüber, dass der Täter offenbar identifiziert wurde. Die Vorsitzende der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, betonte in einem Radio-Interview, dass „das fundamentalistische Risiko in unserem Land“ unterschätzt worden sei. Der Rektor der Pariser Moschee, Dalil Boubakeur, warnte nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP davor, dass man die muslimische Religion und extremistische Fanatiker wie den mutmaßlichen Serientäter von Toulouse nicht in einen Topf werfen dürfe.

Präsident Nicolas Sarkozy, der nach Angaben von Guéant die Nacht über auf dem Laufenden gehalten wurde, wollte sich am Vormittag mit Vertretern der Glaubensgemeinschaften treffen.

In Jerusalem begann am Morgen unterdessen die Bestattungszeremonie für die vier Opfer des Mordanschlags auf die jüdische Schule. Hunderte von Trauergästen versammelten sich auf dem Friedhof, darunter auch der französische Außenminister Alain Juppé. Die Leichen waren in der Nacht per Flugzeug nach Israel gebracht worden. In Jerusalem werden der ermordete Lehrer und Rabbiner mit seinen zwei kleinen Söhnen sowie eine weitere Schülerin beigesetzt.

dpa/sag

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