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Panorama Protection Wear: Schütze sich, wer kann
Nachrichten Panorama Protection Wear: Schütze sich, wer kann
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12:00 04.11.2018
Irgendwo zwischen Babymütze und Astronautenkluft: Eine rundum sichere Version der Strickmütze von Calvin Klein. Quelle: Photoshot/dpa
Hannover

Woran erkennt man einen Deutschen auf Reisen? An seiner Windjacke. Um diese Behauptung als Tatsache anzuerkennen, braucht es nicht einmal eine repräsentative Studie. Es ist offensichtlich.

Fröhliche Deutsche in praktischen, bunten Windjacken nämlich trifft man nicht nur am Strand von Bornholm oder Kühlungsborn. Für den Fall eines Regentages hat auch so mancher deutsche Italien-Reisende eine leichte Version der Windjacke dabei. Man kann ja nie wissen.

So gesehen müssten die Entwürfe aus den Ready-to-Wear-Kollektionen der internationalen Modewochen so manchem wettererfahrenen Bundesbürger gefallen. Für Herbst und Winter 2018 hatte die Branche nämlich allerhand Modelle ins Rennen geschickt, die bei einem Küstensturm ebenso tragbar scheinen wie bei ordentlich Wind in der Wüste.

Hitzeresistent und wasserabweisend

„Protection Wear“, übersetzt Schutzkleidung, lautet dieser noch sehr frische Trend. Zu sehen waren dazu unter anderem Vinyl-Capes, hitzeresistente Capes sowie Galoschen aus wasserabweisendem Material. Das US-Label Calvin Klein etwa bewirbt Strickmützen, die nicht nur die Stirn bedecken, sondern auch die Kinnpartie, erst kurz unter der Unterlippe endet der Stoff.

Bekannt sind solche Modelle aus der Skimode. Einige Kritiker erinnerten sie auch an eine Babymütze – oder Kleidung für Raumfahrer. Dazu stecken die Models in Jacken, die wie Berufskleidung von Menschen wirken, die entweder bei der Müllabfuhr oder im Straßenbau arbeiten – ihre Körper also völlig zu Recht gegen Materialien wie heißen Asphalt oder schmutzigen Unrat schützen müssen.

Sicher eingepackt: It-Girl Leena Ha bei der Präsentation von Dior auf der Paris Fashion Week. Quelle: imago/Runway Manhattan

Die britische „Vogue“ konstatierte angesichts luftfilternder Gesichtsmasken auf den Catwalks bereits, dass man diese am ehesten in einem Versuchslabor der Nasa erwarte, nicht aber auf der Straße.

Selbstverständlich ist es nicht das erste Mal, dass die Mode Anleihen bei Workwear und Outdoor-Kleidung macht. Schon die Techno-Szene war dafür bekannt, silberfarbene Hosenanzüge, deren Material an die Wärmedecken aus dem Erste-Hilfe-Kasten erinnerte, mit Schweißerbrillen zu kombinieren.

Coco Chanel wurde berühmt, weil sie das Streifenshirt der Fischer in den Alltag bürgerlicher und wohlhabender Frauen übertrug. Bis heute ist Seemannskleidung auch in ganz normalen Kleiderschränken zu finden: Denn kaum ein Pullover wärmt besser als der, der einen Fischer zum Fang begleitet.

Mode für den Klimawandel

Doch warum in aller Welt muss die Mode jetzt so übertreiben? Ganz einfach: Es war an der Zeit. Die Mode ist, so wenig nachhaltig sie auch sein mag, immer ein Spiegel unserer Zeit. Und gegenwärtig ist es nun mal so, dass wir uns ernsthaft um die Erde sorgen sollten, ganz gleich, was Leugner des Klimawandels so sagen.

In einer Zeit, in der Polkappen abschmelzen und die Dürren durchfeuchtete Gebiete Mittel- und Westeuropas erreichen, warnt sie uns, dass es sich zu wappnen lohnt. Bei all den Stürmen, die da in Zukunft noch heraufziehen mögen, kann es möglicherweise tatsächlich sinnvoll sein, zu einer der das halbe Gesicht bedeckenden Brillen zu greifen, wie sie Miu Miu und Dior im Programm haben.

Dabei kommt es gar nicht darauf an, ob all die Entwürfe aus Vinyl, Kunststoff und metallischen Garnen tatsächlich in der Lage sind, uns zu schützen. Die Mode hat auf ihre Art ein wichtiges Zeichen gesetzt. Dass im Herbststurm vorerst die Windjacke aus dem Outdoorladen die bessere Wahl bleiben kann, ist dabei völlig unerheblich.

Von Dany Schrader

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