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Panorama So gut sind die Weine der Promi-Winzer wirklich
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15:34 06.12.2016
Verkauft guten Wein: Günther Jauch gehört zu Deutschlands prominentesten Winzern. Quelle: dpa
Hannover

Auf der renommierten Weinmesse Vinitaly in Verona wird der britische Rockstar Sting auf die Bühne gebeten, um ihn für „Sister Moon“ auszuzeichnen. Gemeint ist nicht etwa die softe Rockballade aus den Neunzigern. Hier geht es um Sister Moon Jahrgang 2008, 14 Prozent Alkohol, mit Aromen von schwarzem Pfeffer und Lakritz, süßen Kirschen und Brombeeren. Für die Spezialisten der Weinwelt trifft der Wein genau den Ton im Zusammenspiel Erde, Mond, Natur und Menschheit, wie sie formulieren.

Bereits seit 1998 betreibt der britische Sänger mit seiner Frau in den Hügeln des weltberühmten Chianti-Gebiets in der Toskana, 40 Kilometer von Florenz entfernt, Weinbau. Dafür kaufte das prominente Paar das aus dem 16. Jahrhundert stammende herrschaftliche Anwesen „Il Palagio“ von einer italienischen Adelsfamilie. Das Bilderbuchgut ist umgeben von gepflegten Parks, Weinbergen und Olivenhainen.

Weinberge sind – der Mode im Römischen Reich entsprechend – bei wohlhabenden, prominenten Zeitgenossen beliebt. Noch nicht ganz so lange im Geschäft ist Moderator Günther Jauch. Vor ein paar Jahren hat er das bedeutende Weingut von Othegraven in der Moselregion gekauft – aus dem Besitz seiner Familie. Jauch erzeugt ausschließlich Riesling-weine. Er gilt jetzt als der berühmteste Winzer an der Saar.

Campino von den Toten Hosen hat den sechsten Jahrgangs seines Weines „Weißes Rauschen“ herausgebracht. Quelle: Eventpress MP

Die Toten Hosen bringen schon den sechsten Jahrgang ihres Band-Weins „Weißes Rauschen“ heraus – der gärt allerdings bei ihrem Freund und Winzer Martin Tesch an der Nahe. Gérard Depardieu mischt schon länger mit, inzwischen besitzt der französische Schauspieler mit der ordentlichen Weinnase 14 Weingüter in Frankreich, Argentinien, Nordafrika, auf Sizilien und der Krim.

Wenn die Wahrheit tatsächlich im Wein liege, wären Angelina Jolie und Brad Pitt wohl noch zusammen. Ihr (noch) gemeinsames Weingut Chateau Miraval – Kaufpreis: 40 Millionen Dollar – in der südfranzösischen Provence bringt ganz hervorragende Weine zustande. Der Miraval Rosé von 2012 wurde von den Experten des US-Amerikanischen „Wine Spectator“ sogar zum besten Rosé des Jahres ernannt. Allerdings wird im Internet böse gelästert: „Selbst wenn Angelina in die Flaschen gepullert hätte, wäre das Zeug weggegangen wie warme Semmeln“, lautet ein Kommentar.

Chefsommelier Bernhard Moser . Quelle: RND

Die meisten der Promi-Weine sind jedoch erschwinglich. Nach Meinung von Chefsommelier Bernhard Moser von der Berliner Weinschule macht dabei die Auflage das Geschäft. „Gut laufende Weingüter sind gute Investitionen und ein prominenter Name hilft enorm beim Vertrieb“, sagt er. Doch natürlich müssten die Weine am Ende schmecken – sonst nützt die ganze Berühmtheit nichts.

Auch wenn die Händler gern mit Slogans wie „Von echten Stars gekeltert“ werben: Es wäre naiv zu glauben, dass Coppola und Co. in den Reben stehen. Allerdings sagt man sowohl Depardieu als auch Sänger und Hobbywinzer Albano Carrisi nach, mit viel Leidenschaft und Kenntnis bei der Sache zu sein. Günther Jauch stellt seine Weine auf den wichtigen Messen selbst vor. Bei einer Talkshow des SWR-Fernsehens wurde es allerdings peinlich für den Hobbywinzer, als er seinen eigenen Wein nicht erkannte und ihn als „kein großes Gewächs“ und sogar „Fusel“ bezeichnete.

Musiker Sting hält es mit biodynamischem Anbau nach Vorbild des Anthroposophen Rudolf Steiner – und pflanzt die Reben nach den Mondphasen. „Ein Wein ist wie ein Lied – er muss eine Geschichte erzählen“, sagt er. Seine Weine kosten 23 Euro pro Flasche und tragen nicht nur Titel seiner Songs („Message in a Bottle“, „When We Dance“), es ist wohl auch Musik drin: Sting alias Gordon Sumner greift auch im Weinkeller gern zur Gitarre, damit die Tropfen besser reifen.

Von RND/Sonja Fröhlich

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