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Staatsanwaltschaft geht im Fall Kandel von Mord aus

Tod einer 15-Jährigern Staatsanwaltschaft geht im Fall Kandel von Mord aus

In einer Drogerie in Kandel wird eine 15-Jährige von ihrem Ex-Freund niedergestochen. Drei Wochen nach der Tat geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Jugendliche heimtückisch handelte – und Heimtücke ist ein Mordmerkmal.

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Die Tat in Kandel löste bundesweit Bestürzung aus.

Quelle: dpa

Kandel. Rund drei Wochen nach der tödlichen Messerattacke auf ein 15-jähriges Mädchen im pfälzischen Kandel legt die Staatsanwaltschaft dem Verdächtigen Mord und nicht mehr Totschlag zur Last. Der mutmaßliche Täter habe in einem Drogeriemarkt unvermittelt mehrfach mit einem Messer auf die 15-Jährige eingestochen, für die der Angriff überraschend gekommen sei, teilte die Staatsanwaltschaft Landau am Dienstag mit. Die Ermittler gingen deshalb vom Mordmerkmal der Heimtücke aus. Das Mädchen, das sich erst einige Wochen zuvor von dem Verdächtigen getrennt hatte, wurde von mehreren Stichen verletzt, einer traf es ins Herz und war tödlich.

Der Vorfall vom 27. Dezember hatte die bundesweite Diskussion um die Feststellung des Alters von jugendlichen Flüchtlingen erneut entfacht. Der mutmaßliche Täter ist ein Flüchtling aus Afghanistan, der offiziellen Angaben zufolge ebenfalls 15 Jahre alt ist. Zweifel daran hat der Vater des Opfers geäußert. Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, sie wolle das Alter des Verdächtigen bestimmen lassen. „Mit dem Eingang eines Gutachtens ist in einigen Wochen zu rechnen“, hieß es in der Mitteilung vom Dienstag.

Tatverdächtiger sitzt in Untersuchungshaft

Der Jugendliche sitzt unterdessen weiter in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen zum Motiv und zu den Hintergründen dauern an. Kurz nach der Tat hatte die Leitende Oberstaatsanwältin Angelika Möhlig gesagt, im Raum stehe eine Beziehungstat, die Prüfungen liefen aber noch. Die Ermittler untersuchen auch, ob weitere Mordmerkmale erfüllt sind.

Dass es vor der Tat Streit zwischen dem Verdächtigen und dem Mädchen gegeben hatte, war auch den Behörden bekannt. Er soll unter anderem damit gedroht haben, dass er das Mädchen „abpasst“. Die 15-Jährige zeigte ihn Mitte Dezember an - wegen Beleidigung, Nötigung, Bedrohung und Verletzung persönlicher Rechte. Der Vater des Mädchens war deshalb ebenfalls zweimal bei der Polizei.

Am Tattag war die 15-Jährige nach den bisherigen Ermittlungen mit zwei Begleitern am Bahnhof dem Verdächtigen begegnet. „Es kam dort zum erstmaligen Aufeinandertreffen an diesem Tag“, sagte Möhlig. Der Jugendliche soll dem Mädchen und den beiden anderen dann in einen Supermarkt in der Nähe des späteren Tatorts gefolgt sein und dort das Tatmesser gekauft haben. Nach Darstellung der Ermittler folgte er danach dem Mädchen in den Drogeriemarkt, ging gezielt auf es zu und stach unvermittelt mehrfach zu. Dafür, dass sich Täter und Opfer in dieser Situation gestritten hätten, gebe es bislang keine Anzeichen. Eine Frau, die nach eigenen Angaben während der Tat im Laden war, hatte berichtet, sie habe einen Streit gehört.

Von RND/iro/dpa

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