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Panorama Trump – Lieblings-Zielscheibe der Narren
Nachrichten Panorama Trump – Lieblings-Zielscheibe der Narren
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19:05 27.02.2017
„Amerika, leiste Widerstand“, das Motiv dieses Wagens in Düsseldorf. Quelle: imago
Köln/Düsseldorf

Helau und Alaaf – Hunderttausende Narren haben sich von den Rosenmontagszügen in Köln und Düsseldorf begeistern lassen. Die meistpersiflierte Person auf den Wagen war dieses Jahr Donald Trump. In Düsseldorf – bekannt für seine besonders freche Satire – versuchte der US-Präsident, die vor ihm knieende Freiheitsstatue zu missbrauchen. Auf einem anderen Wagen hatte sie jedoch den Sieg über ihn errungen und schwenkte sein abgeschlagenes Haupt. Auf ihrem Gewand prangte die Aufforderung „America Resist!“ – „Amerika, leiste Widerstand!“

Ob als verhinderter Vergewaltiger der Freiheit oder im Club mit rechtsextremen europäischen Politikern – der neue US-Präsident Donald Trump kommt in den Rosenmontagsumzüge schlecht weg.

Man habe die Wagen bewusst drastisch gestaltet, um zu zeigen, wie gefährlich die Situation sei, sagte Wagenbauer Jacques Tilly der dpa – und versprühte Zuversicht: „Letztlich wird Liberty Widerstand gegen Trump leisten und siegen.“ In Köln kam Donald Trump als Neuling in eine Schulklasse und griff dort der Freiheitsstatue unter den Rock. Bei den Mainzern trampelte er als Elefant durch einen Porzellanladen.

300 Tonnen Süßigkeiten

Unter grauem Himmel feierten die bunt kostümierten Narren ausgelassen wie immer, wobei der Andrang in Köln und Düsseldorf nicht so stark zu sein schien wie in den Vorjahren. In Düsseldorf waren nach einer Schätzung des Comitees Düsseldorfer Carneval 600.000 Feiernde auf den Beinen.

In Mainz rollte um 11.11 Uhr der längste Rosenmontagszug in der Geschichte der Stadt an. Im Kölner Zug liefen und fuhren mehr als 10.000 Menschen mit und brachten 300 Tonnen Süßigkeiten unters Volk. Am Nachmittag stürzte ein Pferd und blieb auf der Zugstrecke liegen, so dass die Narren-Kolonne vorübergehend stockte.

Immer präsent: die Polizei

Die Zugstrecke wurde in Köln von 1700 Polizisten bewacht, in Düsseldorf waren es rund 1000. Große Zufahrtsstraßen wurden mitunter von Wasserwerfern und anderen großen Polizeifahrzeugen blockiert. Sowohl in Köln als auch in Düsseldorf war die Innenstadt für Lastwagen gesperrt, aus Vorsorge gegen Terroranschläge wie auf dem Berliner Weihnachtsmarkt. „Die ganzen Polizisten mit den Maschinenpistolen zu sehen, hat mich schockiert“, sagte die aus Karlsruhe stammende Elke (54) in Köln. „Aber die müssen das ja machen. Wir sind froh, dass wir die Polizei haben.“

Auch SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz fuhr in Pappmaché nachgebildet mit. Düsseldorf zeigte ihn als Steinzeitmenschen mit Speer im Kampf gegen das ausgewachsene „Mammutti“, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Auf einem bis zum Schluss geheim gehaltenen Wagen der Kölner malte sich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Welt, „wie sie ihm gefällt“: Aus einem grauen Gefängnis wurde da eine leuchtende Villa Kunterbunt.

Das Feiern beschränkte sich im übrigen nicht nur aufs Rheinland: Im westfälischen Münster zog der Rosenmontagszug 100.000 Narren an. Kurios: In dem Zug waren dieses Jahr gleich zwei Karnevalsprinzen unterwegs. Wegen Sturms war der Zug vor einem Jahr abgesagt worden, und der damalige Prinz durfte den verpassten Spaß jetzt nachholen.

Von RND/dpa