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Panorama Die riskanten Seiten der Knallerei
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10:30 29.12.2014
Nicht ungefährlich: Feuerwerk zu Silvester. Quelle: dpa
Berlin

Wenn in der Silvesternacht wieder unzählige Raketen den Himmel erhellen, haben daran nicht alle ihre Freude: In den Notaufnahmen der Kliniken ist an den Tagen vor und nach dem Jahreswechsel viel zu tun. Denn beim Zünden von Knallern und Co. kann einiges schiefgehen. Insbesondere Feuerwerk von Märkten aus Osteuropa schätzen Experten als gefährlich ein. Es habe eine wesentlich größere Sprengkraft als Artikel, die hierzulande an Amateure verkauft werden.

Handverletzungen: Pyrotechnik, die noch in der Hand explodiert, ruft mit die schlimmsten Verletzungen hervor. Abgerissene Finger samt durchtrennter Knochen, Nerven und Blutgefäße gehören noch zu den harmloseren Fällen, sagt der Chefarzt der Klinik für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie des Unfallkrankenhauses Berlin (ukb), Andreas Eisenschenk: „Im schlimmsten Fall verlieren Patienten die ganze Hand.“ Bei schweren Handverletzungen müssen sie bis zu fünf Wochen im Krankenhaus bleiben. „Um die Hand so weit wie möglich wieder zu rekonstruieren, braucht es meist weitere Operationen.“

Gehör: Knalltrauma nennen Experten Verletzungen des Gehörs, die von Explosionen in nächster Nähe verursacht werden. Durch den Druck des Schalls kann das Innenohr geschädigt werden. Patienten hören dann vorübergehend schlecht und haben ein Fiepen im Ohr, sagt der Notfallmediziner Tobias Lindner von der Berliner Charité. Manchmal seien Hörstörungen auch dauerhaft.

Augen: Neben Gehörschäden zählen Augenverletzungen zu den häufigsten Gründen, warum Menschen an Silvester in die Notaufnahme kommen: Durch den Funkenflug oder Hitze kommt es zu Sehschwächen, die teilweise irreparabel sind, sagt der Berliner Mediziner Eisenschenk. Eine Empfehlung zum Tragen einer Schutzbrille fordern Augenärzte auch hierzulande, wie die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) mitteilte. In anderen Ländern gebe es die Brillen beim Kauf von Feuerwerk gratis.

Verbrennungen: Sie entstehen nicht nur durch den direkten Kontakt mit Feuerwerkskörpern. „Funkenflug oder die Nähe zu einem explodierenden Knaller kann ausreichen“, sagt Lindner von der Charité. Typisch seien lokale, aber sehr heftige und tief reichende Verbrennungen, erläutert der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin, Bert Reichert. Meist sei eine OP unausweichlich. Bei Patienten mit kleineren Verbrennungen kann es nach Angaben Lindners dauern, bevor ein Arzt aufgesucht wird: „Manche unterschätzen die Schwere der Verletzung in der Nacht.“

Hosentasche: Selten, aber umso gefährlicher sind Fälle explodierender Knaller in der Hosentasche. Am Unfallkrankenhaus in Berlin komme es ein bis zweimal pro Jahr vor, dass Patienten mit Verletzungen bis hin zu den Genitalien eingeliefert würden, sagt Eisenschenk. Knaller explodierten, weil sie aneinander oder an ebenfalls in der Tasche aufbewahrten Streichhölzern reiben, sagt der Mediziner.

Kinder: Sie erleiden Verbrennungen vor allem durch die Unachtsamkeit zündelnder Erwachsener, wie Mediziner Reichert sagt. Unfälle passieren nach Einschätzung von Experten aber auch häufig an den Tagen nach Silvester, wenn Kinder in den Überresten des Feuerwerks nach nicht gezündeten Knallern suchen. Solche Blindgänger explodieren dann im schlimmsten Fall unerwartet doch noch.

Von Gisela Gross/dpa

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