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Panorama Zehn Gründe, warum 2016 gar nicht so schlecht war
Nachrichten Panorama Zehn Gründe, warum 2016 gar nicht so schlecht war
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22:09 30.12.2016
Kein Grund, so traurig zu gucken: 2016 war gar nicht so schlecht. Quelle: iStockphoto/marekuliasz
Hannover

Im Jahr 2016 drangen gute Nachrichten kaum durch. Syrien-Krieg, Terroranschläge und der Triumph eines weltweit wachsenden Nationalismus dominierten die Debatten. Umso wichtiger ist es, innezuhalten und auch mal ein paar positive Neuigkeiten zu beleuchten. Hier sind unsere Top Ten.

10. SCHUTZZONE FÜR DAS MEER

Haben ein Stück weit eine sichere Heimat: die Pinguine in der Antarktis. Quelle: Alfred-Wegener-Institut

Es ist eine bahnbrechende Entscheidung: 24 Staaten und die Europäische Union haben im Oktober beschlossen, im Rossmeer vor der Antarktis das größte Naturschutzgebiet der Erde einzurichten. Auf einer Fläche von 1,55 Millionen Quadratkilometern – einem Gebiet mehr als viermal so groß wie Deutschland – ist Fischerei künftig weitgehend verboten. Auf mehr als 70 Prozent der Schutzgebietsfläche werden Fischer in den nächsten 35 Jahren gar nichts mehr aus dem Wasser holen dürfen, der Rest bleibt dem regulierten Fang von Fisch und Krustentieren für wissenschaftliche Zwecke vorbehalten. Das extreme Klima und das Eis bieten vielen seltenen Tieren einen einzigartigen Lebensraum. Einige Pinguinarten leben nur dort, auch Robben, Wale und Delfine brauchen das Eismeer. Auch den größten bisher gefangenen Koloss-Kalmar haben Fischer aus dem Rossmeer gezogen. Der Tintenfisch brachte fast 500 Kilogramm auf die Waage, allein seine Augen hatten einen Durchmesser von 27 Zentimetern. Das Besondere: Auch die USA und Russland stimmten trotz vieler geopolitischer Streitereien letztlich dem Abkommen zu.

Überhaupt entdeckten die USA noch kurz vor der Amtseinführung von Donald Trump den Umweltschutz. Noch-Präsident Barack Obama erklärte bereits im Sommer das sogenannte Papahanaumokuakea Marine National Monument, ein Naturschutzgebiet vor der Küste Hawaiis, zum zweitgrößten Schutzraum des Planeten. Die Atolle und Riffe auf 1,5 Millionen Quadratkilometern Fläche sind Lebensraum für mehr als 7000 Tier- und Pflanzenarten. Ein Drittel davon ist nur vor Hawaii zu finden. Auch hier ist künftig Fischen untersagt – genauso wie die Ausbeutung von Rohstoffen.

9. MEHR DENN JE IM EHRENAMT

Ohne den unermüdlichen Einsatz der vielen freiwilligen Feuerwehren wären in Deutschland viel mehr Unglücke passiert. Quelle: dpa

Die politische Debatte ist rauer geworden im Jahr 2016. Doch jenseits aller Ausgrenzungsrhetorik und Hass-Postings in sozialen Netzwerken gibt es im wahren Leben ein erstaunlich stabiles Reservoir an Mitmenschlichkeit. Die Zahl der Personen in Deutschland, die ehrenamtlich tätig sind, hat im vergangenen Jahr erneut zugenommen. 31 Millionen Menschen haben sich 2016 unentgeltlich in einem Sportverein, einer Bürgerinitiative oder einer sozialen Organisation engagiert – das ist nach Angaben des Bundesfamilienministeriums sogar ein neuer Rekord. Auch die vielen Menschen, die immer noch in der Flüchtlingshilfe tätig sind, haben zu diesem erfreulichen Anstieg an gesellschaftlichem Engagement beigetragen. „Diese Menschen sind die leisen Helden des Alltags, die unser Land zusammenhalten“, sagte Bundes­familienministerin Manuela Schwesig (SPD) dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Sie stehen wenigen – aber lauten – Krawallmachern und Unruhestiftern gegenüber, die sich 2016 so oft in den Vordergrund getönt haben.“ Bereits in den vergangenen Jahren war die Zahl der Ehrenämtler kontinuierlich gestiegen.

8. BESSERE HILFE BEI DEMENZ

Demenzkranke werden endlich bessere unterstützt. Quelle: dpa

Zum 1. Januar 2017 bekommen Demenzkranke einen besseren Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung. Mehr denn je wird von nun an eine Rolle spielen, ob Menschen kognitiv oder psychisch beeinträchtigt sind. Viele Ältere sind zwar noch zu einer Fülle alltäglicher Tätigkeiten in der Lage – müssen aber daran erinnert werden. Dieser Kreis hatte in der Vergangenheit oft Mühe, Leistungen aus der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen zu können. Künftig geht es bei der Einstufung nicht mehr um die eine oder andere körperliche oder geistige Einschränkung, sondern allein um die Frage, in welchem Ausmaß der Betroffene Unterstützung im Alltag benötigt. Die bereits von der früheren Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) vor mehr als zehn Jahren angepeilte Reform wurde jetzt von Minister Hermann Gröhe (CDU) konzipiert und umgesetzt.

7. DAS WUNDER DER WIRTSCHAFT

Ein verlässliches Zugpferd 2016: die deutsche Wirtschaft. Quelle: dpa

Die größte Stärke der Deutschen lag auch im Jahr 2016 wieder in ihrer Wirtschaft. Ob man Verkaufszahlen diverser Branchen betrachtet, allgemeine Konjunkturdaten oder Reallöhne der Beschäftigten: Querbeet wiesen die Indikatoren nach oben. Die meisten Firmen blicken auf höhere Erlöse, die meisten Beschäftigten auf höhere Löhne – am Ende der Kette sprang diesmal sogar, es war rein rechnerisch bedingt, eine ungewöhnlich große Rentenerhöhung heraus.

Nie zuvor in der Geschichte waren so viele Menschen in Deutschland in Lohn und Brot. Die Zahl der Arbeitslosen sank auf 2,532 Millionen – und damit auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung.

In vielen Regionen wird der Arbeitsmarkt als „leer gefegt“ beschrieben, der Fachkräftemangel wird zur Wachstumsbremse. Deutschland hat damit eine Sonderstellung in Europa, nirgendwo sonst sind in letzter Zeit so viele neue – auch hoch bezahlte – Jobs entstanden. Experten führen dies inzwischen nicht mehr nur auf die vor mehr als zehn Jahren von der Politik beschlossenen Arbeitsmarktreformen zurück, sondern sehen den Erfolg der Wirtschaft vor allem in der Wirtschaft selbst. Das Wunder am Arbeitsmarkt habe zu tun mit hoher Qualität, viel Forschung und Entwicklung, einem global denkenden Management – und mit verlässlichen, intelligenten Arbeitnehmern, die sehr effektiv zu Werke gehen.

6. UM DIE ERDE OHNE TREIBSTOFF

Solar Impulse 2 bildet den Startschuss in eine nachhaltigere Welt. Quelle: Solar Impulse 2

510 Flugstunden hat es gedauert – dann hatte es Bertrand Piccard geschafft: Mit seinem Ultraleichtflugzeug „Solar Impulse 2“ umrundete der Abenteurer aus der Schweiz die Welt – und zwar erstmals ohne Treibstoff und ausschließlich mit Sonnenenergie. Das Solarflugzeug hat auf seinen Flügeln Solarpanele eingebaut, die die Motoren antreiben. Zwar ist die Technik für große Passagierflugzeuge bisher nicht nutzbar – die Energiedichte der Batterien ist erheblich niedriger als bei Kerosin. Als Symbol ist die Weltumrundung mit dem Solarflugzeug allerdings kaum zu überschätzen. Wer kann noch überzeugende Argumente gegen Solarstrom für den Betrieb von Haushaltsgeräten oder Heizungsanlagen vorbringen, wenn man mit Sonnenenergie sogar um die Welt fliegen kann? Piccard habe seine Reise um die Welt nun beendet, sagte der damalige UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nach dem Flug im Juli. „Doch es ist der Anfang für eine nachhaltigere Welt.“

5. FRIEDEN NACH 52 JAHREN KRIEG

Ein Zeichen der Hoffnung: Kolumbien beschließt den Friedensvertrag. Quelle: dpa

Inmitten all der weltweiten Krisen und Kriege hat Kolumbien ein Zeichen der Hoffnung in die Welt gesandt – und den 52 Jahre andauernden Bürgerkrieg beendet. Vier Jahre verhandelte Staatschef Juan Manuel Santos mit der Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (Farc) – auch wenn viele Experten von dem „aussichtslosen Unterfangen“ abrieten. Am Ende rang er den Rebellen einen Frieden ab, holte das Militär ins Boot und das Ausland auch. Nachdem im September der Friedensvertrag unterzeichnet war, stimmten die Kolumbianer zunächst gegen das historische Werk. Santos, mittlerweile Friedensnobelpreisträger, besserte bei der weitgehenden Amnestie für die Rebellen nach. Vergangenen Mittwoch stimmte das Parlament für die Farc-Amnestie. Die Chancen auf einen dauerhaften Frieden standen in Kolumbien seit Jahrzehnten nicht so gut.

4. WENIGER HUNGER IN DER WELT

Das gab es noch nie: Kein Land auf dieser Erde muss eine „gravierende“ Hungersnot bekämpfen. Quelle: AFP

Kann etwas, das noch im Entstehen begriffen ist, schon als Gutes gefeiert werden? Mit vorsichtiger Zurückhaltung – ja. Im zurückliegenden Jahr sind die Menschen dem großen Ziel „eine Welt ohne Hunger“ zumindest ein gutes Stück näher gekommen. 2016 ist der Anteil der Menschen, die hungern müssen, so niedrig gewesen wie nie zuvor in der dokumentierten Geschichte der Menschheit.

12,6 Prozent oder 795 Millionen Hungernde sind immer noch viel zu viele. Und doch zeigt ein Blick auf die Weltkarte: 2016 ist das erste Jahr, in dem kein Land mehr tiefrot markiert ist – in dem also die Hungersituation nach den Kriterien des Welthungerindexes als „gravierend“ eingestuft wird.

Nur im historischen Vergleich wird klar, wie bedeutend das ist. Noch im Jahr 2000 galt die Situation in acht Entwicklungs- und Schwellenländern als gravierend, in 30 war sie sehr ernst, nur 20 verzeichneten „wenig“ Hunger. Und heute: In keinem Land ist die Lage gravierend, in sieben gilt sie als ernst – und 45 Länder haben sich so entwickelt, dass „wenig Hunger“ konstatiert wird.

Zugegeben, die Welt hinkt dem sogenannten Millenniumsziel der Halbierung des Hungers bis 2015 hinterher. Doch es kann gelingen, tatsächlich in 15 Jahren den Hunger weltweit besiegt zu haben.

Heute leben „nur“ noch zehn von 100 Menschen in ex­tremer Armut – vor 16 Jahren waren es noch 30 von 100. Und nur ein halbes Jahrhundert zurück waren 60 Prozent der Erdbevölkerung so arm, dass sie hungern mussten.

3. WIRKSTOFF GEGEN EBOLA

Gegen das Todesvirus Ebola haben Forscher einen Impfstoff entwickelt. Quelle: AFP

Es ist hochansteckend und hat in den vergangenen Jahrzehnten vor allem in Afrika mehrere Zehntausend Todesopfer gefordert: Das Ebolavirus gilt als eine der größten Bedrohungen dieser Zeit. Doch es gibt neuerdings Hoffnung: Die Weltgesundheitsorganisation hat einen neuen Impfstoff gegen das tödliche Virus in Guinea erfolgreich getestet. Von den 6000 Menschen, die damit geimpft wurden, erkrankte niemand. Hingegen hat es in der Kontrollgruppe mit nicht geimpften Menschen 23 Ebola-Infektionen gegeben. Die Botschaft ist erbaulich – weil die Weltgemeinschaft die Kraft gefunden hat, sich gegen eine Bedrohung der Ärmsten und Schwächsten der Welt wirkungsvoll zu wehren.

2. VERTRAG ZUM KLIMAWANDEL

Der Wandel in der Klimapolitik wurde 2016 beschlossen. Quelle: Dpa

Es war die Geburtsstunde einer neuen Klimapolitik: Das Abkommen von Paris, das die Erderwärmung „deutlich“ unter zwei Grad halten will, trat im November in Kraft. Nach nur elf Monaten war der Vertrag, der 195 Länder betrifft, ratifiziert. Es ist ein diplomatisches Meisterwerk – auch weil es keine starren Vorschriften macht, sondern es den Ländern selbst überlässt, wie sie ihre Ziele erreichen. Zwei Vorgaben gibt es dennoch: In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts soll das Gleichgewicht der Klimagase wieder hergestellt werden. Nur so viel Ausstoß soll es geben, wie auch wieder aus der Atmosphäre herausgeholt werden kann. Zum Zweiten gibt es ein Instrument zum „Nachschärfen“. Wer zu wenig gegen den Klimawandel macht, muss nachsteuern.

1. ENTSPANNUNG AUF KUBA

Kuba öffnet sich der Welt – das Wirtschaftsembargo gegen den Karibikstaat ist gelockert worden. Quelle: dpa

Es war ein historischer Besuch, der noch wenige Monate zuvor undenkbar gewesen wäre: Am 20. März landete US-Präsident Barack Obama in Havanna. Es war der erste Besuch eines amtierenden US-Präsidenten auf Kuba seit 1928. Während sich Regierungschef Raúl Castro beim Baseball mit dem US-Präsidenten zeigte, verspottete der wenige Monate später verstorbene Revolutionsführer Fidel Castro die „honigsüßen Worte“ Obamas. Das Tauwetter hält an: Das US-Wirtschaftsembargo – verhängt 1962 – wurde gelockert, der Postverkehr wieder aufgenommen. Am 30. August startete die erste Direktflugverbindung von den USA nach Kuba.

Von RND

Vielleicht wäre die Fälschung nicht so schnell aufgefallen, wenn der Mann nicht so viele Rechtschreibfehler gemacht hätte: In Mainz hat die Polizei einen Verkehrssünder angehalten, der die Tüv-Plakette für sein Auto selbst gemalt hatte – allerdings schrieb er „Wiespaden“ und „Hässen“ statt Wiesbaden und Hessen.

30.12.2016

Er sollte die Drogendealer jagen – doch scheinbar hat der frühere Chef der finnischen Anti-Drogenbehörde selbst eifrig die Hand aufgehalten. Ein Gericht hält den 58-jährigen Polizisten für eine Schlussfigur im Schmugglerring und schickt ihn nun viele Jahre ins Gefängnis.

30.12.2016

Diese Tat hat Deutschland geschockt: Acht Neonazis besetzen einen Kirchturm, blöken rechte Parolen, werfen Feuerwerkskörper auf den Weihnachtsmarkt. Nun verklagen die Rechtsradikalen die Pfarrerin, weil sie die Kirchenglocken geläutet hat. Der Vorwurf ist skurril.

30.12.2016