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Panorama Was Facebook nicht weiß
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20:01 27.04.2018
Womit bringt man eine Analysesoftware aus der Fassung? Richtig, mit Schmalzbroten. Quelle: Fotolia
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Hannover

Viele Deutsche sind überrascht: Facebook, der größte Datenumschlagplatz der Welt, macht irgendwas mit Daten. Entsetzen. Wie kann das sein, dass man jahrelang Urlaubsfotos, politische Ansichten und sexuelle Hilferufe ins Internet bläst – und die benutzen das Material für unlautere Zwecke? Sapperlot!

Ist Facebook am Ende gar kein gemeinnütziger Verein zur Förderung der Völkerfreundschaft, der von den Sachspenden der umliegenden Bauern lebt? Ist Mark Zuckerberg gar nicht der grundehrliche Menschenfreund und engagierte Datenschützer, für den ihn alle Welt stets gehalten hat?

Katzenvideos vs. Untergang der Demokratie

Millionen Kunden fragen sich: Was soll ich jetzt tun? Darf ich Biggi keine lustigen Katzenfilme mehr schicken, weil sonst ein orangefarbener Immobilienmakler US-Präsident wird? Soll ich meine total leckere Avocado-Tomaten-Salsa nicht mehr auf Instagram posten, weil sonst Großbritannien die EU verlässt?

Aber was ist denn bitte der Untergang der westlichen Demokratie gegen die Möglichkeit, aller Welt zu zeigen, wie meine Katze im Kreis läuft? Das ist es doch wert!

Die digitale Welt hat sich Filterblasen gelaufen. Mein Rezept gegen die Datensammelei: Ich verwirre die Analysesoftware. Ich klicke mit jedem zehnten Klick auf etwas, das mich kein Stück interessiert. Facebook hält mich inzwischen für einen Schuster aus Bergisch-Gladbach, der in seiner Freizeit Schmalzbrote schmiert, Feigensenf liebt und Quadrille tanzt.

Exklusive Schmalzbrot-Infos

Ich bekomme regelmäßig Schmalzbrot-Infos in meine Timeline und weiß jetzt, wofür sich Schmalzbrot-Schuster noch so interessieren: gar nichts. Dafür weiß ich jetzt alles über Feigensenf – dank “Feig News“.

Es ist doch so: Diese hochkomplexen Algorithmen tun alle so schlau und sind in Wahrheit sehr, sehr blöd. Was soll das bitteschön, Amazon, wenn ihr mir nach dem Kauf eines Lissabon-Reiseführers als Nächstes noch achtzehn weitere Lissabon-Reiseführer empfehlt? Ich besitze bereits einen. Ich habe ihn neulich gekauft. Bei euch.

Aber ich kann euch sagen, was mich wirklich interessiert: die Schusterei. Und Feigensenf. Und Schmalzbrote. Schöne Grüße aus Bergisch-Gladbach.

Von Imre Grimm

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