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Deutschland / Weltweit Abbas friert Beziehungen zu Israel ein
Nachrichten Politik Deutschland / Weltweit Abbas friert Beziehungen zu Israel ein
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14:22 22.07.2017
„Tag des Zorns“:Schwerbewaffnete Terroristen der Hamas in Gaza-Stadt bei ihrem Aufmarsch gegen die von Israel errichteten Sicherheitskontrollen am Tempelberg in Jerusalem. Quelle: dpa
Jerusalem

Bei Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften sind in Jerusalem und im Westjordanland nach Krankenhaus- und Gesundheitsministeriumsangaben drei Menschen getötet worden. Die Auseinandersetzungen über Metalldetektoren an einer wichtigen heiligen Stätte in Jerusalem brachen nach den muslimischen Freitagsgebeten aus. Tausende Muslime beteten aus Protest gegen die Sicherheitsmaßnahmen auf der Straße. Allerdings müssen jüdische Gläubige, die die Klagemauer besuchen wollen, schon seit Jahren wegen des palästinensischen Terrors durch solche Sicherheitsschleusen.

Ursache der Kontrollen war der Mord an zwei israelischen Polizisten

Nach einem Mordanschlag auf israelische Polizisten hatte Israel auch an den Zugängen zur Al-Aksa-Moschee Sicherheitsschleusen errichtet. Seit Jahren werden in der Moschee von radikalen Palästinensern Waffen gehortet. Das wollten die israelischen Sicherheitskräfte, die den Zugang kontrollieren, jetzt unterbinden. Was wiederum den Zorn etlicher Muslime heraufbeschwor. Sie sehen darin den Versuch Israels, die Kontrolle über den Berg an sich zu ziehen. Dieser ist das wichtigste Heiligtum der Juden. weil dort in der Antike der jüdische Tempel stand. Dessen Überreste am Fuß des Berges bilden die Klagemauer. Muslime verehren die Hochfläche mit Felsendom und Al-Aksa-Moschee als Edles Heiligtum, von dem aus der Prophet Mohammed in den Himmel geritten sei. Als Relikt der jordanischen Besetzung Jerusalems bis 1967 steht das Hochplateau unter jordanischer Verwaltung.

Erst Gebete, dann Angriffe auf Soldaten

Muslimische Autoritäten haben die Gläubigen aufgerufen, lieber auf den Straßen zu beten, als sich den Sicherheitskontrollen zu unterziehen. Das israelische Sicherheitskabinett entschied dennoch, die Metalldetektoren nicht zu entfernen. Polizeisprecherin Luba Samri sagte, die Beamten könnten die Detektoren aber zeitweise nur für Stichproben einsetzen. Vor den Freitagsgebeten verweigerte Israel muslimischen Männern, die jünger als 50 Jahre sind, den Zugang zum Tempelberg und errichtete Kontrollpunkte zwischen dem Westjordanland und Jerusalem. Etwa 3000 israelische Sicherheitskräfte waren im Einsatz.

Nach den Gebeten kam es in Jerusalem und im Westjordanland zu Zusammenstößen. Palästinenser hätten brennende Reifen auf die Straßen gerollt und Sicherheitskräfte mit Steinen beworfen, teilte das israelische Militär mit. Die Soldaten hätten mit Tränengas und Gummigeschossen reagiert.

Am Abend erstachen palästinensische Terroristen westlich von Ramallah drei Israelis. Der 19-jährige Täter drang in das Haus einer Familie ein, die gerade das feierliche Sabbat-Mahl zu sich nahm. Er erstach den Vater und zwei seiner Kinder, bevor ein Nachbar seinerseits den Mörder niederschoss. Der Mörder, Omar al-Abed, wird im Krankenhaus von israelischen Ärzten behandelt. Am Ende ihres selbst ausgerufenen Tags des Zorns kündigte Abbas dann das „Einfrieren“ der Kontakte zu Israel „auf allen Ebenen“ an. Am Sonnabend Morgen schließlich nahmen israelische Soldaten das Haus des 19-Jährigen durchsucht und dessen Bruder festgenommen.

Von RND/AP/dk