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Abzocke mit Auslandsknöllchen

ADAC schlägt Alarm Abzocke mit Auslandsknöllchen

Ein Knöllchen im Ausland kann teuer werden: Zumindest dann, wenn hohe Inkasso-Gebühren fällig werden. Vor dem Verkehrsgerichtstag in Goslar schlägt jetzt der ADAC Alarm.

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Ab in den Urlaub, die Rechnung kommt später: Der ADAC warnt Autofahrer vor Inkasso-Verfahren wegen Auslandsknöllchen.

Quelle: dpa

Berlin. Immer mehr deutsche Autofahrer erhalten hohe Inkasso-Forderungen wegen Verkehrsverstößen im Ausland. „In der Praxis ist zu beobachten, dass die Fälle immer mehr zunehmen: Vor etwa 15 Jahren haben die skandinavischen Länder – vor allem Norwegen – begonnen, private Inkassounternehmen mit der Einforderung von Mautsanktionen zu beauftragen“, sagte Markus Schäpe, Leiter der Juristischen Zentrale des ADAC, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Immer mehr Länder haben nachgezogen, derzeit liegt der Schwerpunkt bei Kroatien, Italien, Ungarn und Großbritannien.“

Zahlungsaufforderungen von in- und ausländischen Inkassounternehmen oder Anwälten wegen Geldsanktionen aus Verkehrsverstößen, gehörten zu den Top-Themen in der ADAC-Rechtsberatung. Im letzten Jahr hätten die einschlägigen Anfragen beim ADAC im oberen vierstelligen Bereich gelegen. Die Problematik steht auf der Tagesordnung beim Deutschen Verkehrsgerichtstag, der am Mittwoch in Goslar beginnt.

400 statt 10 oder 20 Euro

Schäpe sagte, es gehe bei den Forderungen insbesondere um Park- und Mautverstöße oder um Fahren in verkehrsbeschränkten Innenstädten. Auch gehe es um Fälle, in denen betroffene Autofahrer ohne vorherige Registrierung in der Londoner Umweltzone unterwegs waren. Oft seien die verhängten Bußgelder auf unklare und unzureichende Beschilderung vor Ort zurückzuführen.

Der ADAC warnt vor Abzocke: „Betroffene werden mit hohen Inkasso- oder Anwaltsgebühren konfrontiert, die die Grundforderung oft um ein Vielfaches übersteigen und in keinem angemessenen Verhältnis zu dieser stehen“, so Schäpe weiter. In Kroatien würden die fälligen Anwalts- und Notargebühren bei einer Grundforderung von 10 bis 20 Euro bei bis zu 400 Euro liegen. „Die Betroffenen werden oft nicht vor Ort über ihr Fehlverhalten informiert, sie erhalten oft keine Gelegenheit, die Sanktion vor Ort nach ‚Einheimischentarif‘ zu begleichen“, kritisiert der ADAC-Experte.

Nicht selten würden Forderungen erst Monate oder Jahre nach dem Verstoß geltend gemacht. Der Automobilclub fordert eine verständliche und sichtbare Beschilderung bei Parkvorschriften, verbraucherfreundlichere Zahlungsmöglichkeiten sowie den Ausschluss jeglicher Diskriminierung ausländischer Autofahrer.

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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